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Niedersachsen: Grüner tritt wegen Beschneidungsgedicht zurück

Ein niedersächsischer Landtagskandidat der Grünen wettert in einem Gedicht gegen die Beschneidungspraxis von Juden und Muslimen – und wird dafür scharf kritisiert. Jetzt zieht er die Konsequenzen. Er werde im Fall eines Wahlsiegs auf sein Mandat verzichten.

 

weiterlesen im Originalartikel

 

hier das Gedicht von Ulf Dunkel:

Wetzt das Messer, singt ein Lied,
Ab die Vorhaut von dem Glied.
Kinder können sich nicht wehren,
darum müssen sie uns ehren.
Wir verstümmeln, wir beschneiden
Recht und Vorhaut; allen beiden
muss man hier den Garaus machen,
denn wir steh’n auf solche Sachen.
Und ihr Schreien hilft so wenig,
denn wer festhält, ist der König.
Wir bestimmen, was hier Recht.
Wer dagegen ist, ist schlecht.
Gründe sind uns ganz egal,
der Verstand, der kann uns mal.
Bist Du für ein intaktes Glied,
so bist Du gleich Antisemit.

Januar 2, 2013 - Posted by | Presse |

3 Kommentare »

  1. Dunkel wird auch – zurecht – wegen dieses Gedichtes kritisiert (und hat dafür um Entschuldigung gebeten):

    Warum hört ihr nicht, was die Babys euch sagen?
    Sie schreien sich die Seele aus dem Leib!
    Warum ist euer Herz so kalt gegen eure Kinder?
    Warum ist es so verloren an eure Religion?
    Arschlöcher seid ihr alle, blinde Fanatiker,
    seit Jahrhunderten und Jahrtausenden traumatisiert
    und habt das Trauma weiter und weiter gegeben.

    Im Grunde ist das medizinisch nicht notwendige Abschneiden der Vorhaut indiskutabel. Wer nicht in irrationalen Traditionen befangen ist, fühlt unmittelbar, dass man das, was verharmlosend Beschneidung genannt wird, Schutzbefohlenen nicht antun darf. Schon gar nicht, wenn das Abtrennen der angewachsenen Vorhaut von der Eichel und das Abschneiden ohne Narkose praktiziert wird. Es gibt außerdem postoperative Schmerzen und nicht selten Komplikationen und sexuelle Beeinträchtigungen (allein schon beim Masturbieren).

    Ulf Dunkel hat – abgesehen von den zurecht kritisierten Gedichten – intensiv, aber sachlich zur geplanten BGB-Änderung Stellung genommen. Er ist mir nach wie vor als Politiker sympathischer als jemand, den das Leid der wehrlosen Kinder kalt lässt oder der sogar – wie die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, wahrheitswidrig behauptet: „Wir tun unseren Kindern nicht weh.“

    Kommentar von Wolfgang Klosterhalfen | Januar 2, 2013

  2. Ulf Dunkel, die Beschneidung und ein Rücktritt…

    Am Ende des letz­ten Jahres tickerte die Süddeutsche: “Der nie­der­säch­si­sche Grünen-Landtagskandidat Ulf Dunkel zieht Konsequenzen aus der schar­fen Kritik an sei­nem im Internet ver­öf­fent­lich­ten Gedicht zur Beschneidung von Jungen. Er wolle im …

    Trackback von Nics Bloghaus | Januar 2, 2013

  3. Nach dunkellang kurz hell:
    „Ist so´ne kleine Vorhaut gleich unterm Bauch,
    darf man nicht schneiden,fühlt sie doch auch!“

    Kommentar von Fred Frenzel | Januar 2, 2013


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