gbs Köln

Der Säuglingspenis als Kulturträger

Noch immer wird bei uns die Knabenbeschneidung aus religiösen oder traditionellen Gründen praktiziert. Die Verteidiger dieser Praxis reklamieren, mit dem Verzicht auf die Entfernung von Hautlappen an Säuglingspenissen drohe die Totalzerstörung ihrer Kultur. Höchste Zeit, umzudenken.

 

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Februar 22, 2014 Geschrieben von | Presse | | 3 Kommentare

Rabbi schneidet versehentlich Penis bei Beschneidung ab

Pittsburgh (US-Bundesstaat Pennsylvania) – Autsch! Ein Rabbi aus Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania hat bei der Bris, der traditionellen jüdischen Beschneidungszeremonie, den Penis eines Neugeborenen abgeschnitten. Die Eltern verklagen den Rabbi nun.

Der Unfall geschah laut des Fernsehsenders CBS bereits Anfang des Jahres in Pittsburgh, die Zivilklage gegen den Rabbi wurde aber erst an diesem Wochenende bekannt. Wie es zu dem Unfall kam, ist unklar. Rabbi Mordechai Rosenberg führte die Beschneidungszeremonie durch und muss beim Abtrennen der Vorhaut zu tief geschnitten haben.

 

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Dezember 30, 2013 Geschrieben von | Presse | | 8 Kommentare

1.Jahrestag der unsäglichen Legalisierung der Genitalverstümmelung von Knaben

Kinderrechte

Dezember 13, 2013 Geschrieben von | Aktuell | | 1 Kommentar

Der Preis der Vorhaut

In einem historisch einmaligen Urteil hat ein rabbinisches Gericht in Israel eine Mutter dazu verurteilt, ihren Sohn beschneiden zu lassen oder aber für jeden Tag, den ihr Sohn seine Vorhaut behält, 140 US-Dollar Strafe zu zahlen.

Dieses Urteil ist in gewisser Weise das Spiegelbild des Kölner Urteils vom Mai 2012, das in Deutschland die Beschneidungsdebatte ausgelöst hatte. Es wurde im Rahmen eines Scheidungsprozesses gefällt, daher war das geistliche Gericht überhaupt zuständig. Der Vater will die Beschneidung, die Mutter, inzwischen unter dem Namen Elinor Daniel bekannt geworden, will ihren Sohn intakt lassen. Die Einzelheiten sind hier nachzulesen, und in diesem Interview erklären Elinor selbst und ein israelischer Experte für Familienrecht den Fall genauer.

 

 

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November 29, 2013 Geschrieben von | Presse | | 1 Kommentar

OLG untersagt Mutter, Sohn beschneiden zu lassen

Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat die 2012 neu geschaffene Beschneidungsvorschrift aus religiösen oder kulturellen Motiven im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) erstmals konkretisiert. In einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil vom 30. August hat das OLG einer Mutter untersagt, ihren sechsjährigen Sohn beschneiden zu lassen (Az.: 3 UF 133/13). Die Richter bestätigten damit eine Entscheidung des Amtsgerichts Dortmund, das die Beschneidung ohne medizinische Indikatoren nicht zugelassen hatte.

 

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September 26, 2013 Geschrieben von | Presse | | 1 Kommentar

Dänische Regierungspartei für Verbot nicht-therapeutischer “Beschneidung” an Jungen

Die sozialliberale dänische Regierungspartei “Det Radikale Venstre (RV)” hat am vergangenen Sonntag auf ihrem jährlichen Parteitag einen Antrag angenommen, der forderte, die Partei solle sich für ein Verbot von “Beschneidungen” an minderjährigen Jungen einsetzen.

 

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September 23, 2013 Geschrieben von | Presse | | Hinterlasse einen Kommentar

Fragwürdige Betäubung

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags haben im Gesetz zur religiösen Beschneidung festgelegt, dass eine effektive Schmerzbehandlung gewährleistet sein muss. Doch das Mittel, das bei Neugeborenen angewendet wird, ist dafür gar nicht zugelassen. Jetzt bewerten europäische Experten den Einsatz sogar als “ethisch nicht akzeptabel”.

