gbs Köln

Aufklärung Aloha! – Auf dem Kölner CSD

csd-koelnKÖLN. (hpd/gbskoeln) Premiere. Am 6. Juli war es soweit: Erstmals trat die Kölner Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung auf dem Kölner CSD in Erscheinung. Eine muntere Truppe von acht Teilnehmern der Kölner Regionalgruppe der GBS verteilte nach Absprache mit dem Veranstaltungsbüro bei strahlendem Sommerwetter Aufklärungsbroschüren.

 
Weltweit besteht der Hauptmotor für Homosexuellenfeindlichkeit schließlich in religiösem Denken – von Arabien über Uganda bis zum Vatikan und den Zeugen Jehovas. Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Hetero- und Homosexuellen muss leider immer noch in Teilen der hiesigen Bevölkerung, und – wenn nötig – auch neu zugewanderten Menschen vermittelt und von allen beherzt eingefordert werden. Homosexuellenfeindliche, frauenfeindliche, rassistische sowie antisemitische Vorstellungen und Verhaltensweisen müssen – unabhängig davon, in welcher Gemeinschaft oder Religion sie auftreten – entschieden zurückgedrängt werden.

Wie waren die Reaktionen? Ja, es gab sie, die oberflächlichen CSD-Besucher. Die Gleichgültigen, Abweisenden, Muffligen, Mürrischen, die nur ihr neuestes Tattoo präsentieren wollten oder ihr fünftes Augenbrauen-Piercing. Die Anabolika-Muskel-Träger und Haartönungsliebhaber, die über einen einzigen Gesichtsausdruck zu verfügen scheinen: Den völliger Ausdruckslosigkeit. Aber es gab auch die anderen: Die Aufgeweckten, die Aufklärungsbroschüren auch wirklich lesen, aufmerksam lesen. Die Charmanten, die Blitzgescheiten, die Ins-gespräch-Kommenden, die Nachdenklichen, die Fröhlichen, die gesellschaftspolitisch Denkenden. Sexuelle Selbstbestimmung musste und muss ja immer wieder gegen religiöse Bevormundung erstritten werden – im katholischen Sauerland vielleicht etwas weniger heftig, als in Georgien oder in Utah. Aber eben doch.

Ebenso wie in erheblichen Teilen des Islam – in sieben islamischen Staaten steht nach wie vor die Todesstrafe auf Homosexualität – ist auch immer noch innerhalb des Christentums, hier insbesondere in der katholischen Kirche, eine menschenrechtsverletzende Haltung gegenüber Homosexuellen prägend – bei einem gleichzeitig ausgeprägt heuchlerischen Verhalten.

Daher genügt es eben nicht, aus organisierten Religionsgemeinschaften auszutreten. Lesben und Schwule sollten sich auch konfessionsfrei vernetzen, um die Gruppe derer zu stärken, die fordern, dass in Politik, Medien und Gesellschaft die Menschenrechte über religiösen Dogmen zu stehen haben.  Religionsfreie Gruppierungen bekommen auch keine „Religionsfreiensteuer“ und auch keine zur Kirchensteuer hinzukommenden milliardenschweren Subventionen, wie die großen Amtskirchen. Alles Dinge, über die Lesben und Schwule mal nachdenken sollten. Die Kölner Regionalgruppe der Giordano Bruno Stiftung war jedenfalls mit ihrem ersten Auftritt auf einem CSD  zufrieden. Wer wird anfangen, die Dinge zu ändern? Die, die denken. Die anderen werden folgen.

Zum Schluss noch ein schöner Witz, der auf dem Kölner CSD kursierte: Eine smarte lesbische Atheistin, ein moderater Salafist, ein frauenfreundlicher Kardinal und ein Einhorn sitzen um einen Tisch, auf dem ein 500-Euro-Schein liegt. Wer kriegt das Geld? Antwort: die smarte lesbische Atheistin. Die drei anderen gibt es nicht.

Frank Hichert

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Juli 11, 2013 - Posted by | Eigene Artikel |

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