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Buchbesprechung: „Die unbekannte Mitte der Welt“

Ich bin begeistert von einem Buch: „Die unbekannte Mitte der Welt“ mit dem Untertitel „Globalgeschichte aus islamischer Sicht“ von Tamim Ansary. Es ist ein Buch, dessen Reiz und Wahrhaftigkeit darin liegt, dass es die Entwicklungen mit den Augen gebildeter Schichten der islamische Welt betrachtet und uns Abendländern nahe bringt. Der Autor weiß, dass Geschichte erzählt werden muss, und er kann erzählen. Wer sich mit dem Phänomen Religion auseinandersetzt und sich als Atheist nicht nur mit Kirchen und Papst balgen will, der sollte ein solches Buch als Pflichtlektüre betrachten.

Tamim Ansary stammt väterlicherseits selbst aus Afghanistan, mütterlicherseits gibt es europäische und jüdische Wurzeln. Er lebt in den USA und ist Lektor bei einem Schulbuchverlag, was der Lektüre erzählerischen Glanz und hervorragende Verständlichkeit gibt. Dass er selbst den Islam gut kennt, ist wichtig – dass er sein Buch nicht als Moslem schreibt, sondern aus areligiöser Position macht es frei von Apologetik.

Es ist natürlich schon aufregend, eine gute Erzählung der Geschichte zu lesen, in der unsere aus Schulzeiten bekante abendländische Entwicklung nur am geographischen und historischen Rande vorkommt. Denn Tamim Ansary erzählt Weltgeschichte aus der Sicht jener Mitte, die zwischen China und Indien einerseits und dem Ostrand des Mittelmeeres andererseits liegt – eine Region, die seit Mohamed islamisch geprägt ist.

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Mai 11, 2010 Posted by | Bücher, Eigene Artikel | 1 Kommentar

Palin: America Is A Christian Nation

Mai 11, 2010 Posted by | Videos | | Hinterlasse einen Kommentar

Glaube und Unglaube in Deutschland

Ein Aufruf zur Selbstklärung: Wo stehe ich wirklich und wofür möchte ich bezahlen?

Die kürzliche Vereidigung einer Muslima als Landesministerin in Niedersachsen hat wieder einmal daran erinnert, wie vielfältig die religiösen Anschauungen in Deutschland geworden sind. Weniger beachtet wird die Tatsache, dass mehr Deutsche keiner Religionsgemeinschaft angehören als der evangelischen oder katholischen Gemeinschaft.

So weist bereits der „Religionsmonitor 2008“ der Bertelsmann-Stiftung aus, dass nur 16% der Deutschen unabhängig von ihrer Religion oder Konfession als „hochreligiös“ einzustufen sind, 30 % als nicht religiös. Leider wurde nicht gefragt, wie viele Mitbürger die zentralen theologischen Glaubensaussagen für zuverlässig wahr halten, so dass sie ihr Leben danach ausrichten; wenn man die Details der Untersuchung anschaut, dürfte dieser Prozentsatz im Bereich jener 15-20% liegen, der auch für Hochreligiosität gefunden wurde. Umgekehrt gibt es ein spürbares Vordringen esoterischer Vorstellungen, Astrologie und schwärmerischer „Spiritualität“ auch unter Kirchenmitgliedern, so dass es nicht unfair erscheint, die Deutschen ganz überwiegend für „Heiden“ zu halten, die sich ihre ganz persönliche „Religion“ zusammengestellt haben, ob und wo auch immer sie Kirchensteuer oder ähnliche Spenden abführen.

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Mai 11, 2010 Posted by | Eigene Artikel | | 2 Kommentare