 

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August 19, 2013 Geschrieben von | Presse | | Hinterlasse einen Kommentar

Gewaltspiralen und die Gleichbehandlung der Geschlechter

von Dana Kühnau

Immer wieder hört man, dass weibliche und männlichen Beschneidung zwei völlig verschieden Sachen wären und daher rechtlich unterschiedlich zu bewerten seien.

Auch der Bundestag versucht gerade in einer halsbrecherischen rechtlichen Verdrehung die Beschneidung von Mädchen als barbarischen Akt primitiver Gesellschaften darzustellen, obwohl er noch vor wenigen Monaten die Beschneidung von Jungen offiziell zugelassen hat. Der Gleichbehandlungsgrundsatz in Art. 3 stellt sich dabei als lästige, vielleicht sogar unüberbrückbare Hürde heraus – selten war er einer tendenziösen Gesetzgebung so sehr im Weg wie im Fall der Zwangs-Beschneidung Minderjähriger.

Einige haben sich sehr bequem in der Vorstellung eingerichtet, dass Männer als Opfer nicht in Frage kommen, sondern gestehen diesen Status nur Frauen zu. Das mag für manche Gesellschaftsbereiche zutreffen, ist als absolute Setzung aber schlicht realitätsblind. Denn medizinisch, psychologisch und physiologisch lässt sich die Zweiteilung in „gute“ und „schlechte“ nichtbetäubte Amputationen an den Genitalien von Kindern nicht aufrechterhalten.

Die weibliche Beschneidung gibt es nämlich in vielen verschiedenen Ausprägungen, abhängig von der jeweiligen Tradition. Bei der leichtesten Form werden die weiblichen Genitalien nur angeritzt, schwere Formen bestehen aus dem Wegschneiden von Klitorisvorhaut, Klitoris und/oder Schamlippen, und bei den extremen Formen werden die  Mädchen quasi zugenäht.[1]

Die männliche Beschneidung ist da im mittleren bis unteren Bereich einzuordnen, weil mit der Vorhaut ein den kleinen Schamlippen und der Klitorisvorhaut vergleichbares (und aus dem gleichen genetischen „Material” entstandenes) Gewebe entfernt wird. Auch bei den Jungen muss jedoch differenziert werden zwischen einer „radikalen Beschneidung” (vollständige Entfernung der Vorhaut) und einer nur teilweisen Beschneidung. Außerdem spielt es für das spätere sexuelle Empfinden noch eine Rolle, ob dabei das Frenulumbändchen (ein hochsensibles Gewebe) nur beschädigt, herausgeschnitten oder halbwegs intakt gelassen wurde.[2]

 

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Mai 25, 2013 Geschrieben von | Presse | | Hinterlasse einen Kommentar

Berliner Staatsanwälte prüfen neuen Beschneidungsfall

Der Streit um den religiösen Brauch geht weiter. Jetzt wird einem Israeli Körperverletzung vorgeworfen, weil er nach dem Eingriff aus der Wunde mit dem Mund Blut abgesaugt haben soll.

 

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April 10, 2013 Geschrieben von | Presse | | 2 Kommentare

Beschneidung kostet Sex-Spaß

Beschnittene Männer haben schlechteren Sex, berichten belgische Wissenschaftler. Ihre Studie ergab: Mit der Vorhaut geht auch etwas Sexvergnügen verloren.

Von Robert Bublak

GENT. Wie empfindsam der Penis auf erogene Reizung reagiere abhängig davon, ob eine Zirkumzision vorgenommen wurde oder nicht, wollten Urologen um Guy Bronselaer von der Universitätsklinik Gent wissen. Um das herauszufinden, haben sie 1059 unbeschnittene und 310 beschnittene Männer gefragt (BJU Int 2013, online 4. Februar).

Ausgehend von der im Allgemeinen wohl zutreffenden Annahme, dass sich Menschen während sexueller Stimulation nicht gerne von fremden Wissenschaftlern untersuchen lassen, wählten die Forscher den Befragungsweg über das Internet. Um Interessenten für das Projekt zu gewinnen, hatten zuvor Medizinstudenten nach dem Zufallsprinzip Handzettel auf belgischen Bahnhöfen verteilt. Kurz zusammengefasst lautet das Ergebnis der Untersuchung: Beschnittene haben schlechteren Sex. Jeweils auf einer nach Intensität aufsteigenden Fünf-Punkte-Skala verortet, gab es signifikante Unterschiede zuungunsten der zirkumzidierten Männer.

