gbs Köln

Martin Luther

Oktober 31, 2020 - Posted by | Eigene Artikel

1 Kommentar »

  1. Die antijüdischen Schriften und die frauenfeindlichen und sonstigen menschenverachtenden Äußerungen Luthers wurden früher in Rundfunk, Fernsehen, Film und Zeitungen geradezu systematisch verschwiegen. Anlässlich des Reformationsjubiläums im Jahr 2017 missbilligte endlich eine kritische Öffentlichkeit diese einseitigen Darstellungen und mahnte mehr Ehrlichkeit an. Die Repräsentanten der evangelischen Kirche bedauerten daraufhin zwar gelegentlich Luthers verächtliche Äußerungen über die Juden, die Frauen oder die Bauern. Bischöfin Käßmann zum Beispiel bezeichnete Luthers Judenhass bagatellisierend als »überzogen«; Bischof Huber sprach verharmlosend von Luthers »ambivalenter Rolle in den Bauernkriegen« und »beschämenden Aussagen zu den Juden«. Eine klare Distanzierung seitens der Offiziellen der Evangelischen Kirchen erfolgte jedoch nicht.

    Sicherlich ist zu Recht Luthers kulturgeschichtliche Bedeutung, die durch die Bibelübersetzung ins Deutsche und große innerkirchliche Veränderung gekennzeichnet sind, anzuerkennen. Luthers judenfeindliche Haltung allerdings bildet nach wie vor eine schwere Hypothek.

    Die evangelische Kirche befindet sich insofern in einer fatalen Zwangslage: Würde sie ehrlich und konsequent Luthers fragwürdige Persönlichkeit an den von ihr vertretenen christlich-ethischen Tugenden messen, desavouierte und demontierte sie letztlich ihren Religionsstifter. Sie kann eigentlich nur die wahre Natur dieses Mannes so gut wie möglich »unter der Decke halten«.

    Kommentar von uwelehnert | Oktober 31, 2020


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