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Gernot Hassknecht – Kirchengehälter 23.11.12

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Dezember 19, 2012 Posted by | Videos | | Hinterlasse einen Kommentar

Papst Benedikt XVI. predigt Intoleranz gegenüber gleichgeschlechtlicher Ehe

In seiner Botschaft zur Feier des Weltfriedenstages am 1.Januar 2013 mit dem Titel „Selig, Die Frieden Stiften“ äußert sich der Papst auch zur gleichgeschlechtlichen Ehe. Versuche zur Rechtfertigung solcher Verbindungen sieht er als „Beleidigung der Wahrheit des Menschen und eine schwere Verletzung der Gerechtigkeit und des Friedens“.

 

Im überwiegenden Teil seiner Botschaft hebt der Papst auf die friedensstiftende Wirkung des Christentums ab. „Die Leugnung dessen, was die wahre Natur des Menschen ausmacht – in seinen wesentlichen Dimensionen, in der ihm innewohnenden Fähigkeit, das Wahre und das Gute, letztlich Gott selbst zu erkennen –, gefährdet den Aufbau des Friedens…Um authentische Friedensstifter zu werden, ist zweierlei grundlegend: die Beachtung der transzendenten Dimension und das ständige Gespräch mit Gott, dem barmherzigen Vater, durch das man die Erlösung erfleht, die sein eingeborener Sohn uns erworben hat.“ Mit anderen Worten: Atheisten sind prinzipiell nicht in der Lage, authentische Friedensstifter zu werden. Es fehlt ihnen das ständige Gespräch mit Gott. Wer Karlheinz Deschners „Kriminalgeschichte des Christentums“ gelesen hat, fragt sich allerdings, wie es dann möglich war, dass das Christentum ein Unheil apokalyptischen Ausmaßes über unseren Planeten gebracht hat, das mehr als 100 Millionen Menschen das Leben kostete. Ganz abgesehen von den psychischen Schäden, die die menschenverachtende Moralvorstellung der katholischen Kirche angerichtet hat.

Gerade in diesem Punkt beharrt der Papst auf den althergebrachten Grundsätzen. So wettert er gegen die Liberalisierung der Abtreibung und gegen die, in einer Reihe von Nationen eingeführte Möglichkeit der gleichgeschlechtlichen Ehe:

„Auch die natürliche Struktur der Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau muss anerkannt und gefördert werden gegenüber den Versuchen, sie rechtlich gleichzustellen mit radikal anderen Formen der Verbindung, die in Wirklichkeit die Ehe beschädigen und zu ihrer Destabilisierung beitragen, indem sie ihren besonderen Charakter und ihre unersetzliche gesellschaftliche Rolle verdunkeln. Diese Grundsätze sind keine Glaubenswahrheiten, noch sind sie nur eine Ableitung aus dem Recht auf Religionsfreiheit. Sie sind in die menschliche Natur selbst eingeschrieben, mit der Vernunft erkennbar und so der gesamten Menschheit gemeinsam. Der Einsatz der Kirche zu ihrer Förderung hat also keinen konfessionellen Charakter, sondern ist an alle Menschen gerichtet, unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit. Solch ein Einsatz ist um so nötiger, je mehr diese Grundsätze geleugnet oder falsch verstanden werden, denn das stellt eine Beleidigung der Wahrheit des Menschen dar, eine schwere Verletzung der Gerechtigkeit und des Friedens.“

Seine Ausführungen stellen die Dinge völlig auf den Kopf. Wenn die Vorstellung, dass ausschließlich die Heterosexualität in die menschliche Natur eingeschrieben ist, richtig wäre, dann gäbe es ja keine homosexuellen Neigungen. Wenn nicht von der Natur, woher sonst sollten diese Neigungen kommen? Die wissenschaftliche Erforschung des Menschen hat gezeigt, dass es ein kontinuierliches Spektrum von sexuellen Neigungen gibt. Wenn alle diejenigen sexuellen Neigungen und Praktiken, die nicht zur Zeugung neuen Lebens führen, als pervers eingestuft würden, dann stünde der Zölibat an der Spitze der Perversion. Es ist abwegig, der Natur bzw. der Evolution ein Ziel zu unterstellen. Es ist auch abwegig, bestimmte sexuelle Neigungen zu verurteilen, solange sie niemandem Schaden zufügen. Ratzinger beweist hier nicht nur, dass er die Evolution grob missversteht, sondern er missbraucht sie gezielt in der Argumentation für sein totalitäres Verständnis von Naturrecht. Dieser Versuch, eine evolutionäre Grundlage zu etablieren, auf der wir Homosexualität als Irrtum der Natur erkennen müssen, ruft schlimme Erinnerungen wach.

Es fällt besonders schwer, die Ausführungen des Papstes bezüglich der Vernunft nachzuvollziehen. Auch hier ist das genaue Gegenteil zutreffend. Die Herabwürdigung von homosexuellen Verbindungen ist zutiefst unvernünftig und sie ist, wenn sie von der katholischen Kirche kommt, auch noch verlogen, denn Insider schätzen den Anteil der katholischen Priester mit homosexuellen Neigungen auf weit über 50%. Die meisten gehen diesen Neigungen auch nach. Wie der Fall David Berger zeigt, wird im Bereich der Sexualität nahezu alles innerhalb der katholischen Kirche geduldet, so lange es nicht an die Öffentlichkeit gerät. Es geht ausschließlich darum, den heiligen Schein zu wahren.

Zu der Idee, dass die gleichgeschlechtliche Ehe gar eine Verletzung der Gerechtigkeit und des Friedens darstellt, braucht es schon perverse Wahnvorstellungen. Innerhalb der katholischen Kirche wird ja häufig Ratzingers überragende Intelligenz gelobt. Von außen gesehen, scheint es sich da mehr um eine religiöse Inselbegabung zu handeln.

Mit dieser Botschaft hat der Papst mal wieder das ganze Spektrum der Menschenverachtung des Vatikans gegenüber Andersdenkenden bedient. Man ist dort noch immer der völlig abwegigen Meinung, dass man die Vernunft auf seiner Seite hätte, während selbst viele überzeugte Katholiken mittlerweile nur noch den Kopf über die Borniertheit der katholischen Führungskräfte schütteln können.

 

Bernd Vowinkel

 

Hinweis:

Laut Katholischer Kirche gehöre Homosexualität „nicht zu Gottes Schöpfungsplan“. Dennoch gibt es Bestrebungen, vernünftige und humane Ansichten bei jungen Menschen zu fördern: z.B. die aktuelle Ausschreibung des JULIT:))) dem jungen Literaturpreis für Lesben und Schwule:

http://www.julit-preis.de/

Das Thema für 2013 lautet: „Darwin und die Liebe – wie passen Lesben und Schwule in die Evolution?“. Auch Beiträge von Katholiken sind willkommen! Einsendeschluss ist der 31.12.2012

 

Dezember 19, 2012 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Gay Unions dont‘ harm peace, weapons do it

Dezember 19, 2012 Posted by | Videos | | Hinterlasse einen Kommentar