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Kirche in Medien: „Ein Kritiker gilt als voreingenommen“

Wenn Journalisten nicht gerade ein breites Rückgrat haben, vermeiden sie kirchenkritische Inhalte lieber. Das hat der Journalist und Buchautor Ulli Schauen beobachtet. Journalismus sei zwar keine Glaubensangelegenheit, doch eine unabhängige Berichterstattung werde vom „kirchlich-medialen Komplex“ verhindert – vor allem im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

 

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Mai 29, 2013 - Posted by | Presse |

3 Kommentare »

  1. Das Interview mit Ulli Schauen, einem Insider des Mediengeschäfts, zeigt überdeutlich, auf wie vielfältige Weise sich die Kirchen der Medien Rundfunk und Fernsehen bemächtigt haben. Wer hier noch von weltanschaulich ausgewogener Informierung der Bevölkerung und Berichterstattung spricht, sagt bewusst die Unwahrheit oder ist ahnungslos – Letzteres ein Zustand ganz im Sinne der Kirchen.

    Es ist eben so, wie ich das wiederholt in diversen Beiträgen schon geäußert habe: Was im sog. Dritten Reich die NSDAP und in der DDR die SED war, das ist heute in Deutschland die Überpartei Kirche. Sie hat die gesamte Gesellschaft krakenhaft im Griff und hat ihr überall ihren meinungsmanipulierenden Stempel aufgedrückt. Meinungsmanipulierend ist die Art und Weise, wie die Gesellschaft, die überwiegend der irrigen Meinung ist, dass in ihr Informationsfreiheit, objektive Berichterstattung, die Möglichkeit umfassender Aufklärung existiert, systematisch hinters Licht geführt wird. Es bedarf überhaupt keiner Zensur mehr, so einfältig wie in Diktaturen läuft Meinungssteuerung heute nicht mehr. Es genügt, alle relevanten Posten und Redaktionen in den Medien mit Hilfe »parteilicher« Gesinnungsfreunde zu besetzen, um zu verhindern, dass der Bürger nachhaltig und nicht nur gelegentlich etwas von der Existenz auch anderer relevanter Auffassungen oder alternativer Lebenskonzepte erfährt, gar ein Bewusstsein entwickelt für die formierende Wirkung religiös eingefärbter Berichterstattung, konfessioneller Erziehung in Kitas und Schulen, für die systematische Relativierung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Schule und Medien, wenn sie denn einem bronzezeitlichen Glauben widersprechen.

    Warum ist es den Medien keine Diskussion wert, dass kommunale Schulen oder Krankenhäuser in zunehmender Zahl aus Geldmangel schließen müssen, sobald sie aber in kirchlicher Regie betrieben werden, genügend Landesmittel zur Verfügung stehen? Dass die Kirchen in allen öffentlichen und privaten Sendeanstalten über eigene Redaktionen und Rundfunkbeauftragte verfügen und feste Sendezeiten zugeteilt bekommen haben, gilt heute geradezu als selbstverständlich.

    Dass das strukturell alles so bleibt, dafür wiederum sorgen entsprechend positionierte Kirchenmitglieder in den Spitzen praktisch aller Parteien. Und sollte doch gelegentlich Aufmüpfigkeit denkender und nachdenkender Bürger sich Bahn brechen und sich der religiösen Formierung entziehen wollen, gar verfassungsmäßige Grundrechte einklagen, dann ist auch dafür gesorgt, dass nichts »anbrennt«. Die Besetzung der höchsten Gerichte erfolgt dank geschickter Kandidaten-Ausleseverfahren so, dass praktisch kein erklärter Konfessionsfreier, von einem erklärten Atheisten – Gott steh‘ uns bei – ganz zu schweigen, die Chance hat, berufen zu werden. Bei etwa 40% Konfessionsfreier in Deutschland entspräche eigentlich eine anteilsmäßige weltanschauliche Besetzung dem, was man sonst als repräsentative Vertretung im Sinne demokratischer Teilhabe bezeichnet. Und damit unsere höchsten Verfassungsrichter wissen, was die Kirchen sich so wünschen, gibt es den Arbeitskreis »Foyer Kirche und Recht«, in dem sich Richterinnen und Richter des Bundesverfassungsgerichts regelmäßig zu Arbeitsgesprächen zusammenfinden.

    So ist an alles gedacht, die Bürgerinnen und Bürger können sich beruhigt zurücklehnen, die Kirche richtet es schon für sie.

