gbs Köln

Zucht und Orden

Früher wurden hinter Klostermauern junge Männer zur Keuschheit gefoltert. Das System wirkt nach – heute fliehen sexuell unfähige Männer dorthin.

Die Diskussion zum Kindesmissbrauch tut so, als seien einzelne pädophile Priester und Erzieher das Problem. Möglich wurden die Taten jedoch auf der Basis eines Erziehungssystems, das religiös begründet und historisch gewachsen ist. Das, was heute den Abscheu einer aufgeklärten demokratischen Gesellschaft hervorruft, wurde im 17. und 18. Jahrhundert aus religiösen Gründen erfunden.

Ausbildung zur Gottwohlgefälligkeit

Dieses Erziehungssystem war eine Konsequenz aus Reformation und Gegenreformation. Als die theologischen Argumente unter den streitenden Konfessionen verfestigt waren, wurde das sogenannte gottwohlgefällige Leben zu einem genauso wichtigen Ausweis der Rechtgläubigkeit wie die Dogmentreue. In dieser Situation entwickelten die gegenreformatorischen neuen Orden der katholischen Kirche – allen voran die Jesuiten – ein Konzept zur gottwohlgefälligen Knabenerziehung für das aufstrebende französische Bürgertum. Der Historiker Philippe Ariès hat in seiner Geschichte der Kindheit schon vor Jahrzehnten diese Entwicklung geschildert.

 

weiterlesen:

http://www.sueddeutsche.de/politik/missbrauch-in-der-kirche-zucht-und-orden-1.11571

April 30, 2014 - Posted by | Presse |

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