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Das Molekül der Nächstenliebe

Nächstenliebe und Moral sind zentrale Werte der christlichen Ethik. Für viele Eltern, selbst dann wenn sie selbst nicht gläubig sind, gehören diese zu den wichtigsten Motiven, ihre Kinder in den Religionsunterricht zu schicken. Für diese Leute muss die wissenschaftliche Entdeckung wie ein Schlag ins Gesicht anmuten, dass für Nächstenliebe, Mitgefühl und Moral fast ausschließlich ein chemischer Stoff namens Oxytocin verantwortlich ist.

Oxytocin ist eine kurze Aminosäurenkette, die als Botenstoff zwischen den Nervenzellen arbeitet. Der Stoff wurde erstmals 1953 von dem amerikanischen Chemiker Vincent du Vigneaud isoliert und später auch synthetisiert. Dafür erhielt er zwei Jahre später den Nobelpreis für Chemie. Als eine der ersten Eigenschaften des Hormons fand man heraus, dass es eine besondere Rolle bei der Geburt und danach spielt. Seine Ausschüttung führt unter anderem zu einer Stärkung der emotionalen Bindung zwischen Mutter und Kind. Die generelle Korrelation von Oxytocin mit altruistischem Verhalten wurde aber erst in neuerer Zeit entdeckt und weiter untersucht. So hat Michael Kosfeld an der Universität Zürich Experimente gemacht, bei denen er Probanden ein Investorenspiel mit echtem Geld durchführen ließ. Bei einem Teil der Testpersonen erhöhte er den Oxytocin-Spiegel durch ein Nasenspray. Diese hatten danach mehr Vertrauen gegenüber ihren Spielpartnern und waren eher bereit, einen größeren Teil ihres Geldes abzugeben.

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November 8, 2011 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar