Papst soll von Missbrauch gewusst haben
Mexiko-Stadt/Leon (RPO). Mexikanische Gelehrte haben wegen der Missbrauchsskandale in der Kirche schwere Vorwürfe gegen Papst Benedikt XVI. erhoben. Als Chef der Glaubenskongregation habe er von den kriminellen Machenschaften des mexikanischen Gründers der Legion Christi, Marcial Maciel, gewusst und sie verschwiegen.
Katholischer Missbrauchsbeauftragter schont Pädophile
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann beschäftigt nach SPIEGEL-Informationen in seinem Bistum sieben als pädophil aufgefallene Pfarrer. Einer von ihnen soll sexuelle Beziehungen zu einem Schüler gehabt haben, zwei weitere sind wegen Besitzes von Kinderpornografie verurteilt.
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Es hört nicht auf, es wird nur anders
Vor zwei Jahren gelangte der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche mit all seinen Details an die Öffentlichkeit – ein Betroffener schildert, wie schwer es ist, das Erlebte zu verarbeiten und warum die Reaktion der Kirche für ihn ein zweites Verbrechen ist.
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Mein Freund, der Herr Pfarrer
Er verging sich an drei Jungen, tagsüber, abends, sogar morgens vor der Messe: Pfarrer Andreas L. steht wegen teils schweren Kindesmissbrauchs vor dem Landgericht Braunschweig. Die Befragung der Mütter dokumentiert das Versagen der Kirche – und das unerschütterliche Vertrauen ihrer Mitglieder.
Missbrauch vor der Messe
Pfarrer Andreas L. hat zugegeben, über Jahre hinweg drei Jungen sexuell missbraucht zu haben. Vor dem Landgericht Braunschweig entschied er sich zur Flucht nach vorn – allerdings nicht freiwillig. Und erst recht nicht mit gebotener Einsicht.
Er mag es, wenn man um Hilfe schreit
Jahrelang wurde eine Ministrantin von ihrem Pfarrer sexuell missbraucht. Der Täter leugnet – und die katholische Kirche zeigt, was ihre vollmundigen Versprechen wert sind.
Irland: Neue Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester
In Irland hat die katholische Kirche 160 neue Verdachtsfälle von sexuellen Vergehen an Kindern öffentlich gemacht. Oft wurden die Priester danach lediglich versetzt.
Die katholische Kirche in Irland hat neue Berichte zum Missbrauch von Kindern durch Priester in der Zeit zwischen 1975 und 2010 vorgelegt. Nach Angaben der Regierung sind darin 160 Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs durch 85 Priester in sechs Diözesen aufgelistet. Nur wenige davon hätten Verurteilungen nach sich gezogen, sagte die irische Kinderministerin Frances Fitzgerald.
Sexuelle Gewalt gegen Kinder nimmt ab
Die sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche geht zurück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Täter müssten heute stärker als früher damit rechnen, entdeckt zu werden, heißt es. Der Abschreckungsfaktor sei gestiegen.
US-Bischof muss nach Missbrauchsvorfall vor Gericht
Erstmals ist in den USA ein katholischer Bischof im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch angeklagt worden: Das Diözesen-Oberhaupt von Kansas City soll monatelang einen Priester geschützt haben, der Hunderte Kinderporno-Bilder auf seinem Laptop gespeichert hatte.
Dr. Joseph Ratzinger und die systematische Vertuschung sexueller Übergriffe auf Kinder und Jugendliche
von Wolgang Klosterhalfen
Die systematische Vertuschung sexuellen Missbrauchs ist bei der römisch-katholischen Kirche nicht zuletzt eine Folge der Überzeugung, es gäbe außerhalb dieser Kirche kein Heil:
[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] „glaubt fest, bekennt und verkündet, dass niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter – des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt. …“
Josef Neuner und Heinrich Roos: Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung. Regensburg 1992, Nr. 381.
Wer dies glaubt und über Missbrauchsfälle öffentlich spricht, schädigt das Ansehen der Kirche, provoziert Kirchenaustritte und nimmt in Kauf, dass viele Menschen „dem ewigen Feuer“ verfallen. Er verstößt dabei gegen die päpstlichen Schreiben „Crimen sollicitationis“ (1962) und „De delictis graviboribus“ (2001), die beide zur Missbrauchsvertuschung aufrufen, indem sie anordnen, Missbrauchsfälle als „päpstliches Geheimnis“ zu behandeln und nur dem Vatikan zu melden. In „De delictis graviboribus“ forderte Kardinal Ratzinger weltweit alle Bischöfe seiner Kirche zur Vertuschung auf, indem er schrieb: „Prozesse dieser Art unterliegen der päpstlichen Geheimhaltung“. Dadurch wurde implizit verboten, bei noch nicht öffentlich bekanntgewordenen Missbrauchsfällen die Staatsanwaltschaft einzuschalten.
Rebellion in Dublin
Der Vatikan wehrt sich gegen Vorwürfe, er decke pädophile Priester. Aber schon naht der nächste Bericht über Kindesmissbrauch in einer katholischen Diözese.
Nur Schläge im katholischen Kinderheim
Die Diskussion über den Missbrauchsskandal hat es möglich gemacht: Drei Männer erinnern sich an Schrecken ihrer Kindheit in katholischen Heimen – und sprechen darüber.
Missbrauchsopfer klagen Papst in Den Haag an
Zwei US-Organisationen haben am Dienstag eine Klageschrift gegen den Vatikan beim Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag eingereicht. Sie werfen dem Kirchenstaat Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor und fordern Ermittlungen gegen Verantwortlichen.
In ihrer 10.000 Seiten starken Klageschrift beschuldigen das Center for Constitutional Rights (CCR) und das Survivors Network of those Abused by Priests (SNAP) den Papst und drei weitere hochrangige Vatikan-Verantwortliche (Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, seinen Vorgänger Angelo Sodano und den Präfekten der Glaubengskongregation, William Levada) der “Tolerierung und Ermöglichung der systematischen und weit Vertuschung von Vergewaltigung und Sexualverbrechen an Kindern in der ganzen Welt”.
Erzbistum München-Freising vertuscht bewusst Vorfälle
Im Erzbistum München-Freising wurden bewusst sexuelle Missbrauche vertuscht sowie Akten vernichtet. Auf Grund der fehlenden Akten rechnet Gutachterin Marion Westpfahl mit „erheblichen Dunkelziffer“.
Neunmal mehr Missbrauchsfälle in der Kirche aufgedeckt
Aachen/Hildesheim. Die Abgründe sind nahe. 35 Kilometer vor der Tür des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) in Hannover werden nun Fall für Fall Personalakten von Priestern durchforstet, die sich sexuell an Kindern und Jugendlichen vergangen haben.
Damit startete gestern im Generalvikariat des Bistums Hildesheim die umfassendste Aufarbeitung von Missbrauchsskandalen in der Geschichte der katholischen Kirche. Bis 1945 gehen die Kriminologen zurück. Ende Oktober, spätestens Anfang November will der KFN-Direktor Christian Pfeiffer das Bistum Aachen unter die Lupe nehmen.
Priester pochen auf Datenschutz
“Juristisch wie menschlich höchst bedenklich”: Weil ihre Personalakten an ein Forschungsprojekt zu Missbrauchsfällen weitergegeben wurden, protestieren nach SPIEGEL-Informationen katholische Priester bei der Bischofskonferenz. Sie beklagen die Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte.
Katholische Kirche vertuschte Missbrauchsfall
Im Fall des geständigen Priesters aus Salzgitter hat die Bistumsleitung nach Informationen des SPIEGEL dem Geistlichen bereits 2006 ein Kontaktverbot zu einem Zehnjährigen ausgesprochen – allerdings nur kirchenintern. Weder andere Eltern noch Staatsanwaltschaft wurden informiert.
Irlands Ministerpräsident attackiert Vatikan wegen Missbrauch
Dublin, 21.7.11 (Kipa) Auf ungewöhnlich scharfe Weise hat Irlands Ministerpräsident Enda Kenny den Vatikan wegen des Missbrauchsskandals angegriffen. Der Heilige Stuhl habe die Ermittlungen gegen beschuldigte Geistliche gezielt behindert; dies sei nicht vor Jahrzehnten geschehen, “sondern erst vor drei Jahren”. Die Beziehungen zwischen Kirche und Staat in Irland könnten “nicht mehr die alten sein”, sagte Kenny in einer Parlamentsdebatte zum Thema am Mittwochabend.
Katholische Kirche öffnet Personalakten
Die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche in Deutschland hat durch die Missbrauchsfälle schwer gelitten. Nun geben die Bischöfe eine in Europa beispiellose Untersuchung in Auftrag: Eine externe Einrichtung fahndet nach Verdachtsfällen – und bekommt nach SPIEGEL-Informationen Zugriff auf sämtliche Personalakten.
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Wenn Gutmenschen zu Übeltätern werden
Erst Europa und die USA, jetzt Afrika. Auf dem Kontinent melden sich immer mehr Opfer sexuellen Missbrauchs, berichten von Übergriffen durch Geistliche wie Pater Renato Kizito. Die Machtstrukturen spielen den Klerikern in die Hände, sie werden von den Menschen verehrt – und ihre Taten kaum geahndet.
Es kann auch schnell gehen
WIEN. (hpd) Die katholische Kirche steht möglicherweise vor einem neuen Skandal um sexuelle Gewalt. Eine heute erwachsene Frau hat zwei Priester wegen sexueller Nötigung angezeigt – und Kardinal Christoph Schönborn wegen Vertuschung. Es ist die erste Strafanzeige gegen die Spitze der Kirchenhierarchie in Österreich.
Neue (?) römische Missbrauchsrichtlinien
Am 16. Mai 2011 verÄffentlichte der Vatikan ein “Rundschreiben um den Bischofskonferenzen zu helfen, Leitlinien für die Behandlung von Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker zu erstellen”. Damit sollen die bisherigen Regelungen ersetzt werden, die sich vor allem durch ihre Ausrichtung nach innen auszeichneten. Missbrauchsfälle, sollten innerkirchlich behandelt, innerkirchlich fallweise disziplinarisch bestraft und von der Außenwelt geheim gehalten werden, Anzeige bei Behörden waren nicht vorgesehen, die Vorgänge vielen unter Schweigeverpflichtung. Seit Jahrzehnten war es damit gelungen, sexuelle Straftaten von Klerikern zu vertuschen, schlimmstenfalls drohte den Tätern eine Verbannung in ein Kloster, in der Regel gab es bloße Versetzungen, die Opfer stammten in den allermeisten Fällen aus dem katholischen Glaubensbereichen, die Opfer konnten daher ohne größeren Aufwand zum Schweigen über die Straftaten veranlasst werden.
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