gbs Köln

Literaturpreis gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz!

Julit

Köln. JULIT:))) 2015 – der säkular humanistische junge Literaturpreis für Lesben und Schwule – wird zum sechsten Mal ausgeschrieben!

Gibt es noch Diskriminierung am Arbeitsplatz? Besonders hart trifft es Angestellte in katholischen Betrieben (Krankenhäusern, Kindergärten, Altenheimen etc.), die lesbische Chef-Ärztin, den schwulen Ergotherapeuten, die ihre Arbeitsstelle bereits verlieren können, wenn sie sich offen dazu bekennen, in einer homosexuellen Beziehung zu leben. Gehört eine solche Diskriminierung durch den Arbeitgeber noch ins 21.Jahrhundert? Ist es human, einen solchen Grundrechtsverstoß auch noch Jahr für Jahr mit Steuergeldern zu finanzieren? Sind deutsche Politiker/innen schon auf den Gedanken gekommen, etwas gegen dieses offenkundige Unrecht zu unternehmen? Wer das ändern will, und wem dazu eine geistreiche Geschichte einfällt, der ist aufgerufen, sich am Preisausschreiben für den JULIT 2015 zu beteiligen. Geboten wird: Ein Goldener JULIT für die beste Autorin und einen Goldener JULIT für den besten Autor, dotiert mit je 250 Euro! Einsendeschluss ist der 31.12.2014.

Am 14. März 2015 wird dann in Köln zum sechsten Mal der deutschlandweit erste Preis für junge lesbische und schwule Literatur verliehen. Der Wettbewerb zum Preis bittet junge Autorinnen und Autoren bis 25 Jahre, Geschichten über die Freundschaft von Lesben und Schwulen zu schreiben, die – darauf wird von der Jury Wert gelegt – den säkularen Humanismus als positiven Wert darstellen.

Das Motto für den JULIT 2015 lautet:

„Arbeitsrecht und Christenpflicht – leb ich offen oder nicht?!“

Zu diesem Thema werden ab sofort frische, mutige, humorvolle, konfessionsfreie Geschichten gesucht. Autor, Star-Comic-Zeichner und GBS-Beirat Ralf König sitzt natürlich auch wieder in der Jury. Wer also die Twitter-Zwitschereien von B-Promis und Möchtegern-Stars leid ist, wer von „Esprit“ mehr erwartet als ein Fashion-Label, der fühle sich aufgerufen, Konfessionsfreiheit mal als positiven Wert in eine Geschichte zu packen. Stifter Frank Hichert: „Es gibt rund 19.000 religiöse Stiftungen in Deutschland, dies ist jetzt mal ein Preis für die Konfessionsfreien. Schließlich stellen sie mit ca. 37 % mittlerweile die größte Bevölkerungsgruppe in Deutschland, es wird Zeit, dies auch literarisch stärker auszudrücken und sich gegen religiöse Bevormundung zur Wehr zu setzen.“ Die bisherigen preisgekrönten Geschichten und die aktuellen Teilnahmebedingungen zum JULIT:))) finden sich unter: http://www.julit-preis.de.

Oktober 24, 2014 Posted by | Aktuell, Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Watch This Incredible Young Woman Render Jon Stewart Speechless

 

 

Oktober 11, 2014 Posted by | Eigene Artikel | 1 Kommentar

GBS-Aktion zur Sterbehilfe

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Oktober 6, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Das Deutsche Ärzteblatt entdeckt die Religionskritik

Im Deutschen Ärzteblatt, Ausgabe für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten erscheint seit längerem eine Serie über die künstlerische Umsetzung des Themas „Die Sieben Todsünden“. In der aktuellen Septemberausgabe sind „Hochmut und Stolz“ an der Reihe. Der Autor Prof. Dr.med. Hartmut Kraft schreibt dazu folgendes: „Aber Stolz ist nicht gleich Stolz. Unterscheiden lässt sich zwischen einem authentischen, auf eigenen Leistungen basierten Stolz und einem anmaßenden, gewissermaßen „hohlen Stolz“, der eher auf eine narzisstische Problematik verweist. Diese Menschen vermitteln uns, der/die Größte zu sein, dulden keine von ihrer Wahrheit abweichenden Meinungen und vermitteln, dass es nichts Besseres geben könne, als mit ihnen zu tun zu haben. In auffälliger Weise trifft genau dies auch auf viele Religionsgemeinschaften und ihre Vertreter zu.“

Dem ist aus aufgeklärter Perspektive nichts hinzuzufügen.

Frank Hichert, 22.09.2014

September 22, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | 1 Kommentar

Der deutsche Katholizismus

Böll

Juli 16, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | 3 Kommentare

Aufklärung in der “Bergischen Schweiz”

KÖLN. (hpd) Am letzten Aprilwochenende dieses Jahres veranstaltete die Regionalgruppe Köln der Giordano-Bruno-Stiftung ihr inzwischen fünftes Wochenendseminar.

 

Bekanntlich ist in Köln etwas, was zum zweiten Mal stattfindet, bereits Tradition und beim dritten Mal ist es schon Brauchtum. So gesehen handelte es sich bei diesem fünften Wochenendseminar also um ein Ereignis von historischer Bedeutung. Historisch waren für die durchweg skeptischen Teilnehmer aber vermutlich eher die Inhalte der Referate, die in summa einen großen Bogen spannten: von etwa dem Beginn unserer Zeitrechnung bis zur Jetztzeit.

Fotos: Marc Ahrens und Frank Meyer
Fotos: Marc Ahrens und Frank Meyer

Dennoch konnte man auch der Veranstaltung als solcher das Attribut eines außergewöhnlichen, “historischen” Ereignisses, gemessen an den vorangegangenen Seminaren, zusprechen. Denn immerhin hatte sich die Zahl der Teilnehmer von bis dato rund zwanzig pro Veranstaltung auf über sechzig glatt verdreifacht.

Zwar trug die langsam, aber dennoch kontinuierlich, steigende Zahl der Interessenten an der Arbeit der gbs-Regionalgruppen, sowie die zunehmend bessere Vernetzung Letzterer, sicherlich mit dazu bei, denn auch aus Düsseldorf und Bochum kommend zog es “Ungläubige” ins Bergische Land. Aber als “Hauptursache” ist wohl die Prominenz der Referenten zu benennen. Dass wir solch ausgesuchten Referaten lauschen durften war allerdings ebenfalls wieder einem “historischen” Ereignis geschuldet: So gab es just an diesem Wochenende auch einen siebzigsten Geburtstag zu feiern (der überaus spendable Jubilar möge mir das “historisch” in diesem Zusammenhang nachsehen?!), zu dessen Ehren allein mancher Referent den Weg zum ebenfalls historisch anmutenden, musealen (“retro-angesagten”) Tagungsort “Bergische Schweiz” gesucht und gefunden hatte.

Die Begeisterung war allseits riesig. Herrliches Frühlingswetter, Blick in die Weite des Bergischen Lands und von Herbert Steffen (GBS) mitgebrachter und extra für den Anlass abgefüllter Sekt mit dem Konterfei des Jubilars, von dem jeder mindestens eine Flasche mit nach Hause nehmen konnte, machten die zwei gemeinsam verbrachten Tage zusätzlich zu einem Highlight.

 

Spannende Vorträge

Rolf Bergmeier eröffnete den Reigen der Vorträge: “Christlich-abendländische Kultur? Eine Legende!” lautete bei ihm der Titel. Dabei legte er den Schwerpunkt auf sein neuestes Buch gleichen Namens, dem letzten Teil einer Trilogie; er ließ jedoch auch die Inhalte der beiden vorangehenden Bücher zu Kaiser Konstantin und “Schatten über Europa” mit einfließen, um einen Gesamtüberblick zu bieten.

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Zu Beginn wurde anhand von Zitaten deutscher Politiker demonstriert, wie erschreckend wenig Wissen über die wahren Grundlagen unserer Kultur und Werte, für deren Bildung der Beitrag des Christentums lediglich gering war und ist, bei diesen vorherrscht: auch die deutschen Politiker haben das deutsche Schulsystem durchlaufen, welches weitgehend unreflektiert vermittelt, dass Demokratie, Menschenrechte etc. dem Christentum zu verdanken seien.

Warum sollten gerade Politiker sich für die Wahrheit interessieren, zumal man heutzutage ja sogar in der SPD nur noch Karriere macht, wenn man sich religionsverbunden zeigt? (Andrea Nahles: “Mein Idol ist Jesus, in der SPD habe ich mich in der Gefolgschaft von Jesus Christus wiedergefunden.”) Bergmeiers Beschreibung, wie ausbeuterisch und grausam die mittelalterliche Klosterkultur bei Lichte besehen war, verblüffte: Sogar die Regel der Benediktiner “Ora et labora” betraf in Bezug auf Letzteres in der Praxis nicht die Mönche, die viel zu sehr mit einem eng gesetzten Tagesablauf, der sich fast lediglich aufs Beten für ihr persönliches Heil beschränkte, ausgefüllt war. Die damaligen Zustände kann man nicht treffender als mit der Bezeichnung Sklaverei für alle diejenigen, die für den Reichtum und den Betrieb der Klöster zu sorgen hatten, benennen.

Zu Recht wird die griechisch-römische Kultur dafür kritisiert, auf Ausbeuterei und Sklaverei basiert zu haben. Die Sklaven dieser Epoche wurden jedoch nicht noch zusätzlich mit der Drohung gequält, ewig in der Hölle brennen zu müssen, wenn sie sich dem System widersetzten; und Griechen und Römer schufen per Ausbeutung eine faszinierende Hochkultur, das Christentum blieb dahinter weit zurück und zerstörte vorgefundene Errungenschaften.

Im folgenden Vortrag von Stephan Wallaschkowski, Mitglied der gbs Köln, mit dem Titel “Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalis­mus” arbeitete dieser anhand des legendären gleichnamigen Buches von Max Weber heraus, dass die Vorstellung, Geldvermehrung sei höchstrangiger Lebenszweck und -inhalt, wie man es eher als typisch amerikanische Sichtweise kennt, als dass man es in Mitteleuropa vertreten würde, wohl auf die protestantische Ethik, insbesondere den Calvinismus, zurückzuführen ist.

Nach der calvinistischen Ideologie setzt Gott bei jedem Menschen schon vor dessen Geburt fest, ob er in den Himmel oder die Hölle kommen wird. Demnach kann ein Mensch, egal wie viele gute oder schlechte Werke er vollbringt, nichts mehr an seinem Schicksal im Jenseits ändern. Man sollte meinen, dass diese Lehre abwartende Lethargie zur Folge hätte, aber weit gefehlt: Weil jeder Gläubige sich selbst und allen anderen beweisen will, dass er zu den Auserwählten gehört, wird er sehr aktiv.

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Calvinisten sehen jedoch leider allein im wirtschaftlichen Erfolg das Zeichen Gottes für ein Jenseits im Himmel. Wer also Pech an der Börse hat, hat nicht nur weltlich unter dem Verlust zu leiden, sondern leidet zusätzlich noch viel größere Qualen, da er fürchtet, für die Hölle bestimmt zu sein. Darüber hinaus darf Reichtum aber gemäß der calvinistischen Lehre nicht dazu verwandt werden um sich ein angenehmes Leben zu verschaffen, denn nur der asketische Lebenswandel ist gottgefällig: Gewinn muss gleich wieder reinvestiert werden für noch größeren Gewinn.

Anschließend referierte Reinhold Schlotz, Mitglied der “gbs Rhein-Neckar” über “Kirchen im Dritten Reich”, wobei er den Schwerpunkt bei der Katholischen Kirche setzte, am Ende aber feststellte, dass die Vertreter der Protestantischen Kirchen die besseren Nazis gewesen waren. Für die meisten von ihnen war “Hitlers Befehl Gottes Befehl”.

Die Mittäterschaft des Papsttums bei der Machtergreifung Hitlers wird nach wie vor in den Mainstream-Medien und Schulbüchern totgeschwiegen. Die Kirchen haben es, obwohl die Fakten so erdrückend sind und die Belege jeder Zeit öffentlich zugänglich sind, in bewundernswerter Weise geschafft, nach wie vor fast nur als Opfer oder im Widerstand wahrgenommen zu werden.

Die wenigen wirklichen Widerständler, die aus den Reihen der Kirchen gekommen und von diesen gnadenlos im Stich gelassen worden waren, werden dabei stets als repräsentativ hingestellt und wahrgenommen. Wobei nicht einmal jeder derer wirklich in Gänze die nationalsozialistische Ideologie ablehnte, wie Kardinal Graf von Galen, der lediglich die Euthanasie anprangerte, die sonstigen Inhalte aber offensiv begrüßte.

Allein die Tatsache aber, dass von Galen so großen und einschneidenden Erfolg hatte mit seinem Protest, zeigt, dass allgemeiner Widerstand der Kirchen möglich und sicher sehr erfolgreich gewesen wäre.

Die Gemeinsamkeiten zwischen der Nationalsozialismus und Katholizismus waren jedoch dafür zu groß…

Die Kirchen nannten ihren Judenhass Antijudaismus und sind der Meinung, dass dies etwas Besseres sei als der schnöde weltliche Antisemitismus. Wie Hitler es selbst benannte, führte er aber in der Tat fort, was die Kirchen in ihrer Geschichte bereits vorgelebt hatten: Bücherverbrennung, Judenabschlachtung, Gettos, Synagogenverbrennung, der Zwang, dass Juden sich mit einem gelben Zeichen auf der Kleidung kenntlich machen mussten, vom Antisemitismus des Martin Luther ganz zu schweigen…

 

10 Jahre GBS

Beste Stimmung gab es dann am Sonntag, als Michael Schmidt-Salomon seinen, von vielen Lachern und lustigen Kommentaren begleiteten, Vortrag hielt.

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Er zeigte darin ein mitreißendes Porträt der gbs, indem er einen ausführlichen Überblick über alle wichtigen Stationen ihrer mittlerweile schon zehnjährigen Geschichte gab.

Von der eher zufälligen Begegnung zwischen ihm und Herbert Steffen und den ersten Gehversuchen, bis zur heute schon, gemessen an Größe und finanziellen Mitteln, gewaltigen, Strahlweite und einer schon fast unübersichtlich gewordenen Anzahl von Regionalgruppen (“So um die 50 – je nach dem, wie man zählt…”).

Die Erfolge können sich sehen lassen. Bunt, fröhlich, frech und geistreich, so kann man die Kampagnen und Aktionen der gbs charakterisieren. Nicht selten gab es dazu Anekdötchen, dass mitunter die Wichtigkeit der gbs von der Presse völlig falsch verstanden und überschätzt wurde.

Insofern rundete dieser Vortrag mit Videoeinspielungen die Komponente des “Historischen” durch eben einen solchen Rückblick ab, wobei hier die Dimension der zehn Jahre gbs, gemessen an z.B. der des betrachteten Zeitraums im Eingangsreferat, nur vergleichsweise bescheiden genannt werden kann – was die Inhalte hingegen betrifft, umso gewichtiger und bedeutender: geht es letztlich doch um das Bestreben, die Verbreitung der vielen Legenden zu beenden.

Constanze Cremer
Burkhard Wepner

April 29, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Fünf Jahre gbs Köln

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Einen ereignisreichen Start in den Dezember ereilte die Re­gio­­nal­gruppe Köln im gerade vergangenen Jahr 2013, wobei ihr das plane­rische und organisatorische Zutun diesmal zum größten Teil von anderen abge­nom­men wurde. Und auch ein Jubiläum galt es zu feiern: seit fünf Jahren gibt es nun die Regionalgruppe Köln der Giordano-Bruno-Stiftung.

Monatstreffen gbsköln  12/2013            Foto: © Frank Meyer

Doch zunächst kurz zu den dieser Feierlichkeit vorausgegangenen Veranstaltungen:

„Ein Unglück kommt selten allein!“, heißt es, wobei ‚selten‘ nicht näher definiert, und höchster Wahrschein­lich­keit nach ohnehin Aus­druck selektiver Wahrneh­mung ist. Aber: gilt diese Aussage auch für Glück, das ebenfalls selten allein komme? Oder kommt Letzteres – wenn überhaupt – dann doch eher ganz und gar allein, zumindest meistens – oder so ähnlich? „Man weiß es nicht!“ würde vermutlich Dieter Nuhr sagen.

Wie dem auch sei:  Köln (und Umgebung) ereilte das diesmal singuläre Unglück, dass gleich dreifaches Glück auf den Ort und die hiesige Regionalgruppe zukam, wobei – nun ja – das  ‚Glück‘ als wertende Bezeichnung in diesen Fällen vermutlich individuell  verschieden gesehen werden mag. Und das Unglück bestand einzig und allein in der Qual der Wahl. Der Zufall also wollte es, dass am – jeden Zahlenfetischisten begeisternden – 11.12.13 gleich drei Veranstaltungen mit gbs-Beteiligung an einem Tag und an (quasi) einem Ort, zwei in Köln und eine in Düsseldorf (ja nun, quasi… Köln-Nord) etwa zeitgleich stattfanden.

Ingrid Matthäus-Maier war vom DGB eingeladen worden, um zusammen mit Volker Beck, Lale Akgün und Wolfgang Uellenberg-van Dawen über das kirchliche Arbeitsrecht zu diskutieren.

Carsten Frerk wiederum war vom Kölner Stadt-Anzeiger ins studio dumont gebeten worden, um mit Manfred Kock (ehem. Ratsvorsitzender der EKD), Sven Lehmann (Landesvors. NRW Bündnis90/Die Grünen) und Andreas Püttmann (katholischer Publizist) über das Vermögen der Kirchen zu streiten.

Letztere Veranstaltung wurde live im Deutschlandfunk übertragen, und so konnte wer wollte diese auf dem Weg nach Düsseldorf verfolgen, wo auf Einladung des Düsseldorfer Aufklärungsdienstes (Regionalgruppe Düsseldorf) eine Stunde später Rolf Bergmeier über sein Buch „Schatten über Europa“ referierte.

Diese Termindichte war, wie gesagt, Zufall und keineswegs hausgemacht, jedoch zeigt sich hier in Ansätzen (ohne dies überbewerten zu wollen), dass die „Stimme der gbs“ bisweilen verstärkt, und insgesamt vermehrt „von außen“ wahrgenommen wird, auch wenn es in den Fällen der Podiums­dis­kussionen um eher begrenzte wirtschaftliche und rechtliche Fragen ging, die nicht zuletzt aktuellen Ereignissen geschuldet waren aber doch so wichtig sind (Tebartz-van Elst sollte Ehrenfördermitglied der gbs werden!).

Eröffnet wurde das monatliche Treiben mit dem inzwischen ‚beinahe schon zur Tradition‘ gewordenen Humanistischen Forum Köln (HFK), einer offenen Gesprächsrunde der gbs Köln zusammen mit dem IBKA- Ketzerstammtisch, der GWUP Köln und dem HVD Köln (auch der Hochschulgruppe Köln der gbs), jeweils an jedem ersten Freitag des Monats im „Atrium“ in der Nähe des Hauptbahnhofs. Friedhelm Mandt (gbs Köln) hielt dort einen kleinen Vortrag über die „Kritik an Paul Feyerabends Philosophie der Beliebigkeit“. Dieses Impulsreferat lockte die Gesprächsrunde kompetent aus der Reserve und ließ die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in angeregten Diskussionen den Abend beschließen.

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               Fotos der  Jubiläumsfeier

 

Das Gründungstreffen der gbs-Regionalgruppe Köln, damals noch Köln-Bonn-Düsseldorf, fand am 17.10.2008 in einem Kölner Restaurant statt. Sie war die vergrößerte Fortsetzung der ur­sprüng­lichen in Bonn Anfang 2007 gegründeten Regionalgruppe. Erste Aktivistin und letztlich damit Gründerin der Regionalgruppe ist Constanze Cremer. Der zu vermutenden memetisch bedingt grö­ßeren Feierlaune im Dezember geschuldet fand diesjährig mit zweimonatiger Verspätung im An­schluss an ein Monatstreffen in der dortigen, schon fast zum „gbs-Köln-Stammsitz“ mutier­ten ‚Hochschule für Musik‘ eine kleine Feier statt, mit der das kleine Jubiläum Fünf Jahre gbs Köln begangen wurde. Trotz vielerlei Verhinderungen aktiver Mitglieder hatten sich mehr als 30 Personen zusammengefunden – und auch ein paar Düsseldorfer stießen hinzu: schließlich waren sie ja ursprünglich mit dabei, bevor das Schicksal uns ein Schisma bescherte, und Köln und Düsseldorf seit dem getrennte Wege gehen. Bonn ist der Einfachheit halber (nur bezüglich der pragmatischen Namensgebung!) in Köln aufgegangen, die Düsseldorfer feierten gerade ihr dreijähriges Jubiläum. Und im Gegensatz zu manch anderem historischen Vorbild bleibt es zwischen beiden Gruppen bei enger Freundschaft und guter Zusammenarbeit. Allein die Frage, wer nun Avignon, wer Rom ist, muss noch geklärt werden.

Fünf Jahre sind Anlass genug, um eine kleine Rückschau zu wagen und eine Art Zwischen­bilanz zu versuchen. Sicherlich wäre ein außenstehender Beobachter geeigneter, Letzteres zu tun, allein diesem würde sich das gleiche Problem wie dem Insider stellen: woran messen? Und in Ermangelung dieser neutralen Instanz läuft es darauf hinaus, letztere erst gar nicht vortäuschen zu wollen, sondern mit hedonistischer Freude das bisher Erreichte zu bestaunen, nicht ohne aber den Skeptiker zuzulassen, der die nötigen Anstöße für die Zukunft zu geben vermag.

Angefangen mit ein paar Aufrechten hat sich die Reihe derer, die zumindest einmal bei einem organisatorischen Monatstreffen vorbeigeschaut haben, auf ungefähr 130 erhöht. Etwa ein Viertel von diesen ist nicht wiedergekommen, einige haben sich, wie oben beschrieben, ganz nach Düsseldorf ‚abgesetzt‘, oder sind weggezogen, andere wiederum sind einige Male oder gar über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig erschienen, waren vielleicht auch eine Zeit lang richtig aktiv dabei, haben sich aber aus unterschiedlichen (meist persönlichen) Gründen wieder weitgehend oder ganz zurückgezogen. Die Zahl der Aktiven liegt z. Z. um die 40. Allerdings bleiben die allermeisten auf unserer Email-Liste, wollen also zumindest über Veranstaltungen informiert werden oder gar teilhaben an dem, was darüber hinaus noch an Informationen ausgetauscht wird.

So manche die gekommen waren, hatten sich (vermutlich, oder sinngemäß höchst selbst geäußert) an organisatorischer Arbeit mit Tagesordnung gestört, andere vielleicht an der grundsätzlichen Ausrichtung?!

Dem Rechnung tragend ist zusammen mit dem Ketzerstammtisch der IBKAnesen das Humanistische Forum Köln (+ GWUP und HVD, s.o.) eingeführt worden, einem offenen säkular-humanistischen Gesprächskreis, und tatsächlich verteilen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die beiden „Formate“, bei einer allerdings großen Schnittmenge. Zwei regelmäßige Termine im Monat, dazu weitere Veranstaltungstermine, sind insgesamt allerdings auch schon recht viel.

Traumatisierte Pfarrerstochter

Auch tauchte auf solch einem Monatstreffen einmal eine nach eigenen Angaben ob ihres Elternhauses traumatisierte Pfarrerstochter auf, suchte bei uns eher den (therapeutischen) Gesprächskreis, den wir ihr nicht bieten konnten, und kam auch nie wieder; ihren Namen wollte sie uns nicht verraten. Parteigründungsambitionierte, Querulanten – auch das haben wir „überlebt“, sehr gut sogar.

Nachdem zu Beginn der „Historie“ die Vortragsveranstaltungen aus den eigenen Reihen bestritten wurden, konnten immer wieder Gastreferenten gewonnen werden, desweiteren wurden Podiumsdiskussionen und Informationsveranstaltungen mit Stand in Fußgängerzonen durchgeführt, auch z.B. eine Anfrage beim und Gespräche im Ministerium bzgl. des Islamunterrichts an Schulen in NRW und vieles mehr runden die Formen der verschiedenen Aktivitäten ab.

Eine weitere Aktion ist das jährlich stattfindende Wochenendseminar in einem kleinen Hotel („Bergische Schweiz“) im Bergischen Land in der Nähe von Köln mit Referaten, Diskussionen, Gastreferenten und gemütlichem Beisammensein am offenen Kamin.

Über die Website hinaus verfügen wir auch über einen eigenen Blog, der immer aktuell die wichtigsten Informationen, Artikel, Videos und vieles mehr präsentiert.

Nun sind wir erst einmal froh über das bisher Erreichte. Jeden Monat kommen zwei bis fünf neue Interessierte zu unseren Treffen. Die „Stimmung“ ist im Allgemeinen gut bis sehr gut.

Zu den in „unseren Kreisen“ bekanntesten Gastreferenten gehörten Persönlichkeiten wie Franz Wuketits, Sabine Paul, Mina Ahadi, Heinz-Werner Kubitza, David Berger, Hamed Abdel-Samad, Michael Schmidt-Salomon (mit und ohne Lea), auch Ingrid Matthäus-Maier (gehört ja schließlich zu „uns“), sogar Norbert Blüm als Diskussionspartner von Peter Henkel, der uns außerdem zweimal beehrte, und andere mehr.

Weitere Veranstaltungen sind in Planung, nicht zuletzt die internationale Jubiläums­ver­anstal­tung des Zentralrats der Ex-Muslime.

Rückschau und Ausblick

Wie aber war der Besuch der einzelnen Veranstaltungen, was und wen haben wir erreicht?

Nun, die Besucherzahl schwankte zwischen enttäuschend und ansehnlich. Zwar spielt die Popularität von Personen auch hier die größere Rolle vor Inhalten, wohl auch Wetter und Wochentag, aber das allein, das konnten wir ausmachen, war nicht so entscheidend wie die nötige örtliche Werbung. Plakataktionen sind sehr teuer, dank eines großzügigen Sponsors konnten wir einmal davon profitieren und hätten den Saal für Hamed Abdel-Samad zweimal füllen können. Den besten Besuch konnten Michael und Lea (mit dem „Butterkeks“) für sich verbuchen, eine Veranstaltung im Kammermusiksaal der Hochschule für Musik Köln, welche mit einem kleinen Konzert eröffnet wurde.

Bei allen Veranstaltungen war zu konstatieren: trotz Pressemitteilungen an alle relevanten Organe in Köln und Umgebung, trotz teilweise auch persönlicher Ansprache: von der hiesigen Presse schaute niemand vorbei, geschweige denn, dass ein Vorbericht zur Veranstaltung publiziert worden wäre.

Dies dürfte die größte Hürde sein, die es zu nehmen gilt. In einer Millionenstadt wie Köln sind  mit großer Sicherheit viel mehr Menschen an unserer Arbeit und unseren Veranstaltungen interessiert – es ist nur ungemein schwer, diese informatorisch zu erreichen. Nun haben sich kleine neue Pfade aufgetan, wir wollen sehen, ob sich da etwas zuwege bringen lässt, um das „Schweigen der Presselämmer“ bezüglich der gbs zu brechen. Wir sind einfach mal optimistisch.

Aus einem anderen, skeptischen Blickwinkel betrachtet bleibt zu konstatieren: umwerfend viel haben wir freilich nicht erreicht. Aber sogleich ergibt sich wiederum die Frage des Maßstabes, welche sich allerdings kaum beantworten lässt. Also sehen wir es doch lieber positiv: das Glas ist halbvoll, Punkt! Dass noch viel ins Gefäß hineinpasst, soll Ansporn für weitere Taten sein. Es ist halt das berühmte Bohren dicker Bretter. Und so machen kleine Erfolge immer wieder Mut, diesen Weg weiter zu gehen.

Als besondere Erschwernis kommt speziell für unsere Regionalgruppe hinzu, dass sie innerhalb einer Umgebung tätig ist, welche nach außen hin zwar gerne das Bild einer weltoffenen und liberalen Stadt von sich zeichnen lässt, in deren inneren Gefüge aber doch die Strukturen katholischer Strippenzieher wirkmächtig sind – manchmal offen erkennbar, manchmal nur durch die zu beobachtende Schere im Kopf zu verstehen. Insofern befinden wir uns ja hier quasi im Zentrum des deutschen Katholizismus.

Die Giordano-Bruno-Stiftung als Ganzes hat sicherlich schon eine ganze Menge erreicht; gerade in den Diskussionen der letzten Wochen und Monate wird dies deutlich, auch wenn medial fast nie darauf verwiesen wird. Die Regionalgruppen als Bestandteil des Ganzen leisten mit ihrer Arbeit vor Ort die notwendige Zuarbeit in der Breite, bis eines Tages durch die Präsenz der gbs in den Köpfen vieler auch die Presse in Köln nicht mehr über uns hinweg schauen kann, vor allem nicht an den Inhalten.

Wenn man aber bedenkt, dass alle Arbeit, die von der (einer) Regionalgruppe getan wird, ausschließlich ehrenamtlich im mehr oder weniger beruflichen und familiären Nebenbei geschieht, keine Sekretärin zur Verfügung steht und schon gar nicht auf einen professionell organisatorischen und propagandistischen Apparat zurückgegriffen werden kann, wie es gewisse andere Institutionen zu tun vermögen, letztere mit vergleichsweise immensen finanziellen Mitteln auf ihrer Seite und mit über große Zeiträume hinweg sich verfestigt habenden gesellschaftspolitischen Strukturen, mit tief verwurzelten Memplexen usw., angesichts dieses Gegenübers können wir mit Sicht auf diese Relation doch wiederum einigermaßen selbstbewusst unser aller Engagement eben als (relativ) erfolgreich ansehen. Viele Ideen haben einmal klein angefangen, bald 10 Jahre gbs und jetzt 5 Jahre gbs Köln sind gemessen an den historischen Zeiträumen eher kurz…

Über die Pflege des „Markenzeichens“ hinaus

Aber das hier dargestellte Gegenüber als das der Kirchen und Religionen läuft Gefahr, als alleiniger Inhalt zu kurz gegriffen zu sein. Es sollte uns nicht vergessen lassen, dass (evolutionärer) Humanismus mehr ist als das Infragestellen von Religionen und ihren Institutionen und der zugehörigen Schamanenkaste samt deren politischer Einflussnahme, auch wenn die Religionskritik das medial wahrgenommene „Markenzeichen“ der gbs ist. Diese Aspekte sind fraglos wichtig und auch aktuell nötig, wie es z.B. auch der neue Koalitionsvertrag der sogenannten GroKo zeigt. Und daher gilt es selbstverständlich auch, in diesem Punkte nicht nachzulassen, denn es gibt keinen Grund, uns in Anbetracht der aktuellen Lage zurück­zu­leh­nen. Und wenn wir über den mitteleuropäischen Tellerrand schauen schon gar nicht.

Diesbezüglich wachrüttelnd war die Reaktion von Mina Ahadi auf einem unserer letzten Monatstreffen, als wir über gewisse intellektuelle Defizite und vor allem einen recht anmaßenden Satz Norbert Blüms („Nichtglauben ist Versagen“) diskutierten: „Diese Probleme hätten wir gerne…“

Ohne hier eine Grundsatzdebatte führen zu wollen, möchte ich jedoch noch einmal aufgreifen, was – auch innerhalb unsere Gruppe – öfters angeregt worden ist, dass inhaltliche Arbeit und die dementsprechende Ausrichtung sich weiter öffnen sollte in Richtung umfassender Bildung, die möglichst breit und vielschichtig angelegt ist. Nicht umsonst ist ein Motto der gbs: „Wer sich um Wissenschaft, Kunst und Philosophie bemüht, braucht keine Religion.“ Da kann man nur sagen: „Lasset uns dies also (weiterhin) tun!“

Religionskritik ist nur ein „Abfallprodukt“ umfassender Bildung, und davon ist die Kritik an deren Institutionen und Vertretern in komischen Gewändern wiederum ein weiter untergeordnetes „Abfallprodukt“. Letzteres geht leicht von der Hand (siehe Kritik an TvE). Aber gerade dieses machen andere auch schon. Insofern sollten wir auch bei der Wahl unserer Veranstaltungen, respektive deren Referenten und Referentinnen, ein breiteres Spektrum anpeilen: in der oben beschriebenen Richtung. Da aber die Interessenlage und „Kontakttiefe“ mit den verschie­densten Gebieten recht unterschiedlich ist, erscheint dies u.U. recht kompliziert zu werden. Es läuft auf einen schwer zu bewältigenden Spagat zwischen Unverständlichkeit auf der einen und (oder) Oberflächlichkeit auf der anderen Seite hinaus, wobei das Volks­hoch­schul­niveau ver­dächtig nahe rückt, wenn man nicht aufpasst. Trotzdem sollte man m.E. diesen Spagat wagen und allen Beteiligten Offenheit und auch Geduld nahelegen.

Das heißt also zweigeleisig denken:

è    erste Schiene:  öffentlichkeitswirksamere Veranstaltungen, zum einen mit dem Markenkern Religionskritik als Grundlage, zum anderen ggf. auch wissenschaftliche, künstlerische, philosophische Themen, die allenfalls mittelbar etwas mit Religion resp. Religionskritik zu tun haben müssen, durchgeführt mittels Vortragsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Lesungen, öffentliche Informationsstände, warum nicht auch Konzerte, Ausstellungen etc.

è    zweite Schiene:  interne Veranstaltungen, die der Bereicherung der Gruppe dienen und i.d.R. aus dieser selbst heraus gestaltet werden, inhaltlich wie die oben dargestellte Alternative, ohne aber zwingend eine breite Resonanz anstreben zu wollen.

Um dies reibungsloser umsetzen zu können, planen wir innerhalb der gbs Köln eine strukturelle Veränderung, die dem dreiköpfigen Vorstand ein Beisitzergremium zur Seite stellt, um auf diese Weise die vielfältigen organisatorischen Aufgaben verantwortlich auf weitere Schultern verteilen zu können. Ganz flache „Hierarchie“ soll dabei ebenso erhalten bleiben wie auch Offenheit gegenüber jedem, der sich konstruktiv einbringen will. Das Element der Freiwilligkeit und des Ehrenamtes kann gegenüber pekuniär gesteuerter Professionalität durchaus ein Trumpf sein, da sich um Fleischtöpfe herum auch gerne diejenigen scharen, die einfach nur Hunger haben und nach eigener Sättigung wieder das Weite suchen.

Vielleicht vermögen die vier Punkte:

-         Intensivierung der Pressekontakte,

-         breitere thematische Aufstellung,

-         Einbeziehung eines größeren Personenkreises in die organisatorischen Abläufe und

-         Ansprechpartner zu sein bezüglich aktueller Probleme innerhalb unserer „Ausrichtung“ (Schulpolitik, rechtliche Fragen, gesellschaftspolitische Fragen, medizinische Fragen etc.) mit Kompetenzverteilung, auch um schnell reagieren zu können,

helfen, die dicken Bretter doch schneller durchbohren zu können, als man es erwartet. Letztlich sind gerade diese Bretter, die wir vornehmlich bearbeiten, als solche immerhin nur ‚Bretter vor den Köpfen‘. Und die können doch einfach gar nicht so dick sein, oder etwa doch…?!

Die letzten vorgetragenen Gedanken sind spezifisch auf die gbs Köln hin ausgerichtete strategische Überlegungen. Jede Regionalgruppe fährt naturgemäß ihren eigenen Stil und hatihre individuelle Struktur. Vielleicht aber mögen diese für die eine oder andere Gruppe eine kleine Anregung sein.

Nun ist die eingangs erwähnte Termindichte von Veranstaltungen mit gbs-Beteiligung in Köln wie gesagt nicht auf dem Mist der Regionalgruppe gewachsen. Aber es bleibt festzuhalten: Es tut sich etwas!

Nehmen wir dies als Beispiel: Sowohl Ingrid Matthäus-Maier, als auch Carsten Frerk hatten wir in Köln zu Veranstaltungen eingeladen, ohne dass von der per Presse­mittei­lung (und mittels persönlichem Gespräch mit führenden Vertretern) informierten Presse eine Reaktion erfolgt wäre.

Jetzt hat ausgerechnet der Chefkorrespondent (ein katholischer Theologe) des hiesigen „L’Osservatore Coloniese“, bürgerlich auch „Kölner Stadt-Anzeiger“ genannt, tatsächlich Carsten Frerk zu einer Diskussion hinzu gebeten. Das heißt also: man kommt inzwischen nicht mehr „an uns“ vorbei. Die Bretter haben offensichtlich schon eine ganze Reihe von Spänen verloren.

Bohren wir also weiter! Es lohnt sich sehr wohl.

Burkhard Wepner

Fotos: © Ricarda Hinz, Frank Meyer, Constanze Cremer, Burkhard Wepner

Beitrag zuerst erschienen beim hpd:

http://hpd.de/node/17511

Januar 19, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | 1 Kommentar

Religion der Hebräer

Dipl.Ing. H.A. Goerke
helmut@goerke.us

Datum 12.01.2014
Die historische Gleichsetzung Hebräer=Hapiru bedeutet die Bibel mit Patriarchen sind Phantasien jüdischer Religiotie mit Moses, Abraham, Salomon und David als Supermann der Bronzezeit.

1) Es gibt es keine schriftlichen Belege zum Exodus, Moses usw.
Ägyptens neues Reich (1550-1070 v.C.) hat mit Hieratisch als Schreibschrift eine intensive Schreibkultur mit Wissenschaft, Reisberichten, Verträgen, Urkunden, Steuerlisten, Lagerlisten, Lohnlisten und Quittungen wie etwa der Kauf eines Esels. Mit Königreichen wie Ugarit, Ebla, Hattusa, Mari, Alashiya (Zypern), Ninive, Babylon usw. gibt es intensive Korrespondenz, ein Reich und Volk der Hebräer vom Euphrat bis zum Nil unter König David wird nirgendwo erwähnt. Palästina, Phönizien (Libanon) und Teile Syriens gehören zu Ägypten, der Pharao herrscht direkt mit Vasallen über kleine Orte bis 2.500 Einwohner wie Qatna, Gubla, Jerusalem (Ur-u-salem), Lachish, Askalon, Jursa, Gezer, Qiltu, Megiddo, Akko,. Tyros, Sidon, Berutia (Beirut), Damaskus, Amurru usw.. Ein Provinzgouverneur zwischen den Vasallen und dem Pharao ist unbekannt.
2) Seit wann existieren Hebräer?
Der Exodus aus Ägypten nach jüdischer Lehre 1312 v.C., nach der Bibel um 1447 v.C., kollidiert mit den Hapiru (Hebräer) Gefangenen im Krieg des Amenhotep II in Canaan 1420 v.C und der Septuaginta. Bei Moses Flucht durchs Rote Meer, Sinai und Negev latschen biblisch 6.732.000 Hapiru aus real 63 winzigen Orten Palästinas 40 Jahre durch Halbwüsten und benötigen 100.000 Tonnen/Tag an Nahrung, Wasser und Geräten. Das sind mehr Menschen und Vorräte als das Weltreich Ägypten hat und wundersam umsonst durch die Wüste transportiert.
Etwa 1660 v.C. erobern um 200 Hyksos (Heka Chasut, Führer der Fremdländer) unter König Timaus das Nildelta. Die Völkerwanderung wird offenbar durch den Avellino Ausbruch 1660 v.C und den Santorin Ausbruch 1645 v.C. ausgelöst, durch Tsunamis werden viele Küsten unfruchtbar. Der Sallier Papyrus nennt „Asia“ als Herkunft der Hyksos, sie sind als Aamu oder Asier sicher keine Hebräer, ihr religiöser Kult macht Assyrien wahrscheinlich. Der jüdische Yahwe ist den Hyksos unbekannt, verehrt wird der ägyptische Gott Seth, der ugaritische Rehsef und der sumerische Baal. Die Ruinen in Auaris haben keine typisch ägyptischen Grundrisse, man findet Pferdeskelette und Reste eines Menschenopfers. Pharao Ahmose I (1550-1525 v.C.) vertreibt die Hyksos nach 108 Jahren aus ihrer 200 Einwohner Stadt Auaris. (Tell el Daba’a). Nach bis zu 100 Papyri sind die Hapiru ab 1450 v.C. in Canaan präsent, das Dorf Jerusalem regiert ein Vasall des Pharaos mit Akkadisch als Sprache, Althebräisch existiert so wenig wie jüdische Hebräer.

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Januar 18, 2014 Posted by | Eigene Artikel | | 3 Kommentare

Das Kreuz:

Kreuz

Dezember 30, 2013 Posted by | Eigene Artikel | Hinterlasse einen Kommentar

Die neue Regierung des Gottesstaates Deutschland

 

Kabinett

Dezember 27, 2013 Posted by | Eigene Artikel | | 4 Kommentare

Lawrence M.Krauss

KraussU

Dezember 26, 2013 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar: Koalition zementiert Gottesstaat Deutschland

KÖLN. (hpd) Nachdem nun die Parteimitglieder der SPD dem Koalitionsvertrag zugestimmt haben und damit die große Koalition zustande kommt, lohnt es sich, den Koalitionsvertrag auch in Hinblick auf die Kirchen und die Religionsgemeinschaften etwas genauer anzusehen. Was da steht ist geradezu erschreckend rückwärts gerichtet.

Ungeachtet der Skandale der letzten Jahre und der massenhaften Austritte der Gläubigen hält man hier an den althergebrachten Privilegien der Großkirchen und ihren engen Verknüpfung mit dem Staat fest.

 

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Dezember 16, 2013 Posted by | Eigene Artikel | | 2 Kommentare

Koalition zementiert Gottesstaat Deutschland

Koalitionsvertrag CDU/CSU/SPD, Seite 113

Kirchen und Religionsgemeinschaften

Wir werden den Dialog mit den christlichen Kirchen, Religionsgemeinschaften und religiösen Vereinigungen sowie den freien Weltanschauungsgemeinschaften intensiv pflegen. Sie bereichern das gesellschaftliche Leben und vermitteln Werte, die zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft beitragen. Wir bekennen uns zum Respekt vor jeder Glaubensüberzeugung. Auf der Basis der christlichen Prägung unseres Landes setzen wir uns für ein gleichberechtigtes gesellschaftliches Miteinander in Vielfalt ein.

Die christlichen Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände sind in vielen Bereichen unse­rer Gesellschaft unverzichtbar, nicht zuletzt im Bildungs-, Gesundheits- und Sozial­bereich, bei der Betreuung, Pflege und Beratung von Menschen sowie in der Kultur. Zahlreiche Leistungen kirchlicher Einrichtungen für die Bürgerinnen und Bürger sind nur möglich, weil die Kirchen im erheblichen Umfang eigene Mittel beisteuern und Kirchenmitglieder sich ehrenamtlich engagieren. Wir halten daher auch am System der Kirchensteuern fest, damit die Kirchen Planungssicherheit haben. Nur so können sie die eigenfinanzierten Leistungen zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes weiter sicherstellen. Zugleich wollen wir die kirchlichen Dienste weiter unters­tützen. Dabei achten wir die kirchliche Prägung der entsprechenden Einrichtungen.

Zum Gedenken an den weit über die Grenzen Deutschlands und Europas hinaus be­deutenden 500. Jahrestag der Reformation 2017 wird auch der Bund einen ange­messenen Beitrag leisten.

Dankbar stellen wir das Erstarken des jüdischen Lebens in unserem Land fest. Wir unterstützen die jüdischen Gemeinden und die jüdische Wohlfahrtspflege, zum Bei­spiel bei der Integration von Zuwanderern und dem Auf- und Ausbau von Bildungs-und Kultureinrichtungen.

Den vielfältigen Beiträgen muslimischer Vereine und Verbände zu unserem Ge­meinwesen – etwa zur Integration muslimischer Zuwanderer und ihrer Nachkommen in unsere Gesellschaft, wie auch zum Dialog zwischen den Kulturen und Religionen – gilt unsere Wertschätzung und Unterstützung. In diesem Sinne wollen wir die Deutsche Islam Konferenz fortsetzen.

Eine offene Gesellschaft bietet im Rahmen der Verfassungsordnung allen Religionen den Freiraum zur Entfaltung ihres Glaubens.

Das bewährte Staatskirchenrecht in unserem Land ist eine geeignete Grundlage für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Religionsgemeinschaften.

 

Dezember 10, 2013 Posted by | Aktuell, Eigene Artikel | | 13 Kommentare

JULIT:))) 2014 – der säkular humanistische junge Literaturpreis für Lesben und Schwule – wird zum fünften Mal ausgeschrieben!

logoKöln: Noch immer sind die beiden einzigen Parteien, die ein „christlich“ im Namen tragen, nicht der Ansicht, Kinderwunsch sei ein Menschenrecht, das auch Lesben und Schwulen zusteht, z.B. per Adoption. Der säkulare Humanismus ist da längst weiter: Einen Goldenen JULIT für die beste Autorin und einen Goldenen JULIT:))) für den besten Autor, dotiert mit je 500 Euro, verleiht die JULIT-Jury für die geistreichste Geschichte zum diesjährigen Motto:

„The Mamas and The Papas“ – Lesben, Schwule, Kinderwunsch“

Einsendeschluss ist der 31. 12. Am 15. März 2014 wird dann in Köln zum fünften Mal der deutschlandweit erste säkular humanistische Preis für junge lesbische und schwule Literatur verliehen. Der Wettbewerb zum Preis bittet junge Lesben und Schwule bis 25 Jahre, Geschichten über die Freundschaft von Lesben und Schwulen zu schreiben, die – darauf wird von der Jury Wert gelegt – den säkularen Humanismus als positiven Wert darstellen. „Weltweit besteht der Hauptmotor für Homosexuellenfeindlichkeit leider in religiösem Denken, von Arabien bis Uganda, vom Vatikan bis zu den Zeugen Jehovas“, so Jury-Mitglied und Stifter Frank Hichert. „Wir wollten das nicht immer nur kritisieren, sondern Konfessionsfreiheit als positiven Wert dagegensetzen. Es gibt 19.000 religiöse Stiftungen in Deutschland, der JULIT ist mal ein Preis für die Konfessionsfreien, die haben auch einen Preis verdient.“

Das diesjährige Motto des JULIT geht auf eine Anregung von Autor und Star-Comic-Zeichner Ralf König zurück,  der natürlich auch wieder in der Jury sitzt. Die bisherigen preisgekrönten Geschichten und die Teilnahmebedingungen zum JULIT finden sich unter: www.julit-preis.de.

(Frank Hichert)

Dezember 4, 2013 Posted by | Aktuell, Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Herzlich Willkommen von Richard Dawkins

November 27, 2013 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Darth Vader

Vader

Copyright: Hammer the Gods

November 22, 2013 Posted by | Eigene Artikel | Hinterlasse einen Kommentar

“Nichtglauben ist Versagen”

nichtglauben_titel KÖLN. (hpd) Getreu dem Motto ‘variatio delectat – Abwechslung erfreut’, lud die Regionalgruppe Köln der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs Köln) am vergangenen Mittwoch erstmalig zu einer Veranstaltung in Bonn ein.

Dank der Zusammenarbeit mit der Thalia-Buchhandlung, die am Bonner Marktplatz im geschichtsträchtigen Gebäude des ehemaligen Metropol-Kinos residiert, konnte im wunderschönen Kuppelsaal eines ehemaligen Kinosaals trefflich vor Publikum diskutiert werden.

Vorgenommen hatte sich die gbs Köln diesmal eines der großen “klassischen Themen”, die deswegen zum Klassiker geworden sind, weil sie wieder und wieder neu herumgewälzt werden, obwohl man doch eigentlich meinen sollte, dass sie wahrlich seit langem ausdiskutiert sind: Gibt es einen Gott?

Hierzu waren geladen und gekommen ein Gläubiger und ein Ungläubiger, die zusammen ein Buch geschrieben haben namens “Streit über Gott”: Ein, wie der Ungläubige konstatierte, “merkwürdiges Unternehmen, das wie aus der Zeit gefallen wirkt”.

Die beiden lasen jedoch nicht aus dem Buch vor, sondern gaben eine live vorgetragene Variante der Diskussion; nach Einschätzung einiger, die das Buch gelesen hatten, letztlich konträrer und spannender als dort selbst, was sicher auch das Verdienst der ausgewogen agierenden Moderatorin Ingrid Matthäus-Maier war.

Der Gläubige, weithin eher bekannt für seine Ansicht bezüglich der Deutschen Rentenversicherung, als dafür, dass er studierter Theologe ist, war niemand Geringeres als Bundesminister a.D. Norbert Blüm. Der Ungläubige war Peter Henkel, der ehemalige Landeskorrespondent der Frankfurter Rundschau.

Für Zuhörer, die sich noch nie mit der Argumentation eines gut gerüsteten Atheisten befasst hatten, dürfte die Veranstaltung sehr lohnend gewesen sein – aus säkularer Sicht vor allem deswegen, weil Henkel stets die deutlich erkennbar schlüssigeren und logisch tragfähigeren Argumente vorzutragen wusste. (Norbert Blüm hat Letzteres selbstverständlich bis zum Schluss ganz anders gesehen…)

Wer sich jedoch schon etwas länger oder zumindest eingehender mit der Thematik beschäftigt hatte, und erwartete, von Seiten des Theologen Blüm noch einmal ein paar Aspekte zu vernehmen, die zumindest des einmal Darüber-Nachdenkens wert sind – man begegnet so etwas ja tatsächlich ab und zu einmal – wurde hingegen auf ganzer Linie enttäuscht:

Das Niveau Blüms ließ leider durchgehend zu wünschen übrig und erschöpfte sich fast ausschließlich in unsortierten Gedankengängen, Zirkelschlüssen, Wunschdenken und logischen Widersprüchen sowie ausgesprochener Dünnhäutigkeit, und nicht zuletzt auch der nach Theologenart gut einstudierten Technik der Selbstimmunisierung, wenn argumentativ nichts mehr geht.

Für den versierteren säkularen Humanisten war es somit lediglich interessant, aus psychologischer Sicht mit anzusehen, wie sich ein Gläubiger windet, um nur ja nicht das Offensichtliche eingestehen zu müssen. Fraglos ein eher zweifelhaftes Vergnügen…

Im Folgenden ein paar besonders denkwürdige Schlaglichter, die die Argumentationsweise der beiden Kontrahenten repräsentativ darstellen.

Nach einer relativ ausführlichen Vorstellung der gbs durch Frank Hichert legte Ingrid Matthäus-Maier dar, dass sie mit beiden Gästen Gemeinsamkeiten habe: Mit dem einen habe sie jahrelang im Bundestag gesessen, mit dem anderen teile sie die Weltanschauung – weitestgehend, denn sie bezeichne sich nicht als Atheistin, sondern als atheistische Agnostikerin, denn sie könne nicht mit vollkommener Sicherheit sagen: Es gibt keinen Gott.

Aber die Beweispflicht liege ja ohnehin bei dem, der eine unwahrscheinliche Existenz, wie etwa die des Fliegenden Spaghetti-Monsters, behaupte. Da protestierte Norbert Blüm aber vehement, womit man direkt in medias res gelandet war:

Blüm: Warum denn das? Warum soll die Beweispflicht denn bei mir liegen, Herr Henkel und ich behaupten, dass ja und dass nein, das ist doch dieselbe Ebene. Kants Feststellung, dass man, bloß weil man sich 1.000 Taler wünscht, sie noch lange nicht hat, ist ja eine ganz andere Frage, als die nach Gott, denn: die Anlage zur Transzendenz unterscheidet uns von den Tieren.

Henkel: Existenzielle Sehnsüchte sind psychische Phänomene; aus diesen die Existenz Gottes abzuleiten, ist falsch. Das Bedürfnis, ein Dach über dem Kopf zu haben führt nicht zur Existenz eines Hauses. Die Entstehung von Religion kann man aus der Menschheitsgeschichte erklären, denn Menschen mussten sich auf Naturphänomene, z.B. Regenbogen, einen Reim machen, diese Erklärungen hatten aber natürlich mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Später vergaßen die Menschen, dass sie die Religionen selber geschaffen hatten.

Henkel: Vollkommenheit – wir alle begegnen Dingen, die wir uns schöner, perfekter vorstellen können. Uferloses Vollkommenheitsdenken hat mit unserer Realität aber nichts zu tun, nur wenn es übersteigert wird nach Philosophenart. Die Ursache dafür ist dann der vermeintliche Gottesbeweis. Und woher kommt beim infiniten Regress am Anfang Gott? Warum die Fragenkette dort beenden, wo es einem in den Kram passt?

Blüm: Weil er Gott ist. Wenn er wie wir wäre, dann bräuchte er eine Ursache. Aber er braucht sie nicht. Daher ist er Gott.

Henkel: Norbert Blüm ist das Ebenbild Gottes. Aber nicht nur er, was ist mit Hitler, was mit Pol Pot? Wie kann von einem Wesen, das vollkommen ist, etwas so Unvollkommenes wie diese Schöpfung hervorgehen?

Blüm: Ja, das ist der schwierigste Teil. Warum lässt Gott das Böse zu? Gott hat uns Freiheit gegeben, der Mensch ist kein Automat, wir sind zur Sünde fähig. Auschwitz haben die Menschen gemacht. Pol Pot ist ein verunglücktes Abbild Gottes. Diese Frage kann nicht befriedigend beantwortet werden. Karl Rahner sagte dazu: Es ist ein Teil der Unbegreifbarkeit Gottes.

Henkel: Und Tsunamis?

Blüm: Gott nimmt uns die Entscheidung nicht ab. Eventuell trägt der Mensch ja Mitschuld an Tsunamis. Wer weiß, vielleicht wird sich das irgendwann herausstellen!

Henkel: Aber im Alten wie im Neuen Testament, in der Predigt, überall wird Gott als ein handelndes Subjekt vorgestellt, wird um Hilfe angefleht, es gibt Fürbitten, er wird als intervenierendes jenseitiges Wesen hingestellt. Zu sagen, es geht nur um die Freiheit, das passt nicht! Warum greift Gott nicht an den richtigen Stellen ein?

Blüm: Meine Gottgläubigkeit ist auf Zusammenwirkung angelegt. Ich kann zu ihm beten.

Henkel: Sie führen ein Selbstgespräch, Herr Blüm!

Blüm: Dann haben Unzählige über Jahrmillionen mit sich selbst geredet!? Ich fordere etwas mehr Respekt und Toleranz!

Henkel: Die Folge von Unglaube ist die ewige Verdammnis, laut Bibel von Jesus persönlich gesagt. Wenn ich aber von meiner Freiheit, zu glauben oder nicht, Gebrauch mache, dann kommt da jemand und sagt: dann landest du auf ewig in der Hölle! Wo liegt da die Wertschätzung meiner Freiheit bei Gott? Das ist eine Perversion von Freiheit!

Blüm: Es ist wie bei Mord. Es gibt auch Strafe.

Henkel: Unglaube ist aber kein Verbrechen, das Strafe nach sich ziehen kann!

Blüm: In der Tat, aber wie die Waagschale aussehen wird, kann ich nicht beurteilen. Wie das mit Gottes Gericht ist, weiß ich nicht. Gott nimmt mich ernst. Nichtglauben ist Versagen!

Henkel: Nichtglauben ist kein Versagen!

Blüm: Man hat für sein Leben Verantwortung!

Blüm: Schon im 19. Jahrhundert bestand der Glaube, die Wissenschaft werde alle Probleme lösen. Aber keine These wurde nicht widerlegt. Unsicherer ist der Glaube auch nicht. Die meisten Probleme scheitern an moralischen Defiziten, nicht an Wissensdefizit, keine Informatik, kein Computer kann uns sagen, was der Mensch soll.

Henkel: Bitte nehmen Sie es mir nicht übel, aber Sie gehen hier nicht ganz redlich vor: Sie nehmen ein winziges Kapitel der abendländischen Geschichte (Haeckel) auf und generalisieren es. Wenn wir in heutige Publikationen schauen, wo sehen Sie die Behauptung der Allzuständigkeit? Die Sicherheit der Wissenschaft ist genauso wacklig wie die des Glaubens? Das kann doch eigentlich nicht Ihr Ernst sein: es gibt Prozesse, die man messen kann, die reproduzierbar sind. Noch kein Flugzeug ist abgestürzt, weil ein Naturgesetz versagt hätte. Welche einzige Erkenntnis gibt es, die der Glaube gebracht hat, um die Welt besser zu verstehen?

Blüm: Schon morgen könnte das Flugzeug aus anderen Gründen abstürzen.

Henkel: Aber Herr Blüm! Warum können wir uns nicht auf einen Sockel von gesichertem Wissen einigen? Zu sagen, alles was die Wissenschaft weiß, ist wacklig, weil man einiges nicht weiß, ist abenteuerlich! Den Umstand, dass sich die Erde um die Sonne dreht, hat nicht der Glaube ermittelt, sondern die Wissenschaft. Oder wollen sie sagen, das sei wacklig?

Blüm: Ich weiß, dass mein Glaube Glaube ist. Der Kosmos ist wacklig, dieses Detail, na ja…

Blüm: Aber dass Galilei herausfinden konnte, dass sich die Erde um die Sonne dreht, liegt an der Weltanschauung, dass die Welt verfügbar ist. Wo Berge Götter waren, war dies nicht möglich. Mache dir die Welt untertan: der Auftrag zur Welterkenntnis. Ingenieurskunst wäre in einer Naturreligion nicht entstanden. Einwand aus dem Publikum: Und warum hat das Christentum dann erst einmal die abendländische Ingenieurskunst, die sehr wohl ohne es entstanden ist, vernichtet?

Blüm: Ich habe nicht gesagt, dass das Christentum hier ein Monopol hat.

Henkel: Zum ethischen Wert der heiligen Schriften: Gott tritt als grausam agierendes Subjekt auf: “Warum habt ihr ihre Frauen am Leben gelassen, nun bringt alle Männer um und alle Frauen, nur nicht die, die noch nicht mit einem Mann geschlafen haben!” Und der Sündenfall ist eine Variante von Sippenhaft, ewiger Sippenhaft, sie sollte jeden anständigen Menschen empören! Die Goldene Regel hingegen ist ein Gegenbeispiel, dafür braucht man aber keine Metaphysik, sondern einfaches Überlegen: den säkularen Humanismus.

Blüm: Liebe geht nur zwischen Personen, daher glaube ich, dass Gott die Welt erschaffen hat, ein Gott, zu dem ich Du sagen kann.

Henkel: Entscheidend ist doch, wie gut die Gründe sind, es zu glauben. Sie, Herr Blüm, bringen immer nur Ihre Bedürfnisse vor, aber die bringen einfach nichts zur Frage der Existenz!

Die Tatsache, dass Blüm hier also auf der naiven Augenhöhe eines “gewöhnlichen” Gläubigen argumentiert, zu verstehen im Unterschied zum durch theologische Fakultäten geschulten und auf den nautisch neuesten Stand der Erkenntnisumschiffung gebrachten Rabulisten, machte ihn letztlich auf eine Art auch schon wieder fast sympathisch.

Und beim anschließenden gemeinsamen Bier konnte man ihn dann auch wieder so fröhlich, herzlich und rheinländisch erleben, wie man ihn kennt. Wie so oft bei Anhängern von Ideologien: geht es um andere Themen, sind sie plötzlich angenehme Zeitgenossen…

Verständlich allerdings ist es auch, dass die Moderatorin, von der man ja ohnehin nicht eine Haltung ohne jeglichen Standpunkt erwarten sollte, die angestrengt eingehaltene Neutralität ganz zum Schluss aufgab – an einem Punkt, wo Neutralität auch fehl am Platze gewesen wäre, denn es wurde eine (wenn auch schwer zu definierende) Grenze überschritten.

Der Abend endete mit ihren Worten: “Die Behauptung, dass Nichtglauben Versagen sei, macht mich stinkesauer!”

Constanze Cremer

November 14, 2013 Posted by | Eigene Artikel | 2 Kommentare

Sarah Palin

Tea-Party

Oktober 28, 2013 Posted by | Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Norbert Blüm, Peter Henkel: Streit über Gott, am 06. November in Bonn

Blüm_2Norbert Blüm und Peter Henkel im Gespräch über ihr Buch
“Streit über Gott”
Moderation: Ingrid Matthäus-Maier

Eine Kooperation der Giordano-Bruno-Stiftung Köln und der Thalia Buchhandllung im Metropol

»Dass die Menschen es gern hätten, wenn etwas wie Gott existierte, macht den Glauben an ihn um keinen Deut plausibler.« Peter Henkel

»Wir twittern uns hemmungslos mit Belanglosigkeiten zu Tode. Wir schwätzen uns besinnungslos. Und da sollen wir über Gott schweigen?.« Norbert Blüm

Der Glaube an Gott – tröstlich, aber unredlich? Oder Kaschierung von Machtansprüchen? Und die Kirchenkrise – eine Krise des Gottesglaubens? Was heißt das überhaupt: »Gott«? Was wäre, wenn Er nicht existiert? Peter Henkel und Norbert Blüm sprechen Klartext und streiten leidenschaftlich: ein politischer Journalist, der davon überzeugt ist: der Himmel ist leer. Der andere ist sicher: Der Mensch ist nicht der letzte Maßstab.
Thalia-Buchhandlung in Bonn
Markt 24
53111 Bonn

Zur Buchhandlung

Mittwoch; 06. November 2013 Eintritt: € 8.-/ € 5.- (Schüler,Studenten)

Veranstaltungsort: Kuppelsaal Beginn: 20:00 Uhr Einlass: 19:30 Uhr

Oktober 14, 2013 Posted by | Aktuell, Eigene Artikel | | 2 Kommentare

Bischöflicher Bauskandal: Gläubige drängen Tebartz-van Elst zum Rücktritt

Für die Gläubigen in Limburg ist die Sache klar: Tebartz-van Elst muss gehen. Der Bischof sei “ein raffinierter Betrüger oder krank”, sagt sogar einer seiner Berater. Allein die Badewanne im neuen Amtssitz soll 15.000 Euro gekostet haben.

 

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Oktober 9, 2013 Posted by | Eigene Artikel | 2 Kommentare

Rezension: Gretchenfragen an den Naturalisten

GretchenfragenDie 90seitige Broschüre wurde im Auftrag der Giordano-Bruno-Stiftung von dem Physiker und Philosophen Prof. Dr. Gerhard Vollmer erarbeitet. Sie gibt eine ganz hervorragende, kompakte und allgemeinverständliche Übersicht der grundlegenden Positionen des Naturalismus. Alle wichtigen Kernpunkte unseres wissenschaftlich fundierten Weltbildes und die Grundlagen einer naturalistischen Ethik werden angesprochen.

Der Naturalismus geht davon aus, dass es in der Welt ausschließlich natürliche Dinge und Eigenschaften gibt. Auf eine einfache Formel gebracht, behauptet der Naturalismus, dass es in der Welt mit rechten Dingen zugeht, d.h. es läuft alles im Rahmen von Naturgesetzen ab. Er steht damit im Widerspruch zum Theismus, Spiritualismus und Okkultismus. Begründet wird der Naturalismus damit, dass die großen Erfolge der Naturwissenschaften in den letzten Jahrhunderten gezeigt haben, dass die empirische Methode der Gewinnung von Erkenntnis über die reale Welt besonders erfolgreich ist. Wunder, d.h. Verletzungen von bekannten Naturgesetzen konnten bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Für den Naturalismus spricht, dass alles, was existiert, aus natürlichen Bausteinen und Kräften besteht. Auf der niedrigsten Ebene sind das die Elementarteilchen, die vier Grundkräfte der Natur und das was man allgemein als Information bezeichnen könnte. Aus diesen Dingen hat sich im Laufe der Evolution das Leben bis hin zum Menschen entwickelt. Unser wissenschaftliches Weltbild hat zwar noch immer Lücken, aber sie werden immer kleiner und weniger. Ob sie jemals ganz verschwinden werden, kann man nicht sicher vorhersagen, aber das Füllen dieser Lücken mit religiösem oder esoterischem Hokuspokus wird die Menschheit sicher nicht weiter bringen.

Den in Deutschland von der Giordano-Bruno-Stiftung vertretenen evolutionären Humanismus könnte man auch als eine Variante des naturalistischen Humanismus bezeichnen. Damit ist ein wissenschaftlich fundierter Naturalismus der Grundpfeiler für die vertretene Position der Stiftung. Wegen der Objektivität der Naturwissenschaften sollte man hier eher von einem objektiven Weltbild als von einer subjektiven Weltanschauung reden. Insofern unterscheidet sich die Stiftung von anderen humanistischen Vereinigungen, die stärker geneigt sind, metaphysische Begründungen und Herleitungen für ihre Grundsätze zu akzeptieren.

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Oktober 8, 2013 Posted by | Bücher, Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Karlheinz Deschner

Deschner

September 29, 2013 Posted by | Eigene Artikel | | 3 Kommentare

Frauendiskriminierung in der Bibel

(1. Tim 2,12): “Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, (…) sondern sie sei still.”
(1. Kor 14,33-34): “Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen schweigen in der Gemeindeversammlung; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt.”
(1. Kor 14,35): “Wollen sie aber etwas lernen, so sollen sie daheim ihre Männer fragen. Es steht der Frau schlecht an, in der Gemeinde zu reden.”
(1. Kor 11,3): “Ich lasse euch aber wissen, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist; der Mann aber ist das Haupt der Frau.”
(1. Tim 2,11-12): “Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie über den Mann Herr sei, sondern sie sei still.”
(1. Kor 7,26 und 1. Kor 11,10): “Darum soll die Frau eine Macht (Schleier) auf dem Haupt haben um der Engel willen.”
(1. Kor 11,7): “Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, denn er ist Gottes Bild und Abglanz.”

September 20, 2013 Posted by | Eigene Artikel | , | 2 Kommentare

Limburger Bischof unter Druck: Kardinäle gehen auf Distanz zu Tebartz-van Elst

Es wird eng für Franz-Peter Tebartz-van Elst: Ranghohe Kirchenleute gehen öffentlich auf Distanz zu dem Bischof. Es tue ihm weh, was im Bistum Limburg passiere, sagt etwa der Münchner Kardinal Marx. Hinter vorgehaltener Hand ist die Kritik oft noch deutlich schärfer.

 

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September 11, 2013 Posted by | Eigene Artikel | Hinterlasse einen Kommentar

Die Bibel

The Bible

September 9, 2013 Posted by | Eigene Artikel | 2 Kommentare

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