gbs Köln

Anschlag am Eichstätter Dom

Heute an Fronleichnam haben der Künstler Wolfram P. Kastner und der Autor Claus-Peter Lieckfeld
während des Pontifikalamtes am Eichstätter Dom Thesen angeschlagen,
in denen sie u.a. die Rehabilitation der in Eichstätt wegen unterstellter „Hexerey“
gefolterten und ermordeten Frauen und Männer fordern.

„Aus Liebe zur Wahrheit und in dem Bestreben, diese zu ergründen,
soll in Eichstätt in aller Öffentlichkeit über die folgenden Sätze disputiert werden:

Die Urteile gegen Frauen und Männer, die der „Hexerey“ angeklagt und verurteilt wurden,
waren und sind schreiendes Unrecht und werden aufgehoben.

Die Folter, der die Angeklagten unterworfen wurden, war und ist ein Verstoß
gegen die Menschenwürde sowie gegen Recht und Gesetz damals wie heute…..“

(Voller Wortlaut der Thesen s. Anhang)

Die 426 Frauen und Männer, die in Eichstätt im Zeichen des Kreuzes gefoltert,
geköpft oder lebend verbrannt wurden, haben in dieser Stadt –
anders als in vielen deutschen Städten kein öffentlich wahrnehmbares namentliches Gedenken.

Die namentliche Rehabilitation der Opfer ist schon ein paar Jahrhunderte überfällig.

Die Aktion soll Denkanstoß sein: auch vor dem Hintergrund,
dass ideologisches Morden und Folter immer noch nicht der Vergangenheit angehören.

Der Anschlag mit den Thesen und Namen der ermordeten Menschen
wurde nach anderthalb Stunden von Seiten der Kirche entfernt.

Wir hoffen, dass sie abgenommen wurden, damit sie endlich bedacht und beherzt werden können.
In diesem Fall sind wir gerne bereit, sie dem Bischof und der katholischen Gemeinde Eichstätts zu überlassen.
Andernfalls würden wir die Herausgabe verlangen.

 

Wolfram P. Kastner                                                                       Claus-Peter Lieckfeld

 

Fotos der Aktion (s. Anhang) in druckfähiger Auflösung schicken wir gerne per email zu

 

Anschlag3Thesenanschlag

 

Juni 19, 2014 - Posted by | Aktionen |

1 Kommentar »

  1. „Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr“, als das die katholische Kirche bereit wäre ihre Mitschuld an Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzuräumen.
    Wenn Erklärungen oder Eingeständnisse seitens der Kirchenvertreter im begrenzten Rahmen erfolgen, dann sogleich mit dem Verweis auf ihren gerechten und liebenden Gott, der diese Entgleisungen der sündigen Menschen verurteilt. Dieser Griff in die religiöse Trickkiste machen Millionenfache Folter, Kerker, Mord, Vertreibung, Enteignung und Denunziationen von Unschuldigen nicht ungeschehen. Für religionskritische Menschen und Humanisten sind diese Argumentationen ein Beleg dafür, wie sich der Klerus aus der geschichtlichen Verantwortung davonstiehlt. Aber was heißt Geschichte. Bis in die Gegenwart gehört Verdrängen und Vertuschen von „unchristlichen“ Moral und Verfehlungen zum Alltagsgeschäft.
    Daran wird auch Franzl, als gütig und demütig erscheinender Oberhirte des diktatorischen Staates Vatikan nichts ändern.
    Wie gut und beispielgebend,dass es Menschen wie Wolfram Kastner und Claus – Peter Lieckfeld gibt, denen die Verletzung der Menschenrechte keinesfalls gleichgültig sind und sich nicht in Selbstzufriedenheit und Geschichtsverdrossenheit zurücklehnen.
    Insofern hat dieser Thesenanschlag der beiden Protagonisten am Eichstätter Dom eine humanistische Dimension, der mehr Aufmerksamkeit gebührt, wie dem vom Staat großzügig finanzierten Spektakel um den Juden – u. Bauernhasser Luther im Jahr 2017.

    Kommentar von Uwe Kalkbrenner | Juni 20, 2014


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