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Nächste öffentliche Veranstaltung der gbs Köln

Podiumsdiskussion

Religionsunterricht – Zu Recht ordentliches Lehrfach in NRW?

Ein Lehrgegenstand im Spannungsfeld von Dogmatismus, Aufklärung und Integrationshemmung
Mittwoch, 19. August 2015, 19 Uhr
Aula des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Köln Ostheim,
Hardtgenbuscher Kirchweg 100 (➚Map)

Da Religionsunterricht kein Lehrfach ist wie jedes andere, stellen sich ganz spezifische und drängende Fragen.
Ist konfessioneller Religionsunterricht im Zeitalter zunehmender Säkularisierung und Vielfalt der Weltanschauungen noch zeitgemäß? Setzt die Separierung der Kinder und Jugendlichen in unterschiedliche Gruppen je nach Glaubensrichtung die richtigen Zeichen für Gemeinsamkeit, friedliches Miteinander und Integration? Welche Rolle könnte ein gemeinsamer Ethik-Unterricht bei der Vermittlung allgemeingültiger Werte auf Basis der Menschenrechte unter Einbeziehung von Religionskunde spielen?

Insbesondere die jüngst erfolgte Einführung des Islamunterrichts an öffentlichen Schulen in NRW, dessen Inhalte von den ausschließlich konservativen bis islamistischen Verbänden des “Koordinierungsrats der Muslime” bestimmt werden, macht diese Fragestellungen höchst brisant und aktuell.

Kontrovers diskutiert werden sie von Vertretern aus Kirche und Politik und von säkularen Organisationen:

  • Sigrid Beer, Grünen-Landtagsabgeordnete in NRW, evangelische Theologin und bildungspolitische Fraktionssprecherin. Sie befürwortet christlichen wie islamischen Religionsunterricht.
  • Constanze Cremer von der Giordano-Bruno-Stiftung, gemeinnützige Stiftung für säkularen Humanismus und Aufklärung. Sie setzt sich für einen Ethikunterricht für alle ein, da sie meint, dass konfessionell gebundener Religionsunterricht nicht mehr zeitgemäß ist, das Trennende fördert und daher die Integration erschwert.
  • Ferdinand Claasen vom Katholischen Büro NRW, welches als Kontaktstelle zwischen Katholischer Kirche und Politik fungiert.
  • Rainer Ponitka vom Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten, setzt sich für die Trennung von Staat und Kirche, also auch die Abschaffung von Religionsunterricht ein.
  • Gesprächsleitung: Frank Hichert, Dipl.-Psychologe und u.a. Stifter des Literaturpreises für Jugendliche JULIT.

Im Anschluss erfolgt eine Diskussion mit dem Publikum.

Der Eintritt ist frei.

 

Juli 16, 2015 Posted by | Eigene Artikel | Hinterlasse einen Kommentar

neue gbs-Briefmarke

gbs_Briefmarke

Juli 15, 2015 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Alternativmedizin: Wer heilt, hat recht!

Wenn eine alternative Methode Heilung verschafft oder zu verschaffen scheint, wird oft Korrelation mit Kausation verwechselt

Immer dann, wenn sich jemand kritisch zur sogenannten “Alternativmedizin” äußert, dauert es nicht lange, bevor er mit dem ultimativen “Killerargument” konfrontiert wird: Wer heilt, hat recht! Und tatsächlich: Was soll man darauf noch groß sagen? Ist es nicht müßig, über Homöopathie zu diskutieren, Bachblüten zu kritisieren oder darauf hinzuweisen, dass all diese angeblichen Therapien mit echter Medizin nichts zu tun haben, wenn doch am Ende kranke Menschen wieder gesund werden? Wer heilt, hat eben recht und dabei interessiert es keinen, ob die “Schulmedizin” mit der Methode ein Problem hat.

Das “Killerargument” ist aber nicht so mächtig, wie es auf den ersten Blick klingen mag. Denn in der simplen Behauptung “Wer heilt, hat recht” stecken gleich mehrere Annahmen, die durchaus angreifbar sind. Vor allem setzt sie voraus, dass tatsächlich jemand etwas getan hat, das zu einer Heilung geführt hat, und das ist nicht immer der Fall. Denn es macht einen Unterschied, ob eine Therapie kausal für die Verbesserung des Zustands einer kranken Person verantwortlich war. Oder ob ein “Heiler” einfach nur anwesend war, während eine Krankheit von selbst verschwand bzw. sich der Zustand aus Gründen, die nichts mit dem Heiler selbst zu tun haben, veränderten.

 

weiterlesen:

http://derstandard.at/2000018659912/Alternativmedizin-Wer-heilt-hat-recht

Juli 7, 2015 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Island schafft „Blasphemie“-Gesetz ab

Mit dem Beschluss des Althing zur Aufhebung des Strafgesetzes gegen die Verhöhnung religiöser Dogmen feierte die isländische Piratenpartei am gestrigen Donnerstag ihren ersten legislativen Erfolg. Die Entscheidung in dem kleinen Inselstaat könnte auch für die Bundesrepublik Deutschland einen wertvollen Impuls liefern.

Den Antrag zur Aufhebung von Artikel 125 des isländischen Strafgesetzbuchs hatten die drei Abgeordneten der isländischen Piratenpartei nach den islamistischen Anschlägen auf die „Charlie Hebdo“-Redaktion in Paris am 7. Januar 2015 das Parlament eingebracht. Artikel 125 stellte bislang die „Verhöhnung oder Beleidigung von Dogmen oder des Glaubens“ einer rechtlich anerkannten religiösen Gemeinschaft unter Strafe. Für Zuwiderhandlungen drohte das Gesetz mit einem Strafmaß zwischen Geldbuße und bis zu drei Monaten Gefängnis. Mit der Aufhebung sollte nicht nur eine überflüssige Norm aus dem Strafgesetzbuch entfernt, die neben den übrigen Straftatbeständen keinen echten eigenen Anwendungsbereich besaß. Mit der Abschaffung des „Blasphemie“-Gesetzes soll vor allem ein politisches Symbol für die Meinungs- und Kunstfreiheit gesetzt werden. Für den Antrag hatte es breite Unterstützung aus der Gesellschaft gegeben, unter anderem von der humanistischen Organisation Sidmennt, der Schriftstellervereinigung PEN, Medien-Fachverbänden, aber auch dem obersten Bischof der isländischen Kirche und des nationalen Pfarrerverbandes. Mit dem Beschluss zur Aufhebung des „Blasphemie“-Gesetzes passierte zudem erstmals ein Gesetzesentwurf der Piratenpartei in Island erfolgreich das Parlament. Die Partei erklärte anschließend in einer Mitteilung, das isländische Parlament habe der wichtigen Botschaft Ausdruck verliehen, „dass sich die Freiheit nicht blutigen Anschlägen beugt“.

 

 

weiterlesen:

http://www.diesseits.de/perspektiven/nachrichten/international/1435874400/island-schafft-blasphemie-gesetz-ab

Juli 3, 2015 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Homo-Ehe: Irischer Frühling!

Dublin – Die Volksabstimmung der Iren, Schwulen und Lesben die Ehe zu öffnen, stellt viel mehr dar als nur einen Sieg der Humanisten über die Religiös-Dogmatischen. Es ist auch eine schallende Ohrfeige der Iren für die katholische Kirche, die sich der Einführung der Homo-Ehe mit ihrem gesamten Machtapparat entgegenstellte. Man unterschätze die Iren nicht – man halte das nicht für die marginale Entscheidung eines kleinen Landes am Rande des Kontinentes. Für die Katholische Kirche hatte Irland stets eine ganz besondere Bedeutung – das geht bis auf die iroschottische Missionstätigkeit in Europa zurück, als im sechsten und siebten Jahrhundert die irischen Missionare Ninian, Columcilla und natürlich Patrick auf dem europäischen Kontinent zahlreiche katholische Klöster gründeten. Jahrhundertelang bestand geradezu ein Bindestrich zwischen den Worten „irisch“ und „katholisch“, auch im Kampf gegen die Unterdrückung und Bevormundung durch die protestantisch-anglikanischen Engländer spielte der Katholizismus in Irland lange Zeit die Rolle einer identitätsstiftenden Ideologie. Das ist seit heute eindeutig vorbei!

Die Iren haben eindrucksvoll gezeigt, dass sie nicht vergessen haben, dass die Aufdeckung der ganzen scheußlichen Missbrauchsskandale durch pädophile katholische Priester in Irland ihren Ausgangspunkt hatte. Die Katholische Kirche hatte jahrzehntelang die pädophilen Täter geschützt, statt die Missbräuche aufzuklären, hatte die Täter geschützt statt die Opfer und damit ihren Anspruch, eine moralische Instanz zu sein, verspielt. Die Iren sind es leid, sich vorschreiben zu lassen, wen sie lieben dürfen und wen nicht, sie sind es leid, wie sich der Machtapparat der katholischen Kirche direkt oder indirekt in gesellschaftliche und politische Entscheidungen einmischt. Der heutige Tag ist vielleicht ein kleiner für Irland, aber ein großer Tag für säkulare Humanistinnen und Humanisten. Noch in den 1990er Jahren gab es in Irland Gesetze gegen Homosexuelle, und 2015 stimmt die Mehrheit der Bevölkerung gegen den erbitterten Widerstand der katholischen Kirche für die Homo-Ehe! Wertewandel ist möglich! Die Iren können stolz auf sich sein. Das macht Mut und Hoffnung, eine solche Entscheidung der Bevölkerung eines Tages auch in Saudi-Arabien und Brunei, in Russland und Nigeria zu erleben. What´s another year?!

 

Frank Hichert

Mai 23, 2015 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Podiumsdiskussion am 15.April 2015 in Köln

Podiumsdiskussion 001

April 1, 2015 Posted by | Aktuell, Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Von der “Kreuzigung” intellektueller Redlichkeit

kubitza_lesung_0Von Constanze Cremer

4. Mär 2015

KÖLN. (hpd) Er hat sich schon vor Jahren der Häresie schuldig gemacht: Der Doktor der evangelischen Theologie, Heinz-Werner Kubitza, las aus seinem neuen Buch “Der Dogmenwahn”, das im Vorfeld schon hervorragende Kritiken (u.a. von Siegfried R. Krebs und Horst Herrmann) geerntet hatte.

In gewisser Weise kann man dieses Buch fast als das dritte einer Trilogie bezeichnen – wenn man sich nicht scheut, neben seinem Vorläufer “Der Jesuswahn” auch Richard Dawkins’ “Der Gotteswahn” mitzuzählen.

Als Kubitza, der mittlerweile Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung ist, 2001 den Kirchenaustritt vollzog, war das sich aus der Natur der Sache ergebende Problem, nur für diesen einen Beruf qualifiziert zu sein, bereits elegant damit gelöst, dass er auch schon Verleger war und nun sich und andere kirchenkritische Autoren erfolgreich publiziert.

Sein Vorgänger-Werk “Der Jesuswahn”, in dem er aus historisch-kritischer Sicht über Jesus von Nazareth schrieb, letzterer starb bekanntlich als Gescheiterter und Irrender, hat sich bereits über 10.000 Mal verkauft.

Im “Der Dogmenwahn, Scheinprobleme der Theologie – Holzwege einer angemaßten Wissenschaft”, der, mit einem Augenzwinkern, aufgebaut ist wie eine klassische Dogmatik, geht Kubitza nun der Frage nach, wie moderne Theologie daherkommt und ob sie tatsächlich so modern ist, wie sie vorgibt.  Dazu hat er sich die, für einen sich mittlerweile als Atheisten Verstehenden mutmaßlich zunächst eher als “harte Strafe” denn interessante Unternehmung empfundene, Arbeit gemacht, die gängigen Dogmatiken der unter Fachleuten populären evangelischen Theologen durchzuarbeiten, und er fand dies, wie er sagt, wirklich höchst amüsant:

Staatlich hochbezahlte Leute führen den Leser in eine Parallelwelt und lösen dortige Scheinprobleme mit Scheinlösungen. Es eröffnen sich dabei faszinierend-absurde Denkwege, die beschritten werden, weil, gefesselt an alte Traditionen, ein freies Denken ausgeschlossen ist. Beispiele für solche Scheinprobleme, die niemand hätte, würde man die unelegante Gottes-Hypothese nicht vertreten: “Was machte Gott vor der Schöpfung?”, “Wie ist das Verhältnis Gottes zu den Tieren?”, “Ist auch das Böse von Gott geschaffen?”.

Theologen können laut Kubitza keine wirkliche Kritik üben, weil sie viel zu sehr selbst am Spinnennetz der Dogmatik mitgewebt haben, das sie nun gefangen hält. Wo sie sich kritisch äußern, kann dies immer nur Binnenkritik sein, wirkliche Kritik kann daher immer nur von außen kommen, wird dann aber, weil sie von Laien kommt, erst gar nicht zur Kenntnis genommen.

Für Predigten bräuchten die Theologen übrigens keine Dogmatiken, da gehe es mehr um die Erbauung der Gemeinde, eigentlich seien Dogmatiken nur für Theologie-Studenten relevant und Höhepunkt eines Theologen-Lebens sei es, eine eigene Dogmatik zu verfassen.

Nachdem er einige verschwurbelt-langweilige Zitate aus Dogmatiken verlesen hatte, war man als Zuhörer dankbar, sich nicht selbst eine derartige Lektüre antun zu müssen, sondern zu hören, dass darüber der historische Jesus nur schallend gelacht hätte.

Amüsant auch, wie leichtfüßig Kubitza beschreibt, wie schlecht im Saldo der Schreibstil der Bibel ist, genauso, wie der des Koran, und wie man sich als Leser in dem Moment gewahr wird, dass er gleichzeitig vorführt, wie man es doch so viel besser machen kann. Man sollte sich also nicht vom Umfang des Buches, seinem strengen Äußeren und den so vielen eng beschriebenen Seiten abschreckend lassen: abgesehen von einer Menge Wissen über “Aliens auf Papstaudienz”, “Eiertänze” und “Theologen, von denen man wirklich denken könnte, sie hätten was geraucht”, würde einem eine kurzweilige, von Ironie und Bonmots gespickte, Lektüre entgehen…

In der anschließenden Diskussion wurde überwiegend Interesse am historischen Jesus gezeigt, im Gegensatz zu den im Vorfeld beschriebenen Theologen, die merklich die Frage nach dem historischen Jesus nicht gestellt hätten, hätten sie gewusst, was sie sich damit einhandelten:

Der historische Jesus hat laut Kubitza dogmatisch nämlich nichts zu bieten und ist zu uninteressant und fremdartig, als dass mit ihm Kirche zu machen sei. Er mache einen eher spröden Eindruck, gehörte einer anderen Religion an, die mit dem späten Christentum fast nichts zu tun hatte und war ein religiöser Extremist mit der Meinung, das Ende der Welt stehe direkt bevor; Extremismus und Überspanntheit musste er dann mit dem Kreuzestod “bezahlen”. Er habe sich als frommer Jude natürlich nicht als gottähnliches Wesen gesehen und schon allein den Gedanken als Blasphemie empfunden, sein Tod, der vermutlich unbeabsichtigt war, habe für ihn keine Heilsbedeutung gehabt.

Die meisten Theologen würden sich daher, so Kubitza, zwar artig zum geschichtlichen Jesus wie zu einer Ehefrau bekennen, ihre Leidenschaft aber gelte dem dogmatischen Christus als ihrer heimlichen Geliebten. Nur die Liebe (die angenehmste Form des Wahnsinns) könne erklären, warum gestandene Männer und Frauen, die sich selbst als Wissenschaftler verstanden wissen wollen, wenn sie von Jesus redeten, ins Schwärmen gerieten wie pubertierende Pennäler.

Auf die Frage, wie hoch er die Wahrscheinlichkeit einschätze, dass Jesus überhaupt existiert hat, führte er aus: Es gab und gibt einzelne Theologen, wie z.B. Hermann Detering, die behaupten, dass er ein reiner Mythos sei, aber man schaffe sich damit tatsächlich mehr Probleme, als man löse.

Er selbst gehe davon aus, dass Jesus wohl eine historische Person war, die immer mehr mythologisiert wurde. Denn wenn man davon ausgehe, dass er erfunden wurde, warum habe man ihn dann mit so vielen Fehlern ausgestattet, warum ließ man ihn taufen, warum kreuzigen, warum einen so gängigen Namen tragen, warum einen so provinziellen Geburtsort haben?

Cover

Die jüdische Sicht auf Jesus sei schon immer viel realistischer gewesen, wie die Forschung festgestellt habe: ein Mensch aus seiner Zeit, vermutlich verheiratet, weil er sonst angegriffen worden wäre.

Wenn es in Jesus’ Worten wirklich eine göttliche Offenbarung gegeben habe, dann sei es sein gravierendster Fehler gewesen, nichts Schriftliches hinterlassen zu haben. Alles sei aus zweiter oder dritter Hand überliefert und daher sicher voller Missverständnisse. Eventuell hat er auch deshalb nichts Schriftliches hinterlassen, weil die Welt ja bald untergehen sollte. Aber wenn Jesus doch tatsächlich sagte, dass einige Zeitgenossen das Reich Gottes noch erleben würden, hätte man ja spätestens im zweiten Jahrhundert zur Kenntnis nehmen müssen, dass er sich geirrt hatte…

Die These vom Seitensprung Marias mit dem römischem Offizier Panthera bezeichnet Kubitza als Legende: Sie tauchte erst 200 Jahre später auf und ist daher sicher kein historisches Zeugnis mehr. Aber dass Jesus öfter nur als “Sohn der Maria” bezeichnet wurde, könnte darauf hinweisen, dass er unehelich geboren war…

Zur Frage, wie denn die Theologen auf seine Bücher reagierten, war die Antwort knapp: sie würden grundsätzlich ignoriert. Er plane aber, alle bekannten evangelischen Theologen auf das neue Buch hinzuweisen. Er rechnet damit, dass es zwar gelesen wird, aber nicht rezipiert, da “man” damit kaum etwas zu gewinnen habe… Er behandele in seinem Buch nur die gängigen theologischen Ansichten, mit Extrempositionen würde er es den Gegnern zu leicht machen. Diese gängigen Positionen kämen aber nicht in Predigten vor. Wenn die berühmten “wissenschaftlich vergeistigten” Theologen mitunter einmal zu Predigten eingeladen würden, sei er teilweise schockiert, wie anders gegenüber dem “gemeinen Volk” gepredigt werde.

Er habe auch Freunde unter Pfarrern, mit denen er zusammen studiert habe, von denen einige sagen würden: “Jetzt bin ich 40 oder 50 Jahre alt, ich habe doch nichts anderes gelernt…” Oder: “Ich glaube halt Nonsens, das tut gut.” Oder man verschreibe sich allein der Religion als Wellness: Es ist so ein tolles Gefühl im Gottesdienst.

Gefährlich seien die Auswirkungen von Dogmen auf die Realität: aus der Idee von der Reinheit Mariens etwa, wahrscheinlich ohnehin nur ein Übersetzungsfehler, ergebe sich nach wie vor die Haltung der Kirchen zu Abtreibung und PID, zur Stellung der Frau allgemein, die ja eigentlich so sein sollte wie Maria…

Religion, so Kubitza, war einst ein Selektionsvorteil und wird daher nicht schnell verschwinden. Heute ist sie zum Hindernis geworden; die Welt sähe ohne viel friedlicher aus.

Auf die Frage, was ihn denn letztlich zum Bruch mit der Theologie geführt habe, erklärte er, über die Kenntnisse, welche er im “Jesuswahn” dargelegt hat, habe er zwar schon damals verfügt, sie sich aber immer wieder so “zurechtgebastelt”, dass er dann doch seinen Glauben nicht aufgeben musste. Ausgetreten aus der Kirche war er zunächst nur aus Protest, weil für eine Kirchenorgel extrem viel Geld verschwendet wurde.

Erst später sei er kritisch geworden, nachdem er sein “Damaskus-Erlebnis” hatte: das Buch “Denn sie wissen nicht was sie glauben” von Franz Buggle.

Bis dahin hatte er die negativen Stellen in der Bibel immer komplett überlesen. Denn tatsächlich, auch Theologen tun sich schwer mit der so teilweise zähen und langweiligen Bibel-Lektüre: man blättert einfach weiter, bis man etwas findet, was einem gefällt. Und wenn man etwas Grausames liest, dann blättert man einfach weiter.

Das Wesen der Bibel wie auch des Korans sei es, dass sich immer beides darin befinde: Schreckliches wie Angenehmes, daher könne man diese Schriften für alles heranziehen und niemals auf ihrer Grundlage ein funktionierendes faires Gemeinwesen gründen. Dies könne man nur auf Basis der Menschenrechte und allgemeingültigen Vereinbarungen wie dem Grundgesetz.

Auf die Schlussfrage, wie man denn am sinnvollsten schon im Vorfeld den in zwei Jahren anstehenden “Luther-Käßmann-Festspielen” begegnen könne, verwies er auf schon bestehende Flyer, die es zu ergänzen gälte, und welche vor allem “unter das Volk” zu bringen seien: aufklären, bis sich die Theologen eigentlich schämen müssten, sich auf solcherlei Huldigungsveranstaltungen blicken zu lassen. Huldigungsveranstaltungen, zu denen man mit großer Sicherheit mit den Worten aus Kubitzas “Dogmenwahn” wird sagen müssen: Hier wird “die intellektuelle Redlichkeit gekreuzigt”.

März 5, 2015 Posted by | Eigene Artikel | | 1 Kommentar

Der größte Schrecken der Terroristen: ein Mädchen mit einem Buch

Malala2

Februar 26, 2015 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Ich bin Charlie

Aus grauenhaftem Anlaß möchte ich gern auf einen Artikel von Dirk
Schümer in der “Welt” von heute (08.01.2015) hinweisen:

“2004 fand mit dem Mord an Theo van Gogh in wenigen Stunden das statt,
was nun auch Paris und recht eigentlich den ganzen Kontinent erwartet:
Nonkonformisten, Intellektuelle, Historiker, Leitartikler, Satiriker –
sie alle stehen virtuell auf der Todesliste. In einer Medienumfrage
gaben Kolumnisten und Satiriker unumwunden zu, daß sie fortan von Themen
wie Mohammed oder Koran lieber die Finger lassen. Längst gibt es in der
aufgeklärten Zivilisation weltweiter Vernetzung wieder Dinge, von denen
Literatur, Satire, Wissenschaft nicht mehr sprechen dürfen. Jedenfalls
nicht , ohne danach in Lebensgefahr zu schweben oder gar mit dem Tod zu
bezahlen.

Kein Verlag in Deutschland dürfte heute mehr einen Roman wie Salman
Rushdies “Satanische Verse” herausbringen. Und welches Pressehaus, das
mit Leben und Gesundheit der eigenen Mitarbeiter verantwortungsvoll
umgeht, kann nun einem aggressiven Organ der Religionskritik wie
“Charlie Hebdo” noch Obdach bieten? Genau diese Überlegungen stellt
heute jeder Journalist, jeder Satiriker in Europa stillschweigend an.

Wir alle müssen hinschauen, wenn – wie in Holland nach dem Mord an Theo
van Gogh geschehen – auch bei uns den Opfern bei “Charlie Hebdo” die
Schuld an ihrer eignenen Ermordung zugeschrieben wird. Motto: Was mußten
sie sich auch mit dem Islam anlegen? In diese verheerende Linie paßt die
duckmäuserische Sprachregelung der ARD, die in ihren Nachrichten noch
Stunden nach dem Pariser Anschlag verkündet, “ein islamischer
Hintergrund sei unbestätigt…” – Ob es wohl Bankräuber waren? – Augen
zu und nur nicht den Islam verschrecken! Wer jetzt noch so redet,
verhöhnt nicht allein das Andenken mutiger Künstler, die für ihre
Überzeugung starben, sondern gräbt systematisch den Boden ab, auf dem
wir alle stehen. In Berlin und Beirut, Kopenhagen und Kabul.”

Das trifft uns ganz genauso in Köln, in Bonn, in Düsseldorf und in
Oberwesel. Das trifft uns, die wir mutig mit Mina Ahadi Veranstaltungen
machten und mit Hamed Abdel Samad, wofür wir Polizeischutz beantragten.
“Charlie Hebdo”, das war für mich immer ein Leuchtturm der Mutigen,
derer, die sich nicht opportunistisch vor dem Islam verbeugen. Islam ist
keine Hautfarbe. Auch kein biologisches Merkmal. Daher kann auch
niemand, der den Islam kritisiert, ein Rassist sein. (Ganz gleich wie
viele Verblendete das behaupten.)

Das habe ja gar nichts mit dem Islam zu tun? Schauen wir doch mal nach
im Koran: “Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem
Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt…” (Sure 47,
4-6, 13) Ich will diese totalitäre Ideologie nicht. Ich will nicht, daß
diese totalitäre Ideologie an unseren Schulen unterrichtet wird. Ich
will nicht, daß diese totalitäre Ideologie nicht bekämpft wird.

Wir dürfen nicht resignieren. Ich bin schockiert, entsetzt, fassungslos,
verzweifelt. Aber ich werde mich nicht unterwerfen.

traurige, aber auch wütende Grüße,
Frank Hichert, gbs Köln

Januar 9, 2015 Posted by | Aktuell, Eigene Artikel | , | Hinterlasse einen Kommentar

Weihnachten

Weihnachten

Dezember 24, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Erzbischof sammelte 100.000 Kinderpornos

Seit Mittwoch steht der frühere Papst-Botschafter Jozef Wesolowski wegen sexuellen Missbrauchs unter Hausarrest. Jetzt werden weitere erschreckende Details bekannt – es geht um mehr als 100.000 kinderpornografische Dateien.

Der frühere vatikanische Nuntius in Santo Domingo, Jozef Wesolowski, hatte mehr als 100.000 kinderpornografische Dateien auf seinem persönlichen Computer. Nach einem Bericht der italienischen Tageszeitung „Corriere della sera“ vom Freitag seien dies sowohl Fotos wie Filme. Einiges Material lud der Kleriker aus dem Internet herunter, für anderes wurden seine jugendlichen Opfer missbraucht. Zu sehen seien – teils auf dem Laptop Wesolowskis – Jungen zwischen 13 und 17 Jahren, die nackt posierten und beim Geschlechtsverkehr untereinander oder mit Erwachsenen zu sehen seien, schreibt der Corriere unter dem Titel „Die hunderttausend Horror-Dateien“.

 

weiterlesen:

http://www.tagesspiegel.de/politik/jozef-wesolowski-erzbischof-sammelte-100-000-kinderpornos/10759598.html

 

Dezember 22, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Demo in Köln: Heimkinderfond Behindertenheime

 

Dezember 21, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Zum Tode Ralph Giordanos

Zum Tode Ralph Giordanos

Wir haben einen großen Humanisten verloren. Ralph Giordano hat in einem seiner Bücher geschrieben, er kenne keinen kostbareren Standort als das “Podest persönlicher Glaubwürdigkeit”. Er stand dort, unbeirrbar und unbestechlich von Zeitgeist und falscher “Political correctness”, immer auf Seiten der Menschenrechte. Er hat immer dort Unruhe gestiftet, wo das nötig war, ob gegen das Vergessen des Völkermordes an den Armeniern, ob an der Seite der Frauenrechtlerinnen Mina Ahadi oder Seyran Ates. Seine Rede auf der 1. Kritischen Islamkonferenz in Köln 2008 bleibt ein Manifest einer humanen Grundorientierung gegen totalitäre Ideologien, seien sie religiös fundiert oder nicht. Sein Kampf gegen den Bau der Großmoschee in Köln-Ehrenfeld erinnert an Stefan Zweigs “Castellio gegen Calvin”, – ein Gewissen gegen die Gewalt”, wo die Stimme des Humanisten gegen die religiöse Bevormundung des Selbstbestimmmungsrechtes des Individuums antritt. Ob in seinen Reportagen aus Nord-Irland oder Israel, Ostpreußen oder Indien – immer stand der Mensch mit seinen Rechten und Gefühlen im Zentrum all seiner Überlegungen. Bis auf den “Wombat” habe ich sämtliche seiner fast zwanzig Bücher gelesen – alle sind unverändert lesenswert, nicht nur die “Bertinis”. Mein Favorit bleibt “Sizilien!Sizilien!”, wo Ralph Giordano auf den Spuren seines sizilianischen Auswanderer-Großvaters dessen Reise in umgekehrter Richtung unternimmt, von Hamburg über Palermo bis in die sizilianische Kleinstadt Riesi. Unter dem einen Arm Goethes “Italienische Reise”, unter dem anderen Arm “Der Leopard” von Tommaso di Lampedusa, das ist und bleibt nicht nur eine Liebeserklärung an den migrierenden Großvater, sondern auch sprachlich unverändert ein Hochgenuß. Ein erfülltes, tatkräftiges, unerschrockenes Leben ist zu Ende gegangen und Ralph Giordano bleibt eine Ermutigung für alle Humanisten. Ja, so kann man leben: human, tatkräftig, begeistert und auch andere zu humanistischen Taten begeisternd. Und auch im hohen Alter – immerhin war er bei seiner sprachgewaltigen Rede auf der 1. Kritischen Islamkonferenz bereits 85! – geistreich gegen die verbohrten, inhumanen Ideologien. Ruhestand? Das ist was für Langweiler! Köln sollte sein Rheinufer in “Giordano Kai” umbenennen. Er hätte es so verdient. Danke, Ralph Giordano.

Frank Hichert

Dezember 14, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Literaturpreis gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz!

Julit

Köln. JULIT:))) 2015 – der säkular humanistische junge Literaturpreis für Lesben und Schwule – wird zum sechsten Mal ausgeschrieben!

Gibt es noch Diskriminierung am Arbeitsplatz? Besonders hart trifft es Angestellte in katholischen Betrieben (Krankenhäusern, Kindergärten, Altenheimen etc.), die lesbische Chef-Ärztin, den schwulen Ergotherapeuten, die ihre Arbeitsstelle bereits verlieren können, wenn sie sich offen dazu bekennen, in einer homosexuellen Beziehung zu leben. Gehört eine solche Diskriminierung durch den Arbeitgeber noch ins 21.Jahrhundert? Ist es human, einen solchen Grundrechtsverstoß auch noch Jahr für Jahr mit Steuergeldern zu finanzieren? Sind deutsche Politiker/innen schon auf den Gedanken gekommen, etwas gegen dieses offenkundige Unrecht zu unternehmen? Wer das ändern will, und wem dazu eine geistreiche Geschichte einfällt, der ist aufgerufen, sich am Preisausschreiben für den JULIT 2015 zu beteiligen. Geboten wird: Ein Goldener JULIT für die beste Autorin und einen Goldener JULIT für den besten Autor, dotiert mit je 250 Euro! Einsendeschluss ist der 31.12.2014.

Am 14. März 2015 wird dann in Köln zum sechsten Mal der deutschlandweit erste Preis für junge lesbische und schwule Literatur verliehen. Der Wettbewerb zum Preis bittet junge Autorinnen und Autoren bis 25 Jahre, Geschichten über die Freundschaft von Lesben und Schwulen zu schreiben, die – darauf wird von der Jury Wert gelegt – den säkularen Humanismus als positiven Wert darstellen.

Das Motto für den JULIT 2015 lautet:

„Arbeitsrecht und Christenpflicht – leb ich offen oder nicht?!“

Zu diesem Thema werden ab sofort frische, mutige, humorvolle, konfessionsfreie Geschichten gesucht. Autor, Star-Comic-Zeichner und GBS-Beirat Ralf König sitzt natürlich auch wieder in der Jury. Wer also die Twitter-Zwitschereien von B-Promis und Möchtegern-Stars leid ist, wer von „Esprit“ mehr erwartet als ein Fashion-Label, der fühle sich aufgerufen, Konfessionsfreiheit mal als positiven Wert in eine Geschichte zu packen. Stifter Frank Hichert: „Es gibt rund 19.000 religiöse Stiftungen in Deutschland, dies ist jetzt mal ein Preis für die Konfessionsfreien. Schließlich stellen sie mit ca. 37 % mittlerweile die größte Bevölkerungsgruppe in Deutschland, es wird Zeit, dies auch literarisch stärker auszudrücken und sich gegen religiöse Bevormundung zur Wehr zu setzen.“ Die bisherigen preisgekrönten Geschichten und die aktuellen Teilnahmebedingungen zum JULIT:))) finden sich unter: http://www.julit-preis.de.

Oktober 24, 2014 Posted by | Aktuell, Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Watch This Incredible Young Woman Render Jon Stewart Speechless

 

 

Oktober 11, 2014 Posted by | Eigene Artikel | 1 Kommentar

GBS-Aktion zur Sterbehilfe

Sterbehilfe1

Oktober 6, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Das Deutsche Ärzteblatt entdeckt die Religionskritik

Im Deutschen Ärzteblatt, Ausgabe für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten erscheint seit längerem eine Serie über die künstlerische Umsetzung des Themas „Die Sieben Todsünden“. In der aktuellen Septemberausgabe sind „Hochmut und Stolz“ an der Reihe. Der Autor Prof. Dr.med. Hartmut Kraft schreibt dazu folgendes: „Aber Stolz ist nicht gleich Stolz. Unterscheiden lässt sich zwischen einem authentischen, auf eigenen Leistungen basierten Stolz und einem anmaßenden, gewissermaßen „hohlen Stolz“, der eher auf eine narzisstische Problematik verweist. Diese Menschen vermitteln uns, der/die Größte zu sein, dulden keine von ihrer Wahrheit abweichenden Meinungen und vermitteln, dass es nichts Besseres geben könne, als mit ihnen zu tun zu haben. In auffälliger Weise trifft genau dies auch auf viele Religionsgemeinschaften und ihre Vertreter zu.“

Dem ist aus aufgeklärter Perspektive nichts hinzuzufügen.

Frank Hichert, 22.09.2014

September 22, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | 1 Kommentar

Der deutsche Katholizismus

Böll

Juli 16, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | 3 Kommentare

Aufklärung in der “Bergischen Schweiz”

KÖLN. (hpd) Am letzten Aprilwochenende dieses Jahres veranstaltete die Regionalgruppe Köln der Giordano-Bruno-Stiftung ihr inzwischen fünftes Wochenendseminar.

 

Bekanntlich ist in Köln etwas, was zum zweiten Mal stattfindet, bereits Tradition und beim dritten Mal ist es schon Brauchtum. So gesehen handelte es sich bei diesem fünften Wochenendseminar also um ein Ereignis von historischer Bedeutung. Historisch waren für die durchweg skeptischen Teilnehmer aber vermutlich eher die Inhalte der Referate, die in summa einen großen Bogen spannten: von etwa dem Beginn unserer Zeitrechnung bis zur Jetztzeit.

Fotos: Marc Ahrens und Frank Meyer
Fotos: Marc Ahrens und Frank Meyer

Dennoch konnte man auch der Veranstaltung als solcher das Attribut eines außergewöhnlichen, “historischen” Ereignisses, gemessen an den vorangegangenen Seminaren, zusprechen. Denn immerhin hatte sich die Zahl der Teilnehmer von bis dato rund zwanzig pro Veranstaltung auf über sechzig glatt verdreifacht.