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März 1, 2013 Geschrieben von | Presse | | 2 Kommentare

Niederlande: Strafen für Beschneidung

Mehr als 30.000 Frauen wurden genitalverstümmelt. Die Regierung will die Gesetze verschärfen. Jedes Jahr werden in den Niederlanden noch immer schätzungsweise 40 bis 50 Mädchen beschnitten.

Den haag. In den Niederlanden leben schätzungsweise mehr als 30.000 Frauen, die als Mädchen genitalverstümmelt worden sind. Jedes Jahr werden in den Niederlanden noch immer schätzungsweise 40 bis 50 Mädchen beschnitten, obwohl die Frauenbeschneidung in Holland strafbar ist. Das gab die Migranten- und Flüchtlingsorganisation „Pharos“ bekannt. „Pharos“ untersuchte die Beschneidung von Frauen in den Niederlanden im Auftrag des Gesundheitsministeriums.

 

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Februar 6, 2013 Geschrieben von | Presse | | Hinterlasse einen Kommentar

Europarat nimmt Beschneidung ins Visier

Wien (OTS/SK) – “Die europäische Diskussion über die Beschneidung von
Knaben wurde heute engagiert auch im Europarat aufgegriffen, mit dem
Ziel, die körperliche Unversehrtheit von Kindern zu garantieren und
medizinisch nicht notwendige Eingriffe zu bannen”, so SPÖ-Bundesrat
Stefan Schennach am Donnerstag, der als Mitglied des Europarats an
den Beratungen teilnimmt.****

“Mit einer erschreckenden Dokumentation von Experten über die Folgen
von Beschneidungen, von den Schmerzen der Knaben, vom Schmerzverlauf
wurden die Erörterungen eröffnet, nach dem Motto und dem Bewusstsein,
wir können das auf Europäischen Boden nicht länger so laufen lassen”,
erklärt Schennach.

 

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Januar 24, 2013 Geschrieben von | Presse | | Hinterlasse einen Kommentar

UN fordern Gesetze gegen Genital-Verstümmelung bei Frauen

Jedes Jahr sind weltweit drei Millionen Mädchen betroffen: Im Namen von Tradition oder Religion werden ihre Genitalien verstümmelt. Erstmals fordern nun die Vereinten Nationen, mit Gesetzen und strenger Überwachung weiteres Unrecht zu verhindern. In einer am Donnerstag in New York verabschiedeten Resolution fordert die Vollversammlung der Vereinten Nationen die internationale Staatengemeinschaft auf, Gesetze gegen die Verstümmelung zu verhängen und deren Einhaltung streng zu überwachen.

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Januar 3, 2013 Geschrieben von | Presse | | Hinterlasse einen Kommentar

Niedersachsen: Grüner tritt wegen Beschneidungsgedicht zurück

Ein niedersächsischer Landtagskandidat der Grünen wettert in einem Gedicht gegen die Beschneidungspraxis von Juden und Muslimen – und wird dafür scharf kritisiert. Jetzt zieht er die Konsequenzen. Er werde im Fall eines Wahlsiegs auf sein Mandat verzichten.

 

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hier das Gedicht von Ulf Dunkel:

Wetzt das Messer, singt ein Lied,
Ab die Vorhaut von dem Glied.
Kinder können sich nicht wehren,
darum müssen sie uns ehren.
Wir verstümmeln, wir beschneiden
Recht und Vorhaut; allen beiden
muss man hier den Garaus machen,
denn wir steh’n auf solche Sachen.
Und ihr Schreien hilft so wenig,
denn wer festhält, ist der König.
Wir bestimmen, was hier Recht.
Wer dagegen ist, ist schlecht.
Gründe sind uns ganz egal,
der Verstand, der kann uns mal.
Bist Du für ein intaktes Glied,
so bist Du gleich Antisemit.

Januar 2, 2013 Geschrieben von | Presse | | 3 Kommentare

Beschneidung

Mogis1

Dezember 23, 2012 Geschrieben von | Aktuell | | 1 Kommentar

Mehrheit der Deutschen (70%) gegen Beschneidungsgesetz

Für den Bundestag ist die Angelegenheit erledigt, für das Volk noch nicht: Laut einer repräsentativen Studie ist die Mehrheit der Deutschen nicht einverstanden mit dem jüngst verabschiedeten Gesetz zur Beschneidung von Jungen.

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Dezember 22, 2012 Geschrieben von | Presse | | 1 Kommentar

Komikernation

Beschneidung_Komikernation

Dezember 20, 2012 Geschrieben von | Aktuell | | Hinterlasse einen Kommentar

Gesetz zur Beschneidung: Nicht von dieser Welt

Nach Ansicht der Bundesjustizministerin führt das jetzt beschlossene Beschneidungsgesetz „in die Normalität zurück, die bis zum Mai dieses Jahres für alle selbstverständlich war“. Das ist sicherlich die Absicht von Regierung und Parlamentsmehrheit. Aber eine Beschneidung wird in Deutschland nicht wieder normal sein, auch wenn sie erlaubt ist. Zu viel ist im Verlauf einer Debatte nach oben gespült worden, die nach einer vermeintlichen Allerweltsentscheidung einer Kammer des Kölner Landgerichts begann und dann tatsächlich alle Welt erfasste.

 

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Dezember 13, 2012 Geschrieben von | Presse | | Hinterlasse einen Kommentar

Harmloses Ritual oder Verletzung des Kindeswohls?

Zwei Entwürfe zur religiösen Beschneidung minderjähriger Jungen standen heute zur Entscheidung im Bundestag. Das Thema polarisiert: Kritikern wird unterstellt, sie seien islamophobe Antisemiten, Befürworter fühlen sich in ihrer Religionsausübung beschränkt. Ein Fakten-Check zu den wichtigsten Fragen in der Debatte.

Der Bundestag diskutierte am Mittwoch erneut über ein Gesetz, mit dem die Beschneidung minderjähriger Jungen aus nicht medzinischen Gründen geregelt werden soll. Zwei Entwürfe lagen vor. Derjenige der Bundesregierung überlässt die Entscheidung den Eltern – unabhängig von den Gründen. Der Eingriff muss jedoch nach den Regeln der ärztlichen Kunst erfolgen. Ein alternativer Entwurf einer Gruppe von Abgeordneten fordert, dass die Operation erst bei Jungen im Alter von 14 Jahren erfolgen darf – mit ihrer Einwilligung. In der Debatte wurden viele Argumente für und gegen die religiöse Beschneidung vorgebracht. Ein Fakten-Check.

 

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Dezember 13, 2012 Geschrieben von | Presse | | Hinterlasse einen Kommentar

Neuregelung der Beschneidung

Dezember 12, 2012 Geschrieben von | Videos | | Hinterlasse einen Kommentar

Bundestag legalisiert die Genitalverstümmelung von Minderjährigen

Bundestag billigt Gesetz zur Beschneidung

12.12.2012 ·  Der Bundestag hat mit den Stimmen der Koalition und vieler Oppositionsabgeordneter die Beschneidung gesetzlich geregelt. Ärztlich fachgerecht ausgeführte Beschneidungen bei Jungen sind damit bis zum sechsten Monat des Kindes grundsätzlich zulässig.

Der Bundestag hat mit den Stimmen der Koalition und vieler Oppositionsabgeordneter die Beschneidung von Knaben gesetzlich geregelt. Das Gesetz sieht vor, dass die Personensorge der Eltern grundsätzlich auch das Recht umfasst, bei Einhaltung bestimmter Anforderungen in eine nicht medizinisch indizierte Beschneidung ihres nicht einsichts- und urteilsfähigen Sohnes einzuwilligen. Dies soll nur dann nicht gelten, wenn im Einzelfall durch die Beschneidung auch unter Berücksichtigung ihres Zwecks das Kindeswohl gefährdet wird. Überdies dürfen Knaben in den ersten sechs Monaten nach der Geburt auch von Personen beschnitten werden, die von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehen und dafür besonders ausgebildet sind.

 

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Kommentar dazu:

…ein kleiner Schritt für den Bundestag, ein großer Schritt für unsere Gesellschaft zurück ins Mittelalter.

B.V.

Dezember 12, 2012 Geschrieben von | Presse | | 1 Kommentar

Tod nach Beschneidung: eine Übersicht

websitenbanner_neuNachrichten, die in deutschen Medien nicht erschienen – Teil 9

„Du denkst, ‘Was kann bei einer Beschneidung schon schiefgehen?’. Und ehe du dich versiehst, ist er tot.“ So brachte es der Vater des kleinen Dustin Evans (siehe unten) auf den Punkt. In unserer Artikelserie haben wir bereits einige typische Todesfälle nach Beschneidungen geschildert: So starb Angelo Ofori-Mintah  am erlittenen Blutverlust, Jamaal Coleson Jr. an den Folgen der Narkose und ein kanadisches Baby an einer tödlichen Infektion. Fälle wie diese gibt es viele, allerdings gelangen nur die wenigsten in die Medien. Gerade auf dem afrikanischen Kontinent dürfte die Dunkelziffer der Beschneidungstoten hoch sein. Aber auch in den westlichen Ländern besitzen wir keinen Überblick darüber, wie viele Jungen den Eingriff mit ihrem Leben bezahlen müssen, denn die Komplikationen der Knabenbeschneidung werden bislang nicht systematisch dokumentiert. Und so handelt es sich bei der nachfolgenden Übersicht, die – ergänzend zu den vorangegangenen Einzelschilderungen – 20 Fälle aus den letzten 20 Jahren zusammenfasst, sehr wahrscheinlich nur um die Spitze eines Eisberges.

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Dezember 11, 2012 Geschrieben von | Aktuell, Presse | | Hinterlasse einen Kommentar

Vatikan verteidigt Recht auf Beschneidung

Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, bezeichnet die Beschneidung als jüdische und islamische Tradition, “die wir respektieren müssen”.

Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller, hat Kritik an der Beschneidung von Buben aus religiösen Gründen zurückgewiesen. “Bei einer Beschneidung geht es weder um Verstümmelung noch ist es ein Eingriff in die Menschenrechte”, sagte Müller in einem Interview mit dem Münchner Nachrichtenmagazin “Focus”. Es handle sich um eine jüdische und islamische Tradition, “die wir respektieren müssen”.

Die Debatte um die Beschneidung entspringe “auch einem gewissen deutschen Wahn der Gleichmacherei”, sagte der Kurienerzbischof und emeritierte Bischof von Regensburg.

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Kommentar dazu:

Wenn es um die Verherrlichung des Leids und die Missachtung der Menschenrechte geht, sind sich die Verteter der monotheistischen Religionen erstaunlich einig.

B.V.

Dezember 8, 2012 Geschrieben von | Presse | | Hinterlasse einen Kommentar

Rede von Katja Dörner zur Beschneidung

Dezember 8, 2012 Geschrieben von | Videos | | 1 Kommentar

Offener Brief eines Betroffenen an Heinz Hilgers und den Deutschen Kinderschutzbund

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin entsetzt von der Aussage Heinz Hilgers, dass die rituelle Beschneidung zu legalisieren sei.

Ich wurde mit 6 beschnitten. Mein Vater, der leider vor einigen Jahren verstarb, zwang mich aus religiöser Überzeugung. Meine Mutter, die anfangs skeptisch war, wurde von ihm, den Ärzten und muslimischen Bekannten überredet. Keiner von denen wusste wirklich, was Beschneidung bedeutet. Außer der Arzt, aber der sagte nichts. Nur das es sehr gut ist, und sehr hygienisch.

Da ich seit einer Krankheit im Kindesalter Probleme mit meinem Gehör habe sollte ich zu einer Untersuchung in der ich unter Vollnarkose operiert werden musste. Diese Chance namen meine Eltern wahr um mich beschneiden zu lassen.

Mir hat man nichts gesagt. Aus Angst, ich könnte eine Szene machen. Ich bin ins Krankenhaus gefahren und alle waren sehr nett zu mir. Dann bekam ich die Narkose. Das nächste, was ich weiß, ist, dass ich nackt auf der Bettkante sitze und bitterlich weine. Mein Penis sieht grotesk aus, er ist so geschwollen, dass er fast rund ist. Die Eichel, die ich davor noch nie gesehen habe, ist pink. Ein komischer Ring ist an ihrem Ende und hält die Haut zurück. Es tut furchtbar weh. Mein Vater beteuert immer wieder, wie stolz er auf mich ist. Dass ich jetzt ein richtiger Muslim sei. Ich weine trotzdem.

