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“Leibniz war kein Butterkeks” Lesung von Michael Schmidt Salomon mit Tochter am 19.Oktober 2012 bei der gbs Köln

Januar 25, 2013 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Kunst, Kant und Kekse

KÖLN. (hpd) – Im mit 150 Menschen voll besetzten Kammermusiksaal der Kölner Hochschule für Musik und Tanz ereignete sich am 19. Oktober ein Höhepunkt konfessionsfreier Kultur: Lea Salomon und Michael Schmidt-Salomon lasen gemeinsam aus ihrem Buch „Leibniz war kein Butterkeks – den großen und kleinen Fragen der Philosophie auf der Spur“.

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Wie es dem Ort und dem Mitveranstalter, der Kölner Hochschule für Musik und Tanz, angemessen war, gab es zu Beginn eine wundervolle musikalische Einstimmung: die mit vielen Preisen ausgezeichnete Sopranistin Elisabeth von Stritzky, begleitet von der Akademistin der Essener Philharmoniker Christine Stemmler auf der Klarinette und dem mit vielen Auszeichnungen dekorierten Pianisten Christoph Schnackertz, seines Zeichens Begleiter so renommierter Sangesgrößen wie Edda Moser, Christiane Oelze und Christoph Prégardien, interpretierten Franz Schuberts Kunstlied (eher eine musikalische Gesangs-Szene von immerhin knapp 15 Minuten) “Der Hirt auf dem Felsen“. Glockenhell gesungen, zauberhaft dargeboten und von den Veranstaltern geschickt ausgewählt. Am Ende des Abends gestand Michael Schmidt-Salomon, just dieses Stück als Knabensopran selber gesungen zu haben. Leider ließe sich dies aus biologischen Gründen heute nicht mehr wiederholen.

Moderator Burkhard Wepner führte sodann für die Hochschule für Musik und Tanz und die mitveranstaltende Kölner Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung charmant und treffsicher durchs Programm. Er erinnerte noch einmal, frei nach Goethe, an folgendes Motto: Wer Wissenschaft, Philosophie und Kunst besitze, brauche keine Religion. Nanu? Wird sich mancher fragen, „Leibniz war kein Butterkeks“ erschien doch schon 2011. Jetzt erst eine Lesung? Es war ein reizvolles Experiment, über ein Jahr nach seinem Erscheinen zu überprüfen, ob das Buch seine Leser noch zu fesseln vermag. Um es gleich vorweg zu nehmen: Ja, es vermag! Und wie.

In erfrischend lockerer Dialogform warfen sich Vater und Tochter die philosophischen Stichworte zu und kreuzten die Klingen. Sie erklärten den pfiffig durchdachten Aufbau des Buches: Die Tochter zwingt den Philosophen-Vater so zu formulieren, dass sie nicht nur „Bahnhof“ versteht, sondern so, als spräche er zu ihr. Es entstanden 17 Gespräche über Grundfragen der Philosophie, mit anschließenden „Wissensinseln“, in denen Leser Hintergrundinformationen und Literaturanregungen zum Weiterlesen finden. Das erste Kapitel stellten sie sodann gründlich vor:

Sein oder Nichtsein – die ewig junge Frage.

Gibt es einen Grund dafür, dass wir existieren? Warum gibt es nicht einfach nichts? Humorvoll, und doch verständnistief, mit ironischem Augenzwinkern, aber doch immer auf den Punkt genau, wurde hier von beiden argumentiert – das Publikum lauschte gebannt. Ein solches Buch hat wirklich gefehlt. Die Dialogform erweist sich schlicht als genial. Das In-Frage-Stellen, Todfeind aller religiösen und ideologischen Dogmen, wird hier mit einer Virtuosität zelebriert, die ihresgleichen sucht. Warum macht Sex Spaß, Sterben aber nicht? Ist es vernünftig, immer vernünftig zu sein? Muss Leben einen Sinn haben? Ein Genuss für alle, die Lust am wilden, ungehemmten Denken und Nachdenken haben, am Gründlichsein, am Anregen und Aufregen, am Anstoßen und Vernünftigsein.

Nach langanhaltendem Applaus entspann sich eine angeregte Diskussion. Lea Salomon berichtete bei aller Leichtigkeit und Freude an der Entstehung des Buches auch von Ängsten um ihren Vater, als dieser Drohbriefe wegen seiner Religionskritik erhielt. Als die Giordano-Bruno-Stiftung, deren Mitbegründer und Vorstandssprecher Schmidt-Salomon ist, bei der Gründung des Zentralrates der Ex-Muslime half, seien diese Ängste besonders begründet gewesen. Starker Applaus für den damaligen und heutigen Mut, sich diesen Ängsten nicht zu beugen, sondern tapfer zu stellen!

Die anwesende Politikerin Ingrid Matthäus-Maier fragte, ob sich Atheismus und Agnostizismus miteinander vereinbaren ließen? Michael Schmidt-Salomon: Aber selbstverständlich. Der Agnostiker schere sich schließlich um Argumente. Wenn ihm vernünftig nachgewiesen werde, dass ein Gott existiere, der mit den Naturgesetzen übereinstimme, werde er sich von diesen Argumenten überzeugen lassen. Bis dahin dürfe man ihn als „agnostischen Atheisten“ bezeichnen.