Zwar trug die langsam, aber dennoch kontinuierlich, steigende Zahl der Interessenten an der Arbeit der gbs-Regionalgruppen, sowie die zunehmend bessere Vernetzung Letzterer, sicherlich mit dazu bei, denn auch aus Düsseldorf und Bochum kommend zog es “Ungläubige” ins Bergische Land. Aber als “Hauptursache” ist wohl die Prominenz der Referenten zu benennen. Dass wir solch ausgesuchten Referaten lauschen durften war allerdings ebenfalls wieder einem “historischen” Ereignis geschuldet: So gab es just an diesem Wochenende auch einen siebzigsten Geburtstag zu feiern (der überaus spendable Jubilar möge mir das “historisch” in diesem Zusammenhang nachsehen?!), zu dessen Ehren allein mancher Referent den Weg zum ebenfalls historisch anmutenden, musealen (“retro-angesagten”) Tagungsort “Bergische Schweiz” gesucht und gefunden hatte.

Die Begeisterung war allseits riesig. Herrliches Frühlingswetter, Blick in die Weite des Bergischen Lands und von Herbert Steffen (GBS) mitgebrachter und extra für den Anlass abgefüllter Sekt mit dem Konterfei des Jubilars, von dem jeder mindestens eine Flasche mit nach Hause nehmen konnte, machten die zwei gemeinsam verbrachten Tage zusätzlich zu einem Highlight.

 

Spannende Vorträge

Rolf Bergmeier eröffnete den Reigen der Vorträge: “Christlich-abendländische Kultur? Eine Legende!” lautete bei ihm der Titel. Dabei legte er den Schwerpunkt auf sein neuestes Buch gleichen Namens, dem letzten Teil einer Trilogie; er ließ jedoch auch die Inhalte der beiden vorangehenden Bücher zu Kaiser Konstantin und “Schatten über Europa” mit einfließen, um einen Gesamtüberblick zu bieten.

Beispielbild

Zu Beginn wurde anhand von Zitaten deutscher Politiker demonstriert, wie erschreckend wenig Wissen über die wahren Grundlagen unserer Kultur und Werte, für deren Bildung der Beitrag des Christentums lediglich gering war und ist, bei diesen vorherrscht: auch die deutschen Politiker haben das deutsche Schulsystem durchlaufen, welches weitgehend unreflektiert vermittelt, dass Demokratie, Menschenrechte etc. dem Christentum zu verdanken seien.

Warum sollten gerade Politiker sich für die Wahrheit interessieren, zumal man heutzutage ja sogar in der SPD nur noch Karriere macht, wenn man sich religionsverbunden zeigt? (Andrea Nahles: “Mein Idol ist Jesus, in der SPD habe ich mich in der Gefolgschaft von Jesus Christus wiedergefunden.”) Bergmeiers Beschreibung, wie ausbeuterisch und grausam die mittelalterliche Klosterkultur bei Lichte besehen war, verblüffte: Sogar die Regel der Benediktiner “Ora et labora” betraf in Bezug auf Letzteres in der Praxis nicht die Mönche, die viel zu sehr mit einem eng gesetzten Tagesablauf, der sich fast lediglich aufs Beten für ihr persönliches Heil beschränkte, ausgefüllt war. Die damaligen Zustände kann man nicht treffender als mit der Bezeichnung Sklaverei für alle diejenigen, die für den Reichtum und den Betrieb der Klöster zu sorgen hatten, benennen.

Zu Recht wird die griechisch-römische Kultur dafür kritisiert, auf Ausbeuterei und Sklaverei basiert zu haben. Die Sklaven dieser Epoche wurden jedoch nicht noch zusätzlich mit der Drohung gequält, ewig in der Hölle brennen zu müssen, wenn sie sich dem System widersetzten; und Griechen und Römer schufen per Ausbeutung eine faszinierende Hochkultur, das Christentum blieb dahinter weit zurück und zerstörte vorgefundene Errungenschaften.

Im folgenden Vortrag von Stephan Wallaschkowski, Mitglied der gbs Köln, mit dem Titel “Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalis­mus” arbeitete dieser anhand des legendären gleichnamigen Buches von Max Weber heraus, dass die Vorstellung, Geldvermehrung sei höchstrangiger Lebenszweck und -inhalt, wie man es eher als typisch amerikanische Sichtweise kennt, als dass man es in Mitteleuropa vertreten würde, wohl auf die protestantische Ethik, insbesondere den Calvinismus, zurückzuführen ist.

Nach der calvinistischen Ideologie setzt Gott bei jedem Menschen schon vor dessen Geburt fest, ob er in den Himmel oder die Hölle kommen wird. Demnach kann ein Mensch, egal wie viele gute oder schlechte Werke er vollbringt, nichts mehr an seinem Schicksal im Jenseits ändern. Man sollte meinen, dass diese Lehre abwartende Lethargie zur Folge hätte, aber weit gefehlt: Weil jeder Gläubige sich selbst und allen anderen beweisen will, dass er zu den Auserwählten gehört, wird er sehr aktiv.

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Calvinisten sehen jedoch leider allein im wirtschaftlichen Erfolg das Zeichen Gottes für ein Jenseits im Himmel. Wer also Pech an der Börse hat, hat nicht nur weltlich unter dem Verlust zu leiden, sondern leidet zusätzlich noch viel größere Qualen, da er fürchtet, für die Hölle bestimmt zu sein. Darüber hinaus darf Reichtum aber gemäß der calvinistischen Lehre nicht dazu verwandt werden um sich ein angenehmes Leben zu verschaffen, denn nur der asketische Lebenswandel ist gottgefällig: Gewinn muss gleich wieder reinvestiert werden für noch größeren Gewinn.

Anschließend referierte Reinhold Schlotz, Mitglied der “gbs Rhein-Neckar” über “Kirchen im Dritten Reich”, wobei er den Schwerpunkt bei der Katholischen Kirche setzte, am Ende aber feststellte, dass die Vertreter der Protestantischen Kirchen die besseren Nazis gewesen waren. Für die meisten von ihnen war “Hitlers Befehl Gottes Befehl”.

Die Mittäterschaft des Papsttums bei der Machtergreifung Hitlers wird nach wie vor in den Mainstream-Medien und Schulbüchern totgeschwiegen. Die Kirchen haben es, obwohl die Fakten so erdrückend sind und die Belege jeder Zeit öffentlich zugänglich sind, in bewundernswerter Weise geschafft, nach wie vor fast nur als Opfer oder im Widerstand wahrgenommen zu werden.

Die wenigen wirklichen Widerständler, die aus den Reihen der Kirchen gekommen und von diesen gnadenlos im Stich gelassen worden waren, werden dabei stets als repräsentativ hingestellt und wahrgenommen. Wobei nicht einmal jeder derer wirklich in Gänze die nationalsozialistische Ideologie ablehnte, wie Kardinal Graf von Galen, der lediglich die Euthanasie anprangerte, die sonstigen Inhalte aber offensiv begrüßte.

Allein die Tatsache aber, dass von Galen so großen und einschneidenden Erfolg hatte mit seinem Protest, zeigt, dass allgemeiner Widerstand der Kirchen möglich und sicher sehr erfolgreich gewesen wäre.

Die Gemeinsamkeiten zwischen der Nationalsozialismus und Katholizismus waren jedoch dafür zu groß…

Die Kirchen nannten ihren Judenhass Antijudaismus und sind der Meinung, dass dies etwas Besseres sei als der schnöde weltliche Antisemitismus. Wie Hitler es selbst benannte, führte er aber in der Tat fort, was die Kirchen in ihrer Geschichte bereits vorgelebt hatten: Bücherverbrennung, Judenabschlachtung, Gettos, Synagogenverbrennung, der Zwang, dass Juden sich mit einem gelben Zeichen auf der Kleidung kenntlich machen mussten, vom Antisemitismus des Martin Luther ganz zu schweigen…

 

10 Jahre GBS

Beste Stimmung gab es dann am Sonntag, als Michael Schmidt-Salomon seinen, von vielen Lachern und lustigen Kommentaren begleiteten, Vortrag hielt.

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Er zeigte darin ein mitreißendes Porträt der gbs, indem er einen ausführlichen Überblick über alle wichtigen Stationen ihrer mittlerweile schon zehnjährigen Geschichte gab.

Von der eher zufälligen Begegnung zwischen ihm und Herbert Steffen und den ersten Gehversuchen, bis zur heute schon, gemessen an Größe und finanziellen Mitteln, gewaltigen, Strahlweite und einer schon fast unübersichtlich gewordenen Anzahl von Regionalgruppen (“So um die 50 – je nach dem, wie man zählt…”).

Die Erfolge können sich sehen lassen. Bunt, fröhlich, frech und geistreich, so kann man die Kampagnen und Aktionen der gbs charakterisieren. Nicht selten gab es dazu Anekdötchen, dass mitunter die Wichtigkeit der gbs von der Presse völlig falsch verstanden und überschätzt wurde.

Insofern rundete dieser Vortrag mit Videoeinspielungen die Komponente des “Historischen” durch eben einen solchen Rückblick ab, wobei hier die Dimension der zehn Jahre gbs, gemessen an z.B. der des betrachteten Zeitraums im Eingangsreferat, nur vergleichsweise bescheiden genannt werden kann – was die Inhalte hingegen betrifft, umso gewichtiger und bedeutender: geht es letztlich doch um das Bestreben, die Verbreitung der vielen Legenden zu beenden.

Constanze Cremer
Burkhard Wepner

April 29, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Fünf Jahre gbs Köln

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Einen ereignisreichen Start in den Dezember ereilte die Re­gio­­nal­gruppe Köln im gerade vergangenen Jahr 2013, wobei ihr das plane­rische und organisatorische Zutun diesmal zum größten Teil von anderen abge­nom­men wurde. Und auch ein Jubiläum galt es zu feiern: seit fünf Jahren gibt es nun die Regionalgruppe Köln der Giordano-Bruno-Stiftung.

Monatstreffen gbsköln  12/2013            Foto: © Frank Meyer

Doch zunächst kurz zu den dieser Feierlichkeit vorausgegangenen Veranstaltungen:

„Ein Unglück kommt selten allein!“, heißt es, wobei ‚selten‘ nicht näher definiert, und höchster Wahrschein­lich­keit nach ohnehin Aus­druck selektiver Wahrneh­mung ist. Aber: gilt diese Aussage auch für Glück, das ebenfalls selten allein komme? Oder kommt Letzteres – wenn überhaupt – dann doch eher ganz und gar allein, zumindest meistens – oder so ähnlich? „Man weiß es nicht!“ würde vermutlich Dieter Nuhr sagen.

Wie dem auch sei:  Köln (und Umgebung) ereilte das diesmal singuläre Unglück, dass gleich dreifaches Glück auf den Ort und die hiesige Regionalgruppe zukam, wobei – nun ja – das  ‚Glück‘ als wertende Bezeichnung in diesen Fällen vermutlich individuell  verschieden gesehen werden mag. Und das Unglück bestand einzig und allein in der Qual der Wahl. Der Zufall also wollte es, dass am – jeden Zahlenfetischisten begeisternden – 11.12.13 gleich drei Veranstaltungen mit gbs-Beteiligung an einem Tag und an (quasi) einem Ort, zwei in Köln und eine in Düsseldorf (ja nun, quasi… Köln-Nord) etwa zeitgleich stattfanden.

Ingrid Matthäus-Maier war vom DGB eingeladen worden, um zusammen mit Volker Beck, Lale Akgün und Wolfgang Uellenberg-van Dawen über das kirchliche Arbeitsrecht zu diskutieren.

Carsten Frerk wiederum war vom Kölner Stadt-Anzeiger ins studio dumont gebeten worden, um mit Manfred Kock (ehem. Ratsvorsitzender der EKD), Sven Lehmann (Landesvors. NRW Bündnis90/Die Grünen) und Andreas Püttmann (katholischer Publizist) über das Vermögen der Kirchen zu streiten.

Letztere Veranstaltung wurde live im Deutschlandfunk übertragen, und so konnte wer wollte diese auf dem Weg nach Düsseldorf verfolgen, wo auf Einladung des Düsseldorfer Aufklärungsdienstes (Regionalgruppe Düsseldorf) eine Stunde später Rolf Bergmeier über sein Buch „Schatten über Europa“ referierte.

Diese Termindichte war, wie gesagt, Zufall und keineswegs hausgemacht, jedoch zeigt sich hier in Ansätzen (ohne dies überbewerten zu wollen), dass die „Stimme der gbs“ bisweilen verstärkt, und insgesamt vermehrt „von außen“ wahrgenommen wird, auch wenn es in den Fällen der Podiums­dis­kussionen um eher begrenzte wirtschaftliche und rechtliche Fragen ging, die nicht zuletzt aktuellen Ereignissen geschuldet waren aber doch so wichtig sind (Tebartz-van Elst sollte Ehrenfördermitglied der gbs werden!).

Eröffnet wurde das monatliche Treiben mit dem inzwischen ‚beinahe schon zur Tradition‘ gewordenen Humanistischen Forum Köln (HFK), einer offenen Gesprächsrunde der gbs Köln zusammen mit dem IBKA- Ketzerstammtisch, der GWUP Köln und dem HVD Köln (auch der Hochschulgruppe Köln der gbs), jeweils an jedem ersten Freitag des Monats im „Atrium“ in der Nähe des Hauptbahnhofs. Friedhelm Mandt (gbs Köln) hielt dort einen kleinen Vortrag über die „Kritik an Paul Feyerabends Philosophie der Beliebigkeit“. Dieses Impulsreferat lockte die Gesprächsrunde kompetent aus der Reserve und ließ die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in angeregten Diskussionen den Abend beschließen.

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               Fotos der  Jubiläumsfeier

 

Das Gründungstreffen der gbs-Regionalgruppe Köln, damals noch Köln-Bonn-Düsseldorf, fand am 17.10.2008 in einem Kölner Restaurant statt. Sie war die vergrößerte Fortsetzung der ur­sprüng­lichen in Bonn Anfang 2007 gegründeten Regionalgruppe. Erste Aktivistin und letztlich damit Gründerin der Regionalgruppe ist Constanze Cremer. Der zu vermutenden memetisch bedingt grö­ßeren Feierlaune im Dezember geschuldet fand diesjährig mit zweimonatiger Verspätung im An­schluss an ein Monatstreffen in der dortigen, schon fast zum „gbs-Köln-Stammsitz“ mutier­ten ‚Hochschule für Musik‘ eine kleine Feier statt, mit der das kleine Jubiläum Fünf Jahre gbs Köln begangen wurde. Trotz vielerlei Verhinderungen aktiver Mitglieder hatten sich mehr als 30 Personen zusammengefunden – und auch ein paar Düsseldorfer stießen hinzu: schließlich waren sie ja ursprünglich mit dabei, bevor das Schicksal uns ein Schisma bescherte, und Köln und Düsseldorf seit dem getrennte Wege gehen. Bonn ist der Einfachheit halber (nur bezüglich der pragmatischen Namensgebung!) in Köln aufgegangen, die Düsseldorfer feierten gerade ihr dreijähriges Jubiläum. Und im Gegensatz zu manch anderem historischen Vorbild bleibt es zwischen beiden Gruppen bei enger Freundschaft und guter Zusammenarbeit. Allein die Frage, wer nun Avignon, wer Rom ist, muss noch geklärt werden.

Fünf Jahre sind Anlass genug, um eine kleine Rückschau zu wagen und eine Art Zwischen­bilanz zu versuchen. Sicherlich wäre ein außenstehender Beobachter geeigneter, Letzteres zu tun, allein diesem würde sich das gleiche Problem wie dem Insider stellen: woran messen? Und in Ermangelung dieser neutralen Instanz läuft es darauf hinaus, letztere erst gar nicht vortäuschen zu wollen, sondern mit hedonistischer Freude das bisher Erreichte zu bestaunen, nicht ohne aber den Skeptiker zuzulassen, der die nötigen Anstöße für die Zukunft zu geben vermag.

Angefangen mit ein paar Aufrechten hat sich die Reihe derer, die zumindest einmal bei einem organisatorischen Monatstreffen vorbeigeschaut haben, auf ungefähr 130 erhöht. Etwa ein Viertel von diesen ist nicht wiedergekommen, einige haben sich, wie oben beschrieben, ganz nach Düsseldorf ‚abgesetzt‘, oder sind weggezogen, andere wiederum sind einige Male oder gar über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig erschienen, waren vielleicht auch eine Zeit lang richtig aktiv dabei, haben sich aber aus unterschiedlichen (meist persönlichen) Gründen wieder weitgehend oder ganz zurückgezogen. Die Zahl der Aktiven liegt z. Z. um die 40. Allerdings bleiben die allermeisten auf unserer Email-Liste, wollen also zumindest über Veranstaltungen informiert werden oder gar teilhaben an dem, was darüber hinaus noch an Informationen ausgetauscht wird.

So manche die gekommen waren, hatten sich (vermutlich, oder sinngemäß höchst selbst geäußert) an organisatorischer Arbeit mit Tagesordnung gestört, andere vielleicht an der grundsätzlichen Ausrichtung?!

Dem Rechnung tragend ist zusammen mit dem Ketzerstammtisch der IBKAnesen das Humanistische Forum Köln (+ GWUP und HVD, s.o.) eingeführt worden, einem offenen säkular-humanistischen Gesprächskreis, und tatsächlich verteilen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die beiden „Formate“, bei einer allerdings großen Schnittmenge. Zwei regelmäßige Termine im Monat, dazu weitere Veranstaltungstermine, sind insgesamt allerdings auch schon recht viel.

Traumatisierte Pfarrerstochter

Auch tauchte auf solch einem Monatstreffen einmal eine nach eigenen Angaben ob ihres Elternhauses traumatisierte Pfarrerstochter auf, suchte bei uns eher den (therapeutischen) Gesprächskreis, den wir ihr nicht bieten konnten, und kam auch nie wieder; ihren Namen wollte sie uns nicht verraten. Parteigründungsambitionierte, Querulanten – auch das haben wir „überlebt“, sehr gut sogar.

