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Rezension: Gretchenfragen an den Naturalisten

GretchenfragenDie 90seitige Broschüre wurde im Auftrag der Giordano-Bruno-Stiftung von dem Physiker und Philosophen Prof. Dr. Gerhard Vollmer erarbeitet. Sie gibt eine ganz hervorragende, kompakte und allgemeinverständliche Übersicht der grundlegenden Positionen des Naturalismus. Alle wichtigen Kernpunkte unseres wissenschaftlich fundierten Weltbildes und die Grundlagen einer naturalistischen Ethik werden angesprochen.

Der Naturalismus geht davon aus, dass es in der Welt ausschließlich natürliche Dinge und Eigenschaften gibt. Auf eine einfache Formel gebracht, behauptet der Naturalismus, dass es in der Welt mit rechten Dingen zugeht, d.h. es läuft alles im Rahmen von Naturgesetzen ab. Er steht damit im Widerspruch zum Theismus, Spiritualismus und Okkultismus. Begründet wird der Naturalismus damit, dass die großen Erfolge der Naturwissenschaften in den letzten Jahrhunderten gezeigt haben, dass die empirische Methode der Gewinnung von Erkenntnis über die reale Welt besonders erfolgreich ist. Wunder, d.h. Verletzungen von bekannten Naturgesetzen konnten bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Für den Naturalismus spricht, dass alles, was existiert, aus natürlichen Bausteinen und Kräften besteht. Auf der niedrigsten Ebene sind das die Elementarteilchen, die vier Grundkräfte der Natur und das was man allgemein als Information bezeichnen könnte. Aus diesen Dingen hat sich im Laufe der Evolution das Leben bis hin zum Menschen entwickelt. Unser wissenschaftliches Weltbild hat zwar noch immer Lücken, aber sie werden immer kleiner und weniger. Ob sie jemals ganz verschwinden werden, kann man nicht sicher vorhersagen, aber das Füllen dieser Lücken mit religiösem oder esoterischem Hokuspokus wird die Menschheit sicher nicht weiter bringen.

Den in Deutschland von der Giordano-Bruno-Stiftung vertretenen evolutionären Humanismus könnte man auch als eine Variante des naturalistischen Humanismus bezeichnen. Damit ist ein wissenschaftlich fundierter Naturalismus der Grundpfeiler für die vertretene Position der Stiftung. Wegen der Objektivität der Naturwissenschaften sollte man hier eher von einem objektiven Weltbild als von einer subjektiven Weltanschauung reden. Insofern unterscheidet sich die Stiftung von anderen humanistischen Vereinigungen, die stärker geneigt sind, metaphysische Begründungen und Herleitungen für ihre Grundsätze zu akzeptieren.

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Oktober 8, 2013 Geschrieben von | Bücher, Eigene Artikel | | Hinterlasse einen Kommentar

Das Geheimnis menschlichen Denkens ist enthüllt

In seinem Buch „How to Create a Mind“ zeigt der bekannte amerikanische Futurist und Pionier der künstlichen Intelligenz Ray Kurzweil, dass mittlerweile die Art und Weise, wie menschliches Denken funktioniert, weitgehend entschlüsselt ist. Nach seiner Meinung werden wir mit dieser Erkenntnis innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte in der Lage sein, Computer mit allen geistigen Fähigkeiten des Menschen auszustatten. Der Schritt, über diese Fähigkeiten hinauszugehen, ist dann nur noch ein eher kleiner.

 

Ray Kurzweil genießt im englischsprachigen Raum hohes Ansehen. So erhielt er 19 Ehrendoktortitel und eine ganze Reihe von Auszeichnungen, darunter die „National Medal of Technology“. Er gilt als eine der Leitfiguren des Trans- und des Posthumanismus. Er ist Pionier der optischen Texterkennung, der Sprachsynthese, der Spracherkennung, der Flachbettscannertechnologie und der elektronischen Musikinstrumente (insbesondere Keyboards) und hat in diesen Bereichen eine Reihe von Firmen gegründet. Seit 2012 arbeitet er als leitender Ingenieur bei Google. Sein 2005 veröffentlichtes Buch „The Singularity Is Near“ war ein Bestseller. Im Verlag lolabooks ist gerade eine deutsche Übersetzung unter dem Titel „Menschheit 2.0, die Singularität naht“ erschienen. Der Verlag plant, auch das hier besprochene Buch demnächst in deutscher Sprache herauszugeben.

Der Algorithmus des Denkens

In der ersten Hälfte des Buches gibt Kurzweil einen zusammenfassenden Überblick über den gegenwärtigen Stand der Hirnforschung. Die grundlegenden Funktionseinheiten des Gehirns sind die Nervenzellen (Neuronen). Sowohl ihre biochemische Funktion als auch die daraus resultierende Funktion der Informationsverarbeitung sind weitestgehend erforscht und es gibt gute Simulationsmodelle dafür. Da als Grundlage dieser Modelle die klassische Physik und die sich daraus ableitende Biochemie ausreichend ist und sich diese Teile der Naturwissenschaften vollständig algorithmisch beschreiben lassen, ist damit zwangsläufig auch die Funktion der Neuronen vollständig algorithmisch beschreibbar. Das häufig vorgebrachte Gegenargument, dass die Neuronen teilweise analog arbeiten und somit mit einem Digitalcomputer nicht ausreichend simuliert werden können, begegnet Kurzweil mit dem Hinweis dass z.B. die analoge Größe der Leitfähigkeit in den Synapsen der Neuronen völlig ausreichend mit 8 Bit verschlüsselt werden kann. Analoge Vorgänge können grundsätzlich mit jeder gewünschten Präzision in Digitalcomputern simuliert werden.

Der Teil des Gehirns, in dem bewusstes Denken stattfindet, ist der Neocortex. Es ist die äußere Schicht des Großhirns mit einer Stärke von 2 bis 5mm, die selbst wieder aus sechs einzelnen Schichten besteht. Durch die Faltung des Gehirns ist die Gesamtfläche vergleichsweise groß (1800 qcm). Man kann hier Einheiten, so genannte cortikale Säulen, identifizieren, die jeweils aus etwa 10 000 Neuronen bestehen. Der Teil des genetischen Codes, in dem der Bauplan des menschlichen Gehirns steckt, hat einen Umfang von ca. 25MB. Das ist eine erstaunlich geringe Datenmenge. Der Bauplan eines heutigen Verkehrsflugzeugs benötigt eine hundert bis tausendmal größere Datenmenge. Es ist nach Kurzweil wohl so, dass im genetischen Code im Wesentlichen die Baupläne für die Grundbausteine (Neuronen und z.B. ihre Organisation zu cortikalen Säulen) des Gehirns verschlüsselt sind und die Anweisung, wie oft diese zu vervielfältigen sind. Bei einem Embryo mit voll entwickeltem Gehirn sind sozusagen nur die Hardware und ein einfaches Betriebssystem vorhanden. Alles andere muss erlernt werden. Dieser Prozess beginnt in begrenztem Umfang durchaus schon vor der Geburt.

Unser Denken besteht im Wesentlichen aus der Erkennung und der Manipulation von Mustern. Insgesamt können wir bis zu 300 Millionen verschiedene Muster unterscheiden. Zur Speicherung und Verarbeitung werden jeweils um die 100 Neuronen verwendet. Obwohl die Verarbeitungsfrequenz in unserem Gehirn nur zwischen 100 und 1000Hz liegt und damit mehr als eine Million mal kleiner als in unseren Computern ist, schafft unser Gehirn eine Mustererkennung innerhalb von Sekundenbruchteilen. Der Grund dafür ist, dass hier die Datenverarbeitung extrem parallel erfolgt. Nach Kurzweil ist der Algorithmus nach dem dies geschieht, mathematisch am bestem mit dem so genannten Hierarchical hidden Markov model (HHMM) zu beschreiben. Es handelt sich dabei um ein künstliches neuronales Netz, das mit zum Teil statistischen Methoden aus einer Datenmenge bestimmte Muster erkennen kann.

Beim Lesen von Text muss man sich das z.B. so vorstellen, dass in der untersten Hierarchieebene zunächst einfache geometrische Muster aus den vom Sehnerv kommenden Signalen erkannt werden wie z.B: Linien, Bögen und Kreise, wobei bereits in der Netzhaut des Auges eine Datenkompression erfolgt. In der nächsten höheren Ebene werden daraus Buchstaben erkannt. Danach erfolgt die Erkennung von Wörtern, dann folgen Sätze. In der höchsten Stufe werden wir uns des Inhalts eines Satzes bewusst. Alle diese Denkprozesse laufen ausschließlich algorithmisch ab und obwohl sie damit deterministisch sind, können trotzdem Zufälle im Rahmen des so genannten deterministischen Chaos eine Rolle spielen. Das Denken des menschlichen Gehirns und die Abläufe in ähnlich aufgebauten künstlichen neuronalen Netzen lassen sich daher nicht vollständig vorhersagen.

