gbs Köln

Päpstliche „Laudatio“ auf Hitler

Peter Bürger 28.01.2015

Der Anteil des Rechtskatholizismus am Scheitern der Weimarer Demokratie ist nicht gering. Ein Mammutwerk des Historikers Christoph Hübner sorgt für mehr Klarheit

Beim Zusammenbruch des Kaiserreichs fürchteten die römisch-katholischen Oberhirten eine radikale Trennung von Kirche und Staat oder gar eine revolutionäre Kirchenverfolgung. Indessen gewährte die Weimarer Republik den Kirchen alsbald den privilegierten Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, sicherte den konfessionellen Religionsunterricht an Schulen und ermöglichte eine Freiheit der Kirche, wie sie zuvor in Deutschland nie bestanden hatte. Die römische Kirchenleitung hätte allen Grund gehabt, der Republik und insbesondere auch der katholischen Zentrumspartei (sowie der Sozialdemokratie) für all dies Dankbarkeit zu erweisen. Indessen konnte sie bezogen auf „Rechtsansprüche“ den Hals nicht voll genug bekommen und schenkte zunehmend rechtskatholischen Republikfeinden ihr Gehör.

Am Ende waren ihr der Fetisch „Konkordats-Politik“ und das aberwitzige Vorhaben einer kirchenfreundlichen Zähmung der Hitler-Bewegung wichtiger als das Wohl des Gemeinwesens und der politische Katholizismus in Deutschland, ohne dessen Mitarbeit ein Fortbestand der bedrohten Demokratie doch kaum denkbar erschien. Dem kirchenpolitischen Strategen Eugenio Pacelli (ab 1939: Pius XII.) war an moderner Demokratie allerdings auch noch gar nicht gelegen (Katholizismus und Freiheit).

weiterlesen:

http://www.heise.de/tp/artikel/43/43951/1.html

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Januar 30, 2015 - Posted by | Presse |

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