gbs Köln

Martin Luther über Behinderte

Martin_Luther_by_Lucas_Cranach_der_Ältere.jpegWenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt, von denen ich einige gesehen habe, so halte ich dafür, dass sie entweder von Teufel entstellt, aber nicht von ihm gezeugt sind, oder dass es wahre Teufel sind.

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Mai 22, 2013 - Posted by | Eigene Artikel |

3 Kommentare »

  1. …und diesen Mann verehren die evangelischen Gläubigen.
    …und Verteter der Evangelischen Kirche sitzen in Ethik- und Rundfunkräten.

    Möge ihnen das Wort “Ethik” im Halse steckenbleiben.

    B.Vowinkel

    Kommentar von Bruno | Mai 22, 2013

  2. Martin Luther empfahl in der Tat – in Übereinstimmung mit damals durchaus verbreiteter Auffassung – geistig und körperlich behinderte oder missgebildete Kinder, die er als teuflische Wesen betrachtete, gleich nach der Geburt zu töten. (Man vergleiche hierzu die Tischreden 4513 und 5207, im Internet leicht auffindbar – aus evangelisch-kirchlicher Sicht meist schöngeredet.) Sein Vorschlag lautete, diese durch Erschlagen mit Ruten oder Ertränken zu töten, da es sich um Teufelsbrut handeln würde. Auch hing er noch dem mittelalterlichen und bibelkonformen Glauben an, dass Hexen und Zauberer Gehilfen des Teufels und folglich zu verbrennen seien.

    Bezeichnend für sein Denken ist auch ein Satz aus einer Tischrede von ihm (Nr. 1795, im Internet vielfach nachzulesen): »Wenn ich einen Juden taufe, will ich ihn an die Elbbrücke führen, einen Stein um seinen Hals hängen und ihn hinab stoßen und sagen: Ich taufe dich im Namen Abrahams.«

    In diesem Zusammenhang kommt dann immer das Argument, man müsse solche Einstellungen aus dem Geist und dem Verständnis der Zeit heraus verstehen und relativieren. Dieses Argument ist gewiss bedenkenswert. Man sollte es dann aber auch auf die vielen anderen Aussagen Luthers zum Glauben und auf seine Auffassungen zu Gott und der Welt beziehen. Das Ergebnis würde dann allerdings der evangelischen Kirche wohl kaum behagen.

    Man stelle sich vor, dass man von Giordano Bruno auch nur einen Halbsatz von dieser menschenverachtenden Einstellung entdecken würde, Das Geheul und die Polemik seitens der Vertreter der Kirchen gegen ihn und insbesondere die Giordano Bruno Stiftung wäre geradezu grenzenlos.

    Kommentar von uwelehnert | Mai 22, 2013

  3. Die menschenverachtenden Aussagen und Original- Zitate Luthers, sein theokratisch- monarchistisches Denksystem, könnten in der Tat noch weiter ausgeführt werden, dass einem Humanisten das Hören und Sehen vergeht!
    Da hilft auch keine behutsame und abgegrenzte Nabelschau der heutigen klerikalen Wichtigtuer in Vorbereitung des Lutherjahres 2017.
    Er war einer der Hardliner der christlichen Religion seiner Zeit, deren Hauptziel es war, den ungebildeten Menschen als Individuum und in der Gruppe klein zu reden. Predigten der Theologen,sakrale Handlungen, Anbetungstexte und Gesänge waren und sind ein wirkungsvolles probates Mittel, Angst in die Köpfe zu implantieren- und dass nach Möglichkeit bereits in der frühkindlichen Erziehungsphase. Von daher macht es keinen Unterschied, dem evangelischen Reformator Luther, oder der absolutistisch- totalitären Hierarchie der römisch- katholischen Kirche, in Person des unfehlbaren Papstes zu würdigen und zu ehren. Beide Amtskirchen und ihre Handlanger parlieren heute noch bedeutungsschwanger ,die allerhöchste moralische Integrität, moralische Autorität zu vertreten und verkünden zu müssen.
    Kirchennahe und kirchliche Medien berieseln mit zunehmender Vehemenz die Leser, Hörer und Fernseher. Selbstverständlich zum Nulltarif für die religiösen Eiferer.
    Für den linientreuen Proporz sorgen schon die offiziell- tätigen Abteilungen in den Entscheidungsgremien.
    Freiheit, Autonomie, Menschenrechte,Unabhängigkeit und Willensfreiheit im demokratischen Sinne sind universelle Grundrechte unseres heutigen Rechts,- und Zeitbewusstseins.
    Und diese Prinzipien erhalten nur in einem konsequent säkular gesellschaftlich- demokratisch verfasstem Staat ihre Legitimation.

    Weder Soziale, wissenschaftliche, kulturelle, ganz zu schweigen von ethischen Errungenschaften sind ursächlich ein Verdienst der Kirche. Ganz im Gegenteil. Sie mussten, oft gegen den erbitterten Widerstand der Staatskirche erkämpft werden.
    Millionen Menschen wurden weltweit verfolgt, denunziert, gefoltert, zwangsmissioniert, oder wie Giordano Bruno, auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
    Diese Bedrohung ist zwar heute nicht mehr unbedingt zu erwarten (oder doch, durch aggressive religiöse Fundamentalisten?) aber die strikte Trennung von Staat und Kirche, die Forderung nach konsequentem Laizismus,das Kündigen der Staatsverträge mit den Kirchen und das Abschaffen des Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen bleiben vordringliche Aufgaben in unserer Gesellschaft.
    Die GBS, der IBKA, die Freidenker und viele, hier ungenannte säkularen Verbände und Organisationen geben mit ihren Kirchen,- und Religionskritischen Grundpositionen, Aktionen und Initiativen unverzichtbare Zeichen für eine Veränderung im gesellschaftlichen Konsens, der Selbstverantwortung und der Sinnfindung.
    Dieses deutliche Engagement zum Mit- und Weiterdenken sollte bei allen kritischen Geistern Schule machen.

    Kommentar von Uwe Kalkbrenner | Mai 27, 2013


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