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Gentechnik: Abschied von der Aufklärung

Von Reinhard Szibor

Die Bevölkerung wird über Gentechnik fehlinformiert. Das ist politisch gewollt, meint Reinhard Szibor. Die Irreführung ist ein Vorbote für esoterische Heilslehren, die politisch gefördert werden. Europa und vor allem Deutschland verabschieden sich von der Aufklärung.

Der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat Ende des Jahres 2014 die Institution der Wissenschaftsberatung für die EU-Kommission abgeschafft. [1] Der Grund war Anne Glover, die unter Junckers Vorgänger José Manuel Barroso zur wissenschaftlichen Chefberaterin berufen worden war. Glover hatte die Grüne Gentechnik befürwortet. Die Abschaffung der Institution „Wissenschaftlicher Berater der EU“ wurde von Organisationen wie Greenpeace, Corporate Europe Observatory und anderen Gruppen durchgesetzt, die sich weder durch eine demokratische Legitimation noch durch Fachwissen auszeichnen. [2] Teils aus Unkenntnis, teils wider besseres Wissen verbreiten sie Angst vor der Grünen Gentechnik.

Schon ziehen weitere dunkle Wolken am Horizont auf. Sie verweisen auf die Gefahr der Deformierung unserer Demokratie in eine Laienherrschaft ohne demokratische Legitimation. Eine deutsche Plattform von Umwelt- und Entwicklungshilfeverbänden drängt auf eine „demokratische Forschungswende“. [3] Demokratisch ist die angestrebte Wende in keiner Weise. Vielmehr sollen von der Bevölkerung überhaupt nicht gewählte „Umweltschützer“ und Kirchenleute mitentscheiden dürfen, welche Forschungsprojekte öffentlich gefördert werden und welche nicht. [4] Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) geht gleich noch einen Schritt weiter: „Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit müsse bei ihrer Risikoforschung die gentechnik-kritischen Forschungen [!] stärker gewichten. Dies gebiete der Vorsorgegrundsatz.“ [5]. Aus der Sicht der Wissenschaft zeichnet sich Forschung aber dadurch aus, dass sie ergebnisoffen ist. „Gentechnik-kritische Forschung“, für die nach dem Wortsinn offenbar eine negative Beurteilung der Gentechnik schon vorher feststeht, ist keine Forschung– sondern eine Propagandaveranstaltung. Wer in der DDR gelebt hat, mag sich an die politische Indoktrination an den Instituten für Marxismus-Leninismus erinnert fühlen.

 

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Juli 3, 2015 Posted by | Presse | | Hinterlasse einen Kommentar

Island schafft „Blasphemie“-Gesetz ab

Mit dem Beschluss des Althing zur Aufhebung des Strafgesetzes gegen die Verhöhnung religiöser Dogmen feierte die isländische Piratenpartei am gestrigen Donnerstag ihren ersten legislativen Erfolg. Die Entscheidung in dem kleinen Inselstaat könnte auch für die Bundesrepublik Deutschland einen wertvollen Impuls liefern.

Den Antrag zur Aufhebung von Artikel 125 des isländischen Strafgesetzbuchs hatten die drei Abgeordneten der isländischen Piratenpartei nach den islamistischen Anschlägen auf die „Charlie Hebdo“-Redaktion in Paris am 7. Januar 2015 das Parlament eingebracht. Artikel 125 stellte bislang die „Verhöhnung oder Beleidigung von Dogmen oder des Glaubens“ einer rechtlich anerkannten religiösen Gemeinschaft unter Strafe. Für Zuwiderhandlungen drohte das Gesetz mit einem Strafmaß zwischen Geldbuße und bis zu drei Monaten Gefängnis. Mit der Aufhebung sollte nicht nur eine überflüssige Norm aus dem Strafgesetzbuch entfernt, die neben den übrigen Straftatbeständen keinen echten eigenen Anwendungsbereich besaß. Mit der Abschaffung des „Blasphemie“-Gesetzes soll vor allem ein politisches Symbol für die Meinungs- und Kunstfreiheit gesetzt werden. Für den Antrag hatte es breite Unterstützung aus der Gesellschaft gegeben, unter anderem von der humanistischen Organisation Sidmennt, der Schriftstellervereinigung PEN, Medien-Fachverbänden, aber auch dem obersten Bischof der isländischen Kirche und des nationalen Pfarrerverbandes. Mit dem Beschluss zur Aufhebung des „Blasphemie“-Gesetzes passierte zudem erstmals ein Gesetzesentwurf der Piratenpartei in Island erfolgreich das Parlament. Die Partei erklärte anschließend in einer Mitteilung, das isländische Parlament habe der wichtigen Botschaft Ausdruck verliehen, „dass sich die Freiheit nicht blutigen Anschlägen beugt“.

 

 

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http://www.diesseits.de/perspektiven/nachrichten/international/1435874400/island-schafft-blasphemie-gesetz-ab

Juli 3, 2015 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar