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Wo gehts zu Gott? Die Angst vor dem kleinen Ferkel

Von Hugo Stamm

Ein Zürcher Gemeinde verbannt ein Bilderbuch aus der Bibliothek, in dem ein Bischof ein Rabbi und ein Mufti um die Gunst eines Schweins buhlen.

FerkelEs ist die Geschichte vom kleinen Ferkel und seinem Freund, dem Igel, die sich aufmachen, Gott zu suchen. Es ist auch die Geschichte der Hombrechtiker Behörden, die wissen, dass ihren Bürgerinnen und Bürger keine Schweinereien zugemutet werden können.

Die Fabel vom Gott suchenden Ferkel hat der deutsche Philosoph Michael Schmidt-Salomon im Bilderbuch «Wo bitte geht’s zu Gott?» aufgeschrieben. Die Geschichte gipfelt in einer Szene, in der sich ein Bischof, ein Mufti und ein Rabbi die Köpfe einschlagen. Solche Frivolitäten wollen die Hombrechtiker Behörden ihren Bürgern nicht zumuten.

30 Prozent sind religionskritisch

Wie kam es dazu? Andreas Koch, ein Bürger besagter Gemeinde, ist Mitglied der Giordano-Bruno-Stiftung, einer Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung. Dieser Stiftung gehören bekannte Philosophen, Künstler und Wissenschafter an. Sprecher und Aushängeschild ist Michael Schmidt-Salomon, der kürzlich in «Sternstunde Philosophie» einem breiten Schweizer Fernsehpublikum vorgestellt wurde. Womit wir wieder in Hombrechtikon gelandet wären.

Andreas Koch wollte der Bibliothek drei Bücher von Schmidt-Salomon schenken. Der Hombrechtiker war der Ansicht, dass aufklärerische Bücher durchaus ins Programm passen würden, zählen sich doch – wie er erklärt – 30 Prozent der Schweizer zu den agnostischen oder religionskritischen Menschen.

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