Nachdem zu Beginn der „Historie“ die Vortragsveranstaltungen aus den eigenen Reihen bestritten wurden, konnten immer wieder Gastreferenten gewonnen werden, desweiteren wurden Podiumsdiskussionen und Informationsveranstaltungen mit Stand in Fußgängerzonen durchgeführt, auch z.B. eine Anfrage beim und Gespräche im Ministerium bzgl. des Islamunterrichts an Schulen in NRW und vieles mehr runden die Formen der verschiedenen Aktivitäten ab.

Eine weitere Aktion ist das jährlich stattfindende Wochenendseminar in einem kleinen Hotel („Bergische Schweiz“) im Bergischen Land in der Nähe von Köln mit Referaten, Diskussionen, Gastreferenten und gemütlichem Beisammensein am offenen Kamin.

Über die Website hinaus verfügen wir auch über einen eigenen Blog, der immer aktuell die wichtigsten Informationen, Artikel, Videos und vieles mehr präsentiert.

Nun sind wir erst einmal froh über das bisher Erreichte. Jeden Monat kommen zwei bis fünf neue Interessierte zu unseren Treffen. Die „Stimmung“ ist im Allgemeinen gut bis sehr gut.

Zu den in „unseren Kreisen“ bekanntesten Gastreferenten gehörten Persönlichkeiten wie Franz Wuketits, Sabine Paul, Mina Ahadi, Heinz-Werner Kubitza, David Berger, Hamed Abdel-Samad, Michael Schmidt-Salomon (mit und ohne Lea), auch Ingrid Matthäus-Maier (gehört ja schließlich zu „uns“), sogar Norbert Blüm als Diskussionspartner von Peter Henkel, der uns außerdem zweimal beehrte, und andere mehr.

Weitere Veranstaltungen sind in Planung, nicht zuletzt die internationale Jubiläums­ver­anstal­tung des Zentralrats der Ex-Muslime.

Rückschau und Ausblick

Wie aber war der Besuch der einzelnen Veranstaltungen, was und wen haben wir erreicht?

Nun, die Besucherzahl schwankte zwischen enttäuschend und ansehnlich. Zwar spielt die Popularität von Personen auch hier die größere Rolle vor Inhalten, wohl auch Wetter und Wochentag, aber das allein, das konnten wir ausmachen, war nicht so entscheidend wie die nötige örtliche Werbung. Plakataktionen sind sehr teuer, dank eines großzügigen Sponsors konnten wir einmal davon profitieren und hätten den Saal für Hamed Abdel-Samad zweimal füllen können. Den besten Besuch konnten Michael und Lea (mit dem „Butterkeks“) für sich verbuchen, eine Veranstaltung im Kammermusiksaal der Hochschule für Musik Köln, welche mit einem kleinen Konzert eröffnet wurde.

Bei allen Veranstaltungen war zu konstatieren: trotz Pressemitteilungen an alle relevanten Organe in Köln und Umgebung, trotz teilweise auch persönlicher Ansprache: von der hiesigen Presse schaute niemand vorbei, geschweige denn, dass ein Vorbericht zur Veranstaltung publiziert worden wäre.

Dies dürfte die größte Hürde sein, die es zu nehmen gilt. In einer Millionenstadt wie Köln sind  mit großer Sicherheit viel mehr Menschen an unserer Arbeit und unseren Veranstaltungen interessiert – es ist nur ungemein schwer, diese informatorisch zu erreichen. Nun haben sich kleine neue Pfade aufgetan, wir wollen sehen, ob sich da etwas zuwege bringen lässt, um das „Schweigen der Presselämmer“ bezüglich der gbs zu brechen. Wir sind einfach mal optimistisch.

Aus einem anderen, skeptischen Blickwinkel betrachtet bleibt zu konstatieren: umwerfend viel haben wir freilich nicht erreicht. Aber sogleich ergibt sich wiederum die Frage des Maßstabes, welche sich allerdings kaum beantworten lässt. Also sehen wir es doch lieber positiv: das Glas ist halbvoll, Punkt! Dass noch viel ins Gefäß hineinpasst, soll Ansporn für weitere Taten sein. Es ist halt das berühmte Bohren dicker Bretter. Und so machen kleine Erfolge immer wieder Mut, diesen Weg weiter zu gehen.

Als besondere Erschwernis kommt speziell für unsere Regionalgruppe hinzu, dass sie innerhalb einer Umgebung tätig ist, welche nach außen hin zwar gerne das Bild einer weltoffenen und liberalen Stadt von sich zeichnen lässt, in deren inneren Gefüge aber doch die Strukturen katholischer Strippenzieher wirkmächtig sind – manchmal offen erkennbar, manchmal nur durch die zu beobachtende Schere im Kopf zu verstehen. Insofern befinden wir uns ja hier quasi im Zentrum des deutschen Katholizismus.

Die Giordano-Bruno-Stiftung als Ganzes hat sicherlich schon eine ganze Menge erreicht; gerade in den Diskussionen der letzten Wochen und Monate wird dies deutlich, auch wenn medial fast nie darauf verwiesen wird. Die Regionalgruppen als Bestandteil des Ganzen leisten mit ihrer Arbeit vor Ort die notwendige Zuarbeit in der Breite, bis eines Tages durch die Präsenz der gbs in den Köpfen vieler auch die Presse in Köln nicht mehr über uns hinweg schauen kann, vor allem nicht an den Inhalten.

Wenn man aber bedenkt, dass alle Arbeit, die von der (einer) Regionalgruppe getan wird, ausschließlich ehrenamtlich im mehr oder weniger beruflichen und familiären Nebenbei geschieht, keine Sekretärin zur Verfügung steht und schon gar nicht auf einen professionell organisatorischen und propagandistischen Apparat zurückgegriffen werden kann, wie es gewisse andere Institutionen zu tun vermögen, letztere mit vergleichsweise immensen finanziellen Mitteln auf ihrer Seite und mit über große Zeiträume hinweg sich verfestigt habenden gesellschaftspolitischen Strukturen, mit tief verwurzelten Memplexen usw., angesichts dieses Gegenübers können wir mit Sicht auf diese Relation doch wiederum einigermaßen selbstbewusst unser aller Engagement eben als (relativ) erfolgreich ansehen. Viele Ideen haben einmal klein angefangen, bald 10 Jahre gbs und jetzt 5 Jahre gbs Köln sind gemessen an den historischen Zeiträumen eher kurz…

Über die Pflege des „Markenzeichens“ hinaus

Aber das hier dargestellte Gegenüber als das der Kirchen und Religionen läuft Gefahr, als alleiniger Inhalt zu kurz gegriffen zu sein. Es sollte uns nicht vergessen lassen, dass (evolutionärer) Humanismus mehr ist als das Infragestellen von Religionen und ihren Institutionen und der zugehörigen Schamanenkaste samt deren politischer Einflussnahme, auch wenn die Religionskritik das medial wahrgenommene „Markenzeichen“ der gbs ist. Diese Aspekte sind fraglos wichtig und auch aktuell nötig, wie es z.B. auch der neue Koalitionsvertrag der sogenannten GroKo zeigt. Und daher gilt es selbstverständlich auch, in diesem Punkte nicht nachzulassen, denn es gibt keinen Grund, uns in Anbetracht der aktuellen Lage zurück­zu­leh­nen. Und wenn wir über den mitteleuropäischen Tellerrand schauen schon gar nicht.

Diesbezüglich wachrüttelnd war die Reaktion von Mina Ahadi auf einem unserer letzten Monatstreffen, als wir über gewisse intellektuelle Defizite und vor allem einen recht anmaßenden Satz Norbert Blüms („Nichtglauben ist Versagen“) diskutierten: „Diese Probleme hätten wir gerne…“

Ohne hier eine Grundsatzdebatte führen zu wollen, möchte ich jedoch noch einmal aufgreifen, was – auch innerhalb unsere Gruppe – öfters angeregt worden ist, dass inhaltliche Arbeit und die dementsprechende Ausrichtung sich weiter öffnen sollte in Richtung umfassender Bildung, die möglichst breit und vielschichtig angelegt ist. Nicht umsonst ist ein Motto der gbs: „Wer sich um Wissenschaft, Kunst und Philosophie bemüht, braucht keine Religion.“ Da kann man nur sagen: „Lasset uns dies also (weiterhin) tun!“

Religionskritik ist nur ein „Abfallprodukt“ umfassender Bildung, und davon ist die Kritik an deren Institutionen und Vertretern in komischen Gewändern wiederum ein weiter untergeordnetes „Abfallprodukt“. Letzteres geht leicht von der Hand (siehe Kritik an TvE). Aber gerade dieses machen andere auch schon. Insofern sollten wir auch bei der Wahl unserer Veranstaltungen, respektive deren Referenten und Referentinnen, ein breiteres Spektrum anpeilen: in der oben beschriebenen Richtung. Da aber die Interessenlage und „Kontakttiefe“ mit den verschie­densten Gebieten recht unterschiedlich ist, erscheint dies u.U. recht kompliziert zu werden. Es läuft auf einen schwer zu bewältigenden Spagat zwischen Unverständlichkeit auf der einen und (oder) Oberflächlichkeit auf der anderen Seite hinaus, wobei das Volks­hoch­schul­niveau ver­dächtig nahe rückt, wenn man nicht aufpasst. Trotzdem sollte man m.E. diesen Spagat wagen und allen Beteiligten Offenheit und auch Geduld nahelegen.

