gbs Köln

Das Erzbistum Köln

Dezember 8, 2021 - Posted by | Presse |

1 Kommentar »

  1. Natürlich kann die Kirche, die sich als Quelle und Bewahrer der Moral versteht, nicht zugeben, dass ein relevanter Teil ihrer Institution so gegen dieses angebliche Alleinstellungsmerkmal verstößt. Sie muss es als Versagen weniger Einzelner darstellen, will sie weiterhin als Festung der Moral gelten. Dass hier aber vor allem ein systemischer Konstruktionsfehler vorliegt – sagen wir es so: weil sie das wenig keusche Bestreben des Menschen, mit Lust das Leben weiter zu geben, falsch einschätzt – will sie nicht wahrhaben. Dazu kommt die scheinbar unantastbare Würde und Autorität des Priesteramts, die ein wesentliches Element dieser machtorientierten Institution darstellt, was zugleich aber auch den Missbrauch begünstigt.

    Große Teile der Politiker, von rechts bis weit links, die überwiegend Interessenvertreter der Kirchen sind oder deren Mitglieder als Wähler hofieren, bewegt zudem offenbar eine große Sorge. Die Sorge, dass das Verschwinden der christlichen Religion eine Leerstelle hinterließe, die etwa in Europa nach und nach von einer zugewanderten, weitgehend noch dem Mittelalter verhafteten Lehre besetzt werden könnte. Denn noch sehr viele Menschen brauchen eine oberste, jenseitige Instanz, von der sie sich geleitet fühlen möchten und die sie in ihrer Not anrufen können. Sie fühlen sich von Ritualen angesprochen, die Tag und Jahr strukturieren. Statt Selbstbestimmung vertrauen sie sich lieber einer überweltlichen Autorität an. Ja selbst von betont areligiöser Seite muss man gelegentlich hören, dass sie das Christentum als Bollwerk gegen den Islam versteht. Hinzukommt andererseits, dass die Vertreter des politisch-gesellschaftlich ambitionierten Islam mit allen legalen und nicht legalen Mitteln versuchen werden, diese religiöse Leerstelle zu füllen.

    Kommentar von uwelehnert | Dezember 8, 2021


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