Daughters are doing it for themselves!

Besucherin Helen Maier fragte Lea Salomon, ob das Butterkeks-Buchprojekt sie verändert habe? Lea Salomon: Und ob! Früher sei sie ein Teenager gewesen, der sich weiße Handtäschchen und Hündchen à la Paris Hilton gewünscht habe. Inzwischen studiere sie Philosophie. Zustimmendes Raunen im Publikum. Wohl wahr: Die Geschichte der Philosophie und der sie Prägenden ist bislang eindeutig eine Männerdomäne. Von Epikur, Platon, Sokrates, über Spinoza, Kant und Schopenhauer, Darwin und Freud, bis hin zu Richard Dawkins. Man muss schon immer lange suchen, ehe mal eine Hypatia oder Hannah Arendt erwähnt werden. Die Geschichte des Backens von Butterkeksen ist dagegen eher keine Männerdomäne…

Liebe Frauen: Für die Zukunft der Menschheit ist die Philosophie viel zu wichtig, um sie alleine den Männern zu überlassen!

Wurden wir vielleicht Zeugen der Geburtsstunde einer großen Philosophin? Liebe Lea Salomon: Unbedingt weiterstudieren. Nachdenken. Weiterdenken. Schreiben. Veröffentlichen. Weiterent-wickeln. Und allen jungen Eltern sei ans Herz gelegt: Bringt euren Söhnen bei, wie man Butterkekse backt, und euren Töchtern, Philosophie zu veröffentlichen!

Wird es eine Fortsetzung des Buches geben?
Michael Schmidt-Salomon: „Jetzt lassen wir Lea erst mal studieren. Und dann sehen wir weiter.“

Wir sind gespannt. Wir sind sogar sehr gespannt.

Im Anschluss an die lebendige Diskussion signierten Lea Salomon und Michael Schmidt-Salomon noch für ihr Kölner Publikum. Am Ende war „Leibniz war kein Butterkeks“ am Büchertisch ausverkauft. 1:0 für die Philosophie!

Nachdenken ist eben nicht nur viel vernünftiger als Nachbeten, es macht auch viel mehr Spaß.

Frank Hichert

Oktober 22, 2012 Posted by | Eigene Artikel | | 2 Kommentare

Vortrag in Köln am Freitag 19.10.2012

 

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«Unmündigkeit wird sozial erworben»

Atheismus-Serie: Michael Schmidt-Salomon gehört zu den prominentesten Kritikern der Religionen. Im Interview verrät er, warum sich der Konflikt zwischen Freidenkern und Gläubigen verschärft.

Alain de Botton ist bekennender Atheist. Im Gegensatz zu radikaleren Freidenkern befürwortet er die Religion als sinnstiftende Kultur (Artikel zum Thema: Orgien für Ungläubige). Ist diese Haltung politisch vertretbar oder impliziert «Religion» immer auch ein dogmatisches Glaubenssystem?

 

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Februar 10, 2012 Posted by | Presse | | Hinterlasse einen Kommentar

Michael Schmidt-Salomon in Hochform

Januar 10, 2012 Posted by | Videos | | 1 Kommentar

Ein souveräner Michael Schmidt-Salomon contra inhaltsloses Religionsgeblubber

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„Wer leichter glaubt, wird schwerer klug“

Er werde in Revision gehen. Er habe nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, Atheisten anzugreifen. Er wähnt sich in Besitz der absoluten Wahrheit. In einer Presseerklärung, die an Schärfe nichts zu wünschen übrig lässt hat Bischof Gerhard Ludwig Müller am Dienstag den atheistischen Buchautor Michael Schmidt-Salomon zum wiederholten Mal scharf attackiert. Atheisten bedrohten das im Grundgesetz verankerte Lebensrecht, ließ Müller seinen Sprecher Clemens Neck verkünden. Schmidt-Salomon hat nun auf die Presseerklärung des Bischofs reagiert. Wir veröffentlichen seine Stellungnahme in voller Länge.

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Mai 4, 2011 Posted by | Presse | , | 1 Kommentar

Vom schönen Sex im sinnvollen Leben

Erklärungen mit Blumen und Bienen reichen nicht mehr aus, wenn der eigene Nachwuchs die großen Fragen des Lebens stellt. Für den Philosophen Michael Schmidt-Salomon gibt es in seinem Buch “Leibniz war kein Butterkeks” nur noch einen Ausweg: Mach es wie Platon.

