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Kreuzberg ohne Weihnachten – Religion bald nur noch Privatsache?

 

September 23, 2013 - Posted by | Videos |

3 Kommentare »

  1. Executive Summary:

    Hahne und Lütz: „Sie wollen ganz bestimmt, dass Religion nur noch zu Hause stattfinden darf. Und Trennung von Staat und Kirche ist sowieso wie Hitler!“

    Lauer: „Häh? Nein.“

    Kommentar von manglaubtesnicht | September 24, 2013

  2. Für den evangikalen Hardliner Hahne und den katholischen Seelenbeleuchter und Hofnarren der katholischen Kirche Lütz steht bereits vor dem Interview mit Christopher Lauer eines auf der Ergebnisliste: Diesem Piratenvertreter werden wir im Öffentlich / Rechtlichen mal so richtig beweisen, wer der „Herr“ im christlichen Hause ist.
    Mit suggestiven, alternativlos zu beantwortenden und despektierlichen Fragestellungen wird dem Diskutanten jede Möglichkeit genommen, mit sachlichen Argumenten die Kernproblematik und die Standpunkte seiner Partei zum Thema Trennung Staat und Kirche zu erläutern.
    Lauer führt gewichtige und plausible Beispiele an, wie alltagsrelevant und raumgreifend die Verflechtung der Kirche und Religion in der Gesellschaft zementiert ist.

    Mit journalistisch, geschickten Manövern werden im Fall des Widerspruchs sogleich Mutter Theresa, katholische Krankenhäuser, das Jugendhaus „Arche“ oder die vielen Suppenküchen des Landes genannt. Diese Kraft der Bilder ist kaum zu toppen.
    Das „Gute“, nebst betender Hände, müssen doch nun auch den letzten Zweifler und Kritiker wie Lauer Lügen strafen, oder?
    Als dieser dann auf die Ursachen der Suppenküchen hindeutet und damit Gesellschaftskritik übt, wird postwendend von der klerikalen Gegenseite die Allzweckwaffe
    eingesetzt:
    „Plädiert dieser aufsässige Delinquent etwa wieder für die kommunistisch/ atheistische Diktatur der ehemaligen Ostblockstaaten? Wo alles Religiöse ausdrücklich untersagt,verfolgt und bestraft wurde“?
    Jawohl meine Herren Hahne und Lütz!
    So gewinnt man Zustimmung und Begeisterung derer, die nie gewillt waren und sind selbst zu denken.
    Stimmungsmache, Abschreckung durch Angst, Verbreiten von Halbwahrheiten und Ablenken von eigenen verkrusteten Denkschablonen mittels vordemokratischer, archaischer Glaubensgeflechte vs. HUMANISMUS – als Angebot einer sinnstiftenden Leitkultur mit einer sozial gerechten,zukunftsfähigen und selbstbestimmten Komponente.

    Mit der geistigen Manipulation- dem Placebo Religion- ist heute immer weniger ein Geschäft zu machen. Der gebildete und aufgeklärte Mensch lässt sich immer weniger von einer Religion vorschreiben, sich nach kruden Wertevorstellungen auszurichten.
    Die Austrittszahlen, der Kirche Überdrüssiger gewinnt an Fahrt!
    Zudem!
    Einer freiheitlich- demokratischen Gesellschaft, die sich bewusst als säkular definiert, steht es in der Tat sehr schlecht zu Gesicht, wenn die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr anlässlich ihrer Vereidigung den Befehl erhalten: Helm ab zum Gebet!
    Eine Farce, die sich an weiteren konkreten Beispielen vervollständigen ließe.

