gbs Köln

Menschenrechte und Demokratie

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22.05.2012 Seite 6

Leserbrief von Constanze Cremer

Die Berichterstattung zu den Vorkommnissen in Bonn am 5. Mai lässt darauf schließen, dass die Polizei mit ihrer Einschätzung, es sei auch ohne das Zeigen der Mohammed-Karikaturen zu den geschilderten Gewaltexzessen durch die Salafisten gekommen, wohl richtig liegt. Die Reaktion der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Kraft, das Zeigen islamkritischer Karikaturen verbieten zu wollen, ist gut gemeint, aber leider von fehlendem Demokratie- und Bürgerrechtsverständnis getragen; ein solches Verbot bedeutete nichts anderes als die Kapitulation vor den Islamisten, die durch Verbreitung von Angst und Terror damit ihr Ziel erreicht hätten: den massiven Angriff auf Meinungs-, Religions- und Weltanschauungsfreiheit, zu deren Wesen das Recht gehört, Religionen zu kritisieren, auch mittels Karikaturen. Es scheint in dieser Gesellschaft häufig am Erkennen zu fehlen, wenn Menschenrechte im Namen der Menschenrechte beschnitten werden, und allzu oft wird in falsche Kategorien einsortiert. Hier konkret: Nicht die Mohammed-Karikaturen sind menschenverachtend, sondern die Fremdenfeindlichkeit von Pro NRW und die von dieser Partei geforderte restriktive Asylpolitik; doch gegen diese demonstrierten die islamistischen Demonstranten bezeichnenderweise nicht. Die Frauen-, Schwulen- Juden und Demokratiefeindschaft der Salafisten hinzunehmen wäre gleichermaßen falsche Toleranz wie das Hinnehmen der Feindschaft gegenüber Migranten und Flüchtlingen. Eine wehrhafte Demokratie hat diese Feindschaften zu bekämpfen – und das Menschenrecht Meinungsfreiheit zu schützen.

Constanze Cremer, Bonn

Anmerkung:

Formulierungen teilweise aus der Pressemitteilung der Aktion 3. Welt Saar übernommen und von der FAZ-Redaktion leider gekürzt um den kursiv gedruckten Halbsatz…

Mai 23, 2012 - Posted by | Eigene Artikel |

4 Kommentare »

  1. Menschenrechte und Demokratie…

    Leserbrief von Constanze Cremer Die Berichterstattung zu den Vorkommnissen in Bonn am 5. Mai lässt darauf schließen, dass die Polizei mit ihrer Einschätzung, es sei auch ohne das Zeigen der Mohammed-Karikaturen zu den geschilderten Gewaltexzessen durch…

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  4. In Deutschland muss der Islam die Menschenrechte anerkennen!

    Ich finde, es sollte nicht gefragt werden, ob, sondern welche Form des Islam, aber auch – fairerweise – natürlich genauso, welche Art des Christen- und Judentums in Deutschland geduldet werden sollte. Denn noch immer haben diese drei monotheistischen Religionen ihren kriegerischen Absolutheitsanspruch nicht abgelegt, der bisher schon zu sehr vielen Millionen von grausamsten Ermordungen geführt hat!
    Falls Deutschland wirklich ein Rechtsstaat ist, der dem Frieden verpflichtet ist, sollte hier allen islamischen, christlichen und jüdischen Vereinigungen eine Frist bis Jahresende gesetzt werden, offiziell auf jeglichen Absolutheitsanspruch zu verzichten und die Menschenrechte anzuerkennen – andernfalls sollte die betreffende Vereinigung verboten werden!

    Kommentar von Reiner Moysich | Juni 2, 2012


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