gbs Köln

Interview mit dem Autor der „Reimbibel“

NRhZ-LeserInnen, die von Anfang an „dabei“ sind, werden sich erinnern, dass wir bereits in Ausgabe Nummer 2 anlässlich des „Weltjugendtages“ vor vier Jahren in einer Filmserie und einigen Artikeln den Kirchenkritiker Karlheinz Deschner vorgestellt haben. Nun haben wir Professor Wolfgang Klosterhalfen und seine vor ein paar Wochen erschienene „Reimbibel – Die schreckliche Schrift in Reimen und Versen“ entdeckt. Da dieses hochinteressante und gleichzeitig ausgesprochen unterhaltsame Buch in den üblichen Medien nicht erwähnt wird, beginnen wir in dieser Ausgabe mit einer Serie. Dazu hier als Einführung ein Interview mit dem Autor. – Die Redaktion

Peter Kleinert: Sie sind, wie man dem Cover Ihres Buches entnehmen kann, kein Dichter oder Kabarettist, sondern Medizin-Psychologe, und ich vermute mal, Sie sind 1945 nach Ihrer Geburt auch getauft worden. Haben Sie jemals an Gott geglaubt?

Wolfgang Klosterhalfen: Ich bin sogar konfirmiert worden und habe damals meinem Pfarrer, den ich sehr mochte, jedes Wort geglaubt. Allerdings erinnere ich mich noch gut daran, dass ich beim sogenannten Abendmahl sehr enttäuscht war, als ich merkte, dass sich psychisch rein gar nichts in mir ereignete. Nach all der Vorbereitung auf diesen Augenblick hatte ich wohl so etwas wie einen frommen Schauder erwartet. Diese Ent-Täuschung beim rituellen Kannibalismus war anscheinend der Anfang vom Ende meines Glaubens. Meine Eltern waren nach zwei Weltkriegen schon weitgehend vom Glauben abgefallen und hatten sich als Besitzer einer Apotheke nur sozial angepasst. Sie haben – von einer rigiden Sexualmoral abgesehen – ansonsten keinen religiösen Druck auf mich ausgeübt. Nach der Konfirmation bin ich kaum noch zu sogenannten Gottesdiensten gegangen und habe mich – wie so viele andere auch – sehr für das Diesseits aber wenig für religiösen Hokuspokus (hoc est corpus) interessiert.

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September 2, 2009 - Posted by | Interviews, Presse

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