Das heißt also zweigeleisig denken:

è    erste Schiene:  öffentlichkeitswirksamere Veranstaltungen, zum einen mit dem Markenkern Religionskritik als Grundlage, zum anderen ggf. auch wissenschaftliche, künstlerische, philosophische Themen, die allenfalls mittelbar etwas mit Religion resp. Religionskritik zu tun haben müssen, durchgeführt mittels Vortragsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Lesungen, öffentliche Informationsstände, warum nicht auch Konzerte, Ausstellungen etc.

è    zweite Schiene:  interne Veranstaltungen, die der Bereicherung der Gruppe dienen und i.d.R. aus dieser selbst heraus gestaltet werden, inhaltlich wie die oben dargestellte Alternative, ohne aber zwingend eine breite Resonanz anstreben zu wollen.

Um dies reibungsloser umsetzen zu können, planen wir innerhalb der gbs Köln eine strukturelle Veränderung, die dem dreiköpfigen Vorstand ein Beisitzergremium zur Seite stellt, um auf diese Weise die vielfältigen organisatorischen Aufgaben verantwortlich auf weitere Schultern verteilen zu können. Ganz flache „Hierarchie“ soll dabei ebenso erhalten bleiben wie auch Offenheit gegenüber jedem, der sich konstruktiv einbringen will. Das Element der Freiwilligkeit und des Ehrenamtes kann gegenüber pekuniär gesteuerter Professionalität durchaus ein Trumpf sein, da sich um Fleischtöpfe herum auch gerne diejenigen scharen, die einfach nur Hunger haben und nach eigener Sättigung wieder das Weite suchen.

Vielleicht vermögen die vier Punkte:

         Intensivierung der Pressekontakte,

         breitere thematische Aufstellung,

         Einbeziehung eines größeren Personenkreises in die organisatorischen Abläufe und

         Ansprechpartner zu sein bezüglich aktueller Probleme innerhalb unserer „Ausrichtung“ (Schulpolitik, rechtliche Fragen, gesellschaftspolitische Fragen, medizinische Fragen etc.) mit Kompetenzverteilung, auch um schnell reagieren zu können,

helfen, die dicken Bretter doch schneller durchbohren zu können, als man es erwartet. Letztlich sind gerade diese Bretter, die wir vornehmlich bearbeiten, als solche immerhin nur ‚Bretter vor den Köpfen‘. Und die können doch einfach gar nicht so dick sein, oder etwa doch…?!

Die letzten vorgetragenen Gedanken sind spezifisch auf die gbs Köln hin ausgerichtete strategische Überlegungen. Jede Regionalgruppe fährt naturgemäß ihren eigenen Stil und hatihre individuelle Struktur. Vielleicht aber mögen diese für die eine oder andere Gruppe eine kleine Anregung sein.

Nun ist die eingangs erwähnte Termindichte von Veranstaltungen mit gbs-Beteiligung in Köln wie gesagt nicht auf dem Mist der Regionalgruppe gewachsen. Aber es bleibt festzuhalten: Es tut sich etwas!

Nehmen wir dies als Beispiel: Sowohl Ingrid Matthäus-Maier, als auch Carsten Frerk hatten wir in Köln zu Veranstaltungen eingeladen, ohne dass von der per Presse­mittei­lung (und mittels persönlichem Gespräch mit führenden Vertretern) informierten Presse eine Reaktion erfolgt wäre.

Jetzt hat ausgerechnet der Chefkorrespondent (ein katholischer Theologe) des hiesigen „L’Osservatore Coloniese“, bürgerlich auch „Kölner Stadt-Anzeiger“ genannt, tatsächlich Carsten Frerk zu einer Diskussion hinzu gebeten. Das heißt also: man kommt inzwischen nicht mehr „an uns“ vorbei. Die Bretter haben offensichtlich schon eine ganze Reihe von Spänen verloren.

Bohren wir also weiter! Es lohnt sich sehr wohl.

Burkhard Wepner

Fotos: © Ricarda Hinz, Frank Meyer, Constanze Cremer, Burkhard Wepner

Beitrag zuerst erschienen beim hpd:

http://hpd.de/node/17511

Januar 19, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | 1 Kommentar

Religion der Hebräer

Dipl.Ing. H.A. Goerke
helmut@goerke.us

Datum 12.01.2014
Die historische Gleichsetzung Hebräer=Hapiru bedeutet die Bibel mit Patriarchen sind Phantasien jüdischer Religiotie mit Moses, Abraham, Salomon und David als Supermann der Bronzezeit.

1) Es gibt es keine schriftlichen Belege zum Exodus, Moses usw.
Ägyptens neues Reich (1550-1070 v.C.) hat mit Hieratisch als Schreibschrift eine intensive Schreibkultur mit Wissenschaft, Reisberichten, Verträgen, Urkunden, Steuerlisten, Lagerlisten, Lohnlisten und Quittungen wie etwa der Kauf eines Esels. Mit Königreichen wie Ugarit, Ebla, Hattusa, Mari, Alashiya (Zypern), Ninive, Babylon usw. gibt es intensive Korrespondenz, ein Reich und Volk der Hebräer vom Euphrat bis zum Nil unter König David wird nirgendwo erwähnt. Palästina, Phönizien (Libanon) und Teile Syriens gehören zu Ägypten, der Pharao herrscht direkt mit Vasallen über kleine Orte bis 2.500 Einwohner wie Qatna, Gubla, Jerusalem (Ur-u-salem), Lachish, Askalon, Jursa, Gezer, Qiltu, Megiddo, Akko,. Tyros, Sidon, Berutia (Beirut), Damaskus, Amurru usw.. Ein Provinzgouverneur zwischen den Vasallen und dem Pharao ist unbekannt.
2) Seit wann existieren Hebräer?
Der Exodus aus Ägypten nach jüdischer Lehre 1312 v.C., nach der Bibel um 1447 v.C., kollidiert mit den Hapiru (Hebräer) Gefangenen im Krieg des Amenhotep II in Canaan 1420 v.C und der Septuaginta. Bei Moses Flucht durchs Rote Meer, Sinai und Negev latschen biblisch 6.732.000 Hapiru aus real 63 winzigen Orten Palästinas 40 Jahre durch Halbwüsten und benötigen 100.000 Tonnen/Tag an Nahrung, Wasser und Geräten. Das sind mehr Menschen und Vorräte als das Weltreich Ägypten hat und wundersam umsonst durch die Wüste transportiert.
Etwa 1660 v.C. erobern um 200 Hyksos (Heka Chasut, Führer der Fremdländer) unter König Timaus das Nildelta. Die Völkerwanderung wird offenbar durch den Avellino Ausbruch 1660 v.C und den Santorin Ausbruch 1645 v.C. ausgelöst, durch Tsunamis werden viele Küsten unfruchtbar. Der Sallier Papyrus nennt „Asia“ als Herkunft der Hyksos, sie sind als Aamu oder Asier sicher keine Hebräer, ihr religiöser Kult macht Assyrien wahrscheinlich. Der jüdische Yahwe ist den Hyksos unbekannt, verehrt wird der ägyptische Gott Seth, der ugaritische Rehsef und der sumerische Baal. Die Ruinen in Auaris haben keine typisch ägyptischen Grundrisse, man findet Pferdeskelette und Reste eines Menschenopfers. Pharao Ahmose I (1550-1525 v.C.) vertreibt die Hyksos nach 108 Jahren aus ihrer 200 Einwohner Stadt Auaris. (Tell el Daba’a). Nach bis zu 100 Papyri sind die Hapiru ab 1450 v.C. in Canaan präsent, das Dorf Jerusalem regiert ein Vasall des Pharaos mit Akkadisch als Sprache, Althebräisch existiert so wenig wie jüdische Hebräer.

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Januar 18, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | 3 Kommentare

Das Kreuz:

Kreuz

Dezember 30, 2013 Posted by | Eigene Artikel | Hinterlasse einen Kommentar

Die neue Regierung des Gottesstaates Deutschland

 

Kabinett

Dezember 27, 2013 Posted by | Eigene Artikel | | 4 Kommentare

Lawrence M.Krauss

KraussU

Dezember 26, 2013 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar: Koalition zementiert Gottesstaat Deutschland

KÖLN. (hpd) Nachdem nun die Parteimitglieder der SPD dem Koalitionsvertrag zugestimmt haben und damit die große Koalition zustande kommt, lohnt es sich, den Koalitionsvertrag auch in Hinblick auf die Kirchen und die Religionsgemeinschaften etwas genauer anzusehen. Was da steht ist geradezu erschreckend rückwärts gerichtet.

Ungeachtet der Skandale der letzten Jahre und der massenhaften Austritte der Gläubigen hält man hier an den althergebrachten Privilegien der Großkirchen und ihren engen Verknüpfung mit dem Staat fest.

 

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Dezember 16, 2013 Posted by | Eigene Artikel | | 2 Kommentare

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