Die nächsten drei Wochen waren eine Qual. Ich weiß nicht, ob die Narben weh taten oder die vertrocknende freigelegte Eichel. Ich konnte keine Hose tragen. Ich konnte nicht laufen. Ich konnte mich im Bett nicht zudecken. Ich lag stundenlang im Bett auf dem Rücken mit angewinkelten Knien, damit die Decke meine Eichel nicht berührt. Tagelang. Ich weinte häufig. Das erste Mal, als ich aufs Klo ging, wusste ich nicht, was passieren würde. Ich hatte Angst, es könnte weh tun. Ich hatte Recht. Von nun an hielt ich es zurück, bis es nicht mehr ging. Der Druck war deshalb größer. Es war schlimmer. Aber ich hatte Angst.

Irgendwann tat es nicht mehr weh. Ich konnte keine engen Hosen tragen. Wie lange, weiß ich nicht. Es kommt mir heute wie eine Ewigkeit vor. Aber auch das verging. Irgendwann.

Eines Tages spielte ich mit meinen Freunden in der Umgebung. Einer sagte, er müsse aufs Klo. Ich musste auch. Wir gingen zu einem Busch. Er machte die Hose auf und pinkelte. Ich pinkelte nicht. Ich schämte mich. Zum ersten Mal. Die Scham blieb. Bis heute. In der Schule beim Schwimmunterricht kämpfte ich mich immer ganz vorne an die Tür, um den Platz an der Ecke zu bekommen. Während die anderen Jungs nackt herumalberten, zog ich mich mithilfe eines Handtuchs um und verließ den Raum fluchtartig. In der Sauna zog ich immer eine Badehose an. Ich ging nie in Gemeinschaftsduschen. Niemand durfte wissen, dass ich anders war. Ich wollte immer gerne wie die anderen sein. Einfach mal mit meinen Freunden nackt in den See springen. Sprüche wie: “Der will uns seinen kleinen Schwanz nicht zeigen!” ertrug ich. Ich lachte mit. Niemand durfte den wahren Grund wissen. Heute weiß ich, dass ich nicht ausgelacht werden würde, aber das “nicht nackt sein dürfen” brannte sich so in mein Unterbewusstsein, dass ich bis heute nicht die Kraft finde, diese Angewohnheit zu überwinden.

Irgendwann begann ich über all das nachzudenken. Wieso bin ich beschnitten? Weil ich ein Muslim bin. Wieso bin ich ein Muslim? Mir fiel keine Antwort ein. Also wieso bin ich beschnitten?

Ich sprach nie mit Freunden oder Freundinnen über meine Beschneidung. Und sie fragten auch wenig. “Mein Vater ist halt Muslim” reichte immer als Antwort. Zum Glück.

Erst jetzt beginne ich mich mit Beschneidung auseinanderzusetzen. Erst jetzt mit 23 lese ich über die sexuellen Folgen. Lese ich über den Sensitivitätsverlust. Ich habe nie einen unbeschnittenen Penis erigiert gesehen und war sehr überrascht, als ich las, dass die Eichel weich, feucht und empfindlich ist. Ich lese über Verhornung, über Stimulanzzonen wie innere Vorhaut, Dorsalnerv oder Vorhautbändchen. Lese, dass beschnittene Männer nur die Schnittnarbe zur Stimulierung haben, da dort noch Reste der so sensiblen Vorhaut kleben. Ich denke darüber, wie Sex sich anfühlen könnte. Wenn alles noch da wäre. Aber das ist es nicht.

Ja, es stimmt. Ich kann länger. Noch kann ich nur länger. Aber ab wann kann ich gar nicht mehr? Ich bin 23 Jahre alt. Das heißt auch, dass ich mit ca. 23 jährigen Frauen schlafe. Aber ich muss kämpfen. Unter 20 min geht nichts. Manchmal habe ich nach einer Stunde einfach keine Lust mehr und gebe auf. Ich war deshalb bei einem Urologen. Dieser sagte mir, bei der Beschneidung würden 70% der für die sexuelle Sensibilität zuständigen Nerven entfernt, da sie auf der Vorhaut sitzen. Die Nerven auf der Eichel liegen in der Schleimhaut, die ohne den Schutz der Vorhaut austrocknet. Durch die ständige Reibung an der Hose würden die Nerven mit der Zeit absterben. Ich habe große Angst impotent zu werden.