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April 10, 2011 Posted by | Presse | | Hinterlasse einen Kommentar

M. Schmidt-Salomon Interview zum Agora Kinostart

März 10, 2010 Posted by | Interviews | | Hinterlasse einen Kommentar

Sinnsucher und Heilsversprecher

im nachtcafe

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März 3, 2010 Posted by | Fernsehen | , | Hinterlasse einen Kommentar

Michael Schmidt-Salomon und Elke Held melden ihren gemeinsamen Sohn vom Ethikunterricht ab

Im aktuellen Newsletter der gbs weisen Elke Held und Michael Schmidt-Salomon darauf hin, dass sie ihren gemeinsamen Sohn vom Ethikunterricht abgemeldet haben, weil dieser ein getarnter Religionsunterricht ist. Hier der Brief an die Schulleitung:

Sehr geehrte Frau XXXXXXX,
nach reiflicher Überlegung melden wir hiermit unseren Sohn XXXXXXXX
mit sofortiger Wirkung vom Ethikunterricht ab. (Selbstverständlich soll er
auch nicht „ersatzweise“ einen Religionsunterricht besuchen müssen!)
Anlass für unsere Entscheidung war der sogenannte „Ethiktest“, der
kürzlich in der 3. Klasse geschrieben wurde und ausschließlich
pseudoempirische Fragen zu katholischen Legendengestalten, nämlich
„Sankt Nikolaus“ und „Sankt Martin“, enthielt. (Wir hatten unserem Sohn
gesagt, dass er derartig unnützes Wissen nicht lernen müsse, worauf er
erstmalig ein „Mangelhaft“ mit nach Hause brachte!). Aufgeschreckt durch
diesen vermeintlichen „Ethiktest“ schauten wir uns die Unterlagen, die im
„Ethikunterricht“ verwendet wurden, noch einmal etwas genauer an. Dabei
mussten wir feststellen, dass diese Unterlagen fast ausschließlich
Materialien des katholischen Religionsunterrichts enthielten! Als Beispiel für
die Machart dieser Unterlagen zitieren wir nur eines der vielen, kreativen
Wortergänzungsspiele, mit denen unser Sohn – im Ethikunterricht! –
konfrontiert wurde: „Jesus sagte: ‚Ich bin der gute Hirte! Ich gebe mein
Leben für meine Schafe.’ (…) Überlegt gemeinsam, welche Aufgaben der
Bischof in der heutigen Zeit in seinem Hirtenamt haben könnte. (…) Der
Hirte beschützt seine Schafe. Der Bischof… (…) Er ist ein guter und treuer
Hirte. Der Bischof… (…) Der Hirte liebt seine Schafe. Der Bischof… (…)“
Mit den Anforderungen an einen vernünftigen, säkularen Ethikunterricht
lassen sich solche subtilen und auch weniger subtilen Formen der
weltanschaulichen Manipulation von Kindern nicht vereinbaren! Da wir mit
der Grundschule XXXXXXXX und ihren engagierten Lehrern insgesamt sehr
zufrieden sind, haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder ein
Auge zugedrückt, sowohl in Bezug auf den „Ethikunterricht“ als auch in
Hinblick auf die leider oft vernachlässigte „weltanschauliche Neutralität“
dieser öffentlichen (!) Schule (wir erinnern hier nur an die letzten
Weihnachtsgrüße, die frommer kaum hätten ausfallen können!). Mit dem
oben angesprochenen Ethiktest ist für uns nun aber ein Punkt erreicht, an
dem wir nur unter partieller Preisgabe unserer intellektuellen Redlichkeit
weiterhin schweigen können.

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass wir beide maßgebliche Funktionen
innerhalb einer Stiftung wahrnehmen (Vorstandssprecher bzw. Leiterin der Presseabteilung
der Giordano Bruno Stiftung), die als „Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung“ weithin
bekannt ist. Unlängst formulierten wir gemeinsam mit den weiteren Mitgliedern des
Stiftungsvorstands einen „Offenen Brief an den Bundespräsidenten“, in dem wir die
allgegenwärtige weltanschauliche Manipulation in den deutschen Schulen scharf kritisierten
und vorschlugen, den Schülerinnen und Schülern zunächst ein solides Grundwissen zu
vermitteln, bevor fragwürdige weltanschauliche Inhalte an sie heran getragen werden. Es
war bloß Zufall, dass unser Sohn ausgerechnet an dem Tag, an dem unser „Offener Brief an
den Bundespräsidenten“ medial kommuniziert wurde, mit dem fragwürdigen „Ethiktest“
nachhause kam. Doch diese seltsame Koinzidenz führte uns in sehr drastischer Weise vor
Augen, in welch schizophrener Lage wir uns als Eltern und Autoren befinden: Kann man
einerseits die weltanschauliche Manipulation von Schülerinnen und Schülern wortreich
beklagen und zugleich beide Augen zudrücken, wenn eben das im Falle des eigenen Kindes
geschieht?
Bitte verstehen Sie uns nicht falsch! Wir unterstellen weder Ihnen als Schulleiterin noch der
Ethiklehrerin noch irgendeinem anderen Lehrer der Schule irgendwelche unlauteren
Absichten. Wir wissen sehr wohl, dass Sie und Ihre Kollegen nur das Beste für die Kinder
wollen und dass Sie hier vor Ort nur etwas praktizieren, was an nahezu allen Schulen des
Landes in vergleichbarer Weise stattfindet. Doch wie soll sich an diesem (unserer Meinung
nach unhaltbaren!) Zustand je etwas ändern, wenn man als betroffene Eltern des lieben
Frieden willens permanent die Augen verschließt?

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