    Kommentar von Uwe Kalkbrenner | September 24, 2013

  3. Herr Lütz hat eindringlich veranschaulicht, weshalb Religiöse Symbole dringend aus Gerichten zu entfernen sind – auch wenn er eine andere Meinung vertritt!
    Wer eine übernatürliche christliche Instanz über dem Richter wünscht, die zudem nur von einer bestimmten Gruppe anerkannt wird, der möchte in meinen Augen eine christliche Scharia in unseren Gerichten. Weder der Halbmond, das Kreuz noch sonstige Symbole übernatürlicher Richter dürfen an einem Ort wie einem Gericht hängen.
    Abgesehen davon, dass das 3.Reich fast ausschließlich von Christen geführt wurde, die Kirchen opportunistisch bis aktiv involviert waren und Atheisten diskriminiert wurden, gab es natürlich auch bemerkenswerte christliche Gegner des 3. Reiches. Wenn der Onkel von Herrn Lütz sich als Gegner auf das (christliche) Kreuz berufen hat, so entspricht dieses nicht der Auffassung aller Christen.
    Wie dem auch sei, ich halte es für eine absurde Idee, zu meinen, eine Ideologie als gutes Gegenmittel einer anderen Ideologie zu sehen. Der Stalinismus ist eines der schlechtesten Mittel gegen den Nationalismus gewesen. Genauso wenig kann ich erkennen, wie das Christentum ein gutes Gegenmittel gegen Islamismus, Nationalismus, Stalinismus oder sonstiger Ideologien sein soll. Ein Gericht sollte nach meiner Auffassung versuchen jegliche Ideologie zu vermeiden und sich bemühen vom Volk gewünschte und erarbeitete Gesetze zu vertreten. Ideologien sind in der Regel weder für Außenstehende nachvollziehbar noch verhandelbar. Ein nichtverstandenes Gesetz wird als ungerecht verstanden und somit würden viele Menschen Gesetze auf Gottesgrundlage als ungerecht empfinden.
    Die Bibel als Rechtsgrundlage sehe ich als gescheitert an. Seit zweitausend Jahren gibt es keine halbwegs konsistente Gruppe auf Grundlage dieses Buches. Die ersten Kirchen (Kopten, Katholiken, Ortodoxe etc.) haben ihre Lehre über die Jahre für Außenstehende nicht nachvollziehbar (intern bezweifle ich das auch) verändert. Nach der Reformation ist auf Grundlage der Bibel eine kaum zu überblickende Vielzahl verschiedener Religionen entstanden, die sich gegenseitig zum Teil stark von ihrer Doktrin unterscheiden bzw. unvereinbar miteinander sind.
    Wir sehen wie Pfade durch die Bibel gezogen werden bei denen versucht wird Absolutismus (heiliges Buch) zu relativieren – was eigentlich nicht geht. Würde jemand diesen „übernatürlichen Richter“ wirklich nur halbwegs verstehen, würden diese sich stark widersprechenden und häufig sich gegenseitig bekämpfenden Kirchen nicht existieren. Soll dieser uneindeutige Gott wirklich ein Überrichter sein? Relativismus und Absolutismus als Kombination sind nicht nur zwei sich gegenseitig ausschließende Begriffe, sie sind für mein Verständnis in Kombination beste Voraussetzungen für willkürliche Ungerechtigkeit.
    Es gab viele Kriege im Namen des Christentums. In Europa waren sogar die letzten Kriege bzw. Völkerkriege (Ex-Jugoslawien und Nordirland) religiös begründet, mit einem übernatürlichen und damit nicht eindeutig zu kontaktierenden Richter.
    Jahwe hat in seiner Geschichte viel Rechtfertigung vermittelt, aber in meinen Augen wenig Gerechtigkeit. Die Geschichte des Christentums ist in der Bibel grausam und setzt dieses in der postbiblischen Zeit fort. Das Christentum war und ist eine Rechtfertigung vieler grausamer Verbrechen.
    Ich halte diese Vorstellung eines Überrichters für extremistisch. Wenngleich das Kreuz in der Praxis hoffentlich wenig Bedeutung hat (die meisten werden das Kreuz vielleicht gar nicht registrieren), darf es nicht sein, dass dieser übernatürliche Richter, der nur von wenigen anerkannt wird, im Gericht eines demokratischen Landes hängt und Einfluss auf Verhandlungen nehmen kann. Wer schließt aus, dass ein Richter eine ähnliche Ansicht wie Herr Lütz hat und einen imaginären Richter über sich sieht – dieser kann milde oder hart und unmenschlich verstanden werden.
    Da das Kreuz keine offizielle Instanz ist, sollte es einfach abgehängt werden können (ich hoffe diese Behauptung stimmt). Sollte es aber von großer Bedeutung sein, sollte es mit größter Dringlichkeit abgehängt werden.
    Im 21. JH. sollten wir die Debatte über das Kreuz im Gerichtssaal eigentlich nicht mehr führen!

    Die Benennung und öffentliche Praktizierung religiöser Feste halte ich hingegen für diskussionswürdig. Ich halte persönlich auch nichts von einer künstlichen Umetikettierung und glaube, dass Religionsfreiheit solange unterstützt werden soll, wie es anderen nichts aufzwängt bzw. eine Neutralität im öffentlichen Raum gefährdet.

    Kommentar von H.Schnurr | September 26, 2013


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