    Kommentar von Uwe Lehnert | Mai 29, 2013

  2. Das „beste“ Beispiel dafür war die unsägliche „Talkshow“ des Herrn Kerner, in dem Richard Dawkins offenbar von Anfang an „vorgeführt“ werden sollte.

    Warum sonst lädt ein angepaßtes Weichei zu diesem Zweck auch noch Bischof Huber und einen katholischen Bischof als fetteste Maden im Steuergelderspeck und dann dazu noch als Abschuß (wahrscheinlich als „Ausgleich“ …) den verrenteten früheren CDU-Scharfmacher Heiner Geißler ein? Ein Witz:

    Einer, der noch nicht mal unsere Sprache spricht und sich alles übersetzen lassen muß und selbst übersetzt werden muß, gegen vier hirnverbogene frömmeldnde Schmarotzer in unserem Gebühren- und Steuerspeck, die vor allem um eines kämpfen: ihre Pfründe.

    Kommentar von Zeisix | Juni 1, 2013

  3. Die unverhältnismäßige Präsenz bzw. die Besetzung der Schaltstellen religiös – orientierter Meinungsmanipulierer in Rundfunk, Fernsehen, Printmedien usw. sind ein Beleg dafür, welche Machtfülle der Kirche und ihrer Ideologie von Seiten des Staates eingeräumt wird.
    Seitenweise Berichterstattung, Kolumnen, Veranstaltungshinweise oder Portraits klerikalen Inhalts bestimmen auffallend den Inhalt der Lokalzeitungen, bis hin zu überregional, bundesweit erscheinenden Ausgaben. Eine finanziell wohlwollende Dominanzstrategie des Staates, die dem unbedarftem Konsumenten christliche Glaubensüberzeugungen, Denk-, Moral – und Wertesysteme vermitteln sollen. Ich halte dass für eine Bedrohung der offenen,pluralistischen Gesellschaft. Mit Unmut und Unverständnis nehme ich – ein Beispiel von vielen – optisch die Werbe – Aufsteller am Eingang fast jeder unserer Wohnorte in der Republik zur Kenntnis, mit der Einladung zur katholischen Messe, Gottesdienste usw.
    Meine weltlich – humanistische Energie muss ich ob dieser unfreiwilligen Begegnungen bzw. Konfrontation schon sehr zügeln.
    Und dies aus dem Säckel der Steuerzahler, mit hoher Effizienz!
    Auch ohne Zustimmung kirchenferner und religionskritischer Mitbürger.
    Offensivwerbung in eigener Sache – geht doch !
    Hier lohnt durchaus der Vergleich mit der,von säkularen Organisationen initiierten, Buskampagne vor vier Jahren. Fast alle Anfragen und Bemühungen in Richtung Vertreter öffentlicher Verkehrsbetriebe, wurden boykottiert, konterkariert, liefen ins Leere.
    Warum wohl ?
    Ist die Angst vor Sanktionen der Kirchenergebenen so gewaltig, dass Grundrechte in unserem Rechtsstaat, wie Presse,- u.Redefreiheit besser nicht eingefordert werden sollten ? Ohne Gefahr zu laufen, der Blasphemie beschuldigt zu werden ?
    Bildung, Wissen, Aufklärung und gelebte Laizität scheinen in christlich – Konservativen Glaubensgebäuden Gefahr zu signalisieren.

    Übrigens schon in der vorchristlichen Antike erkannte und formulierte der Vernunftphilosoph Aristoteles :“ Der Tyrann ( Name der Alleinherrscher) muss sich den Schein geben, als nehme er es mit der Religion ungemein ernst. Denn von solchen erwarten die Untertanen weniger eine ungesetzliche Behandlung, wenn sie den Wandel des Herrschers für gottesfürchtig und fromm zu erkennen glauben, und andererseits unternehmen sie nicht leicht etwas gegen ihn, da er ja die Götter zum Beistand habe … er muss besonders ganz Frömmigkeit, ganz Religion scheinen. Wenn auch einige ihn durchschauen, so schweigen sie doch still; denn die Staatsmajestät schützt den Fürsten, der dann vermöge dieses Schutzes, wenn es sein Vorteil erheischt, die gegenteiligen Seiten herauskehren kann. Das Groß der Untertanen …. wird ihn immer für einen ehrenwerten Mann halten, auch da, wo er gegen Treu und Glauben und gegen die Religion handelte“.

    Jeder kann die damals Handelnden in die heutige Zeit, mit den aktuell bestehenden Allianzen
    adaptieren.

    Kommentar von Uwe Kalkbrenner | Juni 3, 2013


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