Meine Beschneidung ist das Schlimmste, was man mir je angetan hat. Sie hat mein gesamtes Leben beeinflusst. Hat mich immer mit Scham erfüllt. Meiner Mutter tut es sehr leid. Sie sagt, sie würde es nie wieder tun. Das hilft seelisch, aber nicht körperlich. Meine Vorhaut ist weg und kommt nicht wieder.

Auf ihrer Homepage nennen Sie sich die Lobby für Kinder, aber Sie haben die Kinder verraten. Sie haben sich nicht einmal die Mühe gemacht, eine Möglichkeit zu suchen, Eltern von der Beschneidung ihrer Söhne abzuhalten. Sie sind den Weg des geringsten Widerstandes gegangen.

Mit dieser Entscheidung nehmen Sie willentlich das Leid vieler Kinder in Kauf. Denn bei Weitem nicht jedes Kind will beschnitten werden und bei Weitem nicht jeder Beschnittene ist glücklich darüber. Was sagen Sie einem 12 jährigen, dessen Mutter einen Muslim kennengelernt hat, der fordert, dass der Junge beschnitten wird? Wie soll sich ein 12 jähriger wehren können, wenn er gezwungen wird?

Als Beschnittener hat man keine Möglichkeit Gerechtigkeit zu finden. Ich weiß es, ich habe versucht Strafanzeige zu stellen, aber alle Ansprüche, die ich hatte, verjährten, als ich 11 Jahre alt war. Man hat keine Chance. Am Anfang kann man sich nicht wehren und später darf man nicht mehr.

Ich fordere Sie auf, Ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken. Diese ganze Debatte hat sich zu einer Farce entwickelt. Der Ethikrat erringt in einer harten Diskussion mit der religiösen Verbänden, dass die Kinder betäubt werden sollen. Wann stand denn bitte jemals zu Diskussion, ob man seine Kinder foltern darf? Es stand zur Diskussion, ob die Entscheidung der Eltern genügt, eine irreversible Operation mit gravierenden Auswirkungen zuzulassen.

Die religiösen Verbände schreien so laut, dass man das Weinen der Kinder leicht überhört. Bei Mädchen sind zurecht selbst Ersatzrituale wie das Anritzen der Klitoris mit einer Klinge, ohne zu schneiden, streng verboten. Bei kleinen Jungen darf man 50% der Haut des Penises entfernen, weil es der Glaube verlangt, man es schöner findet, man der spätere Freundin einen Gesundheitsbonus geben oder man seinem Kind das Onanieren erschweren will.

Jungen, die in die Geschlechtsreife kommen, sind sehr leicht erregbar. Oft bekommen Sie beim Aufzeichnen der Schnittlinien eine Erektion oder einen Samenerguss. Es ist unvorstellbar peinlich für sie und vielen das Schlimmste bei dem Gedanken an ihre Beschneidung. Trotzdem sind bei der Behandlung Mütter und Väter, Schwester und Brüder, Tanten und Omas, Lehrer und Heimleiter, Freunde und Bekannte anwesend. Auf die Würde der Jungen wird in keiner Form geachtet. Im Gegenteil, man lacht sie aus. Sie sollen sich nicht so anstellen, es sind schließlich Jungs.

Wenn Sie Ihre Meinung nicht ändern und weiterhin für die Legalisierung der Knabenbeschneidung eintreten, werden viele Bürger die Achtung vor Ihnen verlieren. Denn wer außer Ihnen soll die Kinder sonst beschützen.

Schwer enttäuscht und voller Sorge schreibt Ihnen

Alexander Bachl

 

Quelle:

http://mogis-und-freunde.de/blog/offener-brief-eines-betroffenen-an-den-deutschen-kinderschutzbund/

Dezember 8, 2012 Geschrieben von | Aktuell | | Hinterlasse einen Kommentar

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