Das Material unserer Nervenzellen wird im Zeitrahmen von einigen Monaten vollständig ausgetauscht. Dies hat aber keinen Einfluss auf die Fähigkeiten der Informationsverarbeitung der Zelle. Denken ist auf der untersten Hierarchieebene nichts anderes als Symbolverarbeitung, so wie sie auch in Computern stattfindet und sie ist unabhängig von einer bestimmten Materie. Nach der Church-Turing-These ist die Fähigkeit zur Lösung von algorithmischen Problemen unabhängig von dem konkreten Aufbau einer Hardware, solange es sich um eine universelle Rechenmaschine mit genügend Speicherplatz handelt. Daraus und aus der erwähnten Tatsache, dass die Abläufe innerhalb der Neuronen algorithmisch ablaufen, resultiert, dass das menschliche Gehirn grundsätzlich nicht mehr Probleme lösen kann als jede andere universelle Rechenmaschine und dieses wiederum heißt im Umkehrschluss, dass es prinzipiell möglich sein muss, einen Computer mit sämtlichen geistigen Fähigkeiten auszustatten, die der Mensch hat, einschließlich des Bewusstseins.

Maschinen lernen denken

Im zweiten Teil des Buches zeigt der Autor, wie nun die Erkenntnisse der Hirnforschung dazu genutzt werden können, Computerprogramme zu erstellen, die wie das menschliche Denken funktionieren. Die Hauptanwendungsgebiete liegen derzeit in der Mustererkennung. So basiert das Spracherkennungsprogramm Siri, das auf dem iPhone 4S und dem iPhone 5 installiert ist, auf einem künstlichen neuronalen Netz, das lernfähig ist und sich mit der Zeit auf seinen Nutzer einstellt. Microsoft stattet jetzt seine neuen Smartphones mit einem verbesserten Spracherkennungsprogramm aus, das doppelt so schnell arbeitet wie Siri und um 15% zuverlässiger sein soll. Eines der derzeit am weitesten fortgeschrittenen Programme in Bezug auf die Simulation menschlichen Denkens ist „Watson“ von der Firma IBM. Es ist in der Lage, ganze Sätze zu verstehen und darauf sinnvolle Antworten zu geben. Bei dem im amerikanischen Fernsehen beliebten Spiel „Jeopardie“ hat es im Jahr 2011 besser abgeschnitten als die besten menschlichen Kandidaten. Bei diesem Spiel muss auf einen Satz, der eine Antwort darstellt, die zugehörige richtige Frage gefunden werden. Das Programm kann durch einen Lernprozess für verschiedenste Fähigkeiten optimiert werden. Eine kleine Gruppe bei IBM hat dem Programm inzwischen beigebracht, neue Kochrezepte zu erstellen. Die menschlichen Geschmackseindrücke wurden dabei vorher einprogrammiert.

Ray Kurzweil selbst hat jahrzehntelange Erfahrung im Programmieren von lernfähigen Mustererkennungsprogrammen. Nach seiner Erfahrung arbeiten diese Programme dann am besten, wenn man sie in ihrem Aufbau als neuronalem Netz dem menschlichen Gehirn nachempfindet. Für die jeweilige Aufgabe kann man gewisse Grundregeln einprogrammieren. Die Feinheiten erlernt das Programm dann selbstständig durch seinen praktischen Gebrauch. Zusätzlich kann man noch einen evolutionären Optimierungsvorgang einbauen, der die Verschaltung des Netzes für die jeweilige Aufgabe optimiert, so wie das auch im menschlichen Gehirn geschieht. Auf die Frage, wann es gelingt, Computer mit allen menschlichen geistigen Fähigkeiten einschließlich des Ich-Bewusstseins auszustatten, gibt Kurzweil das Jahr 2029 an. Zu diesem Zeitpunkt wird nach seiner Meinung das erste Computerprogramm den so genannten Turing-Test bestehen. Was danach geschieht, hat er ausführlich in seinem Buch „The Singularity is Near“ beschrieben. Es wird nach seiner Meinung eine rasante Vervielfachung der Rechenleistung und der Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz geben, die gewaltige Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben werden.

Die Kritiker

Wie nicht anders zu erwarten, gibt es auch heftige Kritik an den Positionen von Kurzweil, zumal für viele die mögliche Machbarkeit von künstlichem Bewusstsein eine Kränkung ihres Menschenbildes darstellt. Insbesondere im deutschsprachigen Raum gibt es eine tief greifende Aversion gegen die Ideen von Ray Kurzweil und generell gegen den Transhumanismus und den Posthumanismus. Wahrscheinlich ist einer der Gründe, dass die meisten immer noch einer christlichen Ethik und einem Menschenbild verbunden sind, die ihre Ursprünge in der Bronzezeit haben. Daneben gibt es ein tiefes und zum Teil irrationales Misstrauen gegenüber neuen Technologien. So glauben religiös oder metaphysisch inspirierte Intellektuelle nach wie vor an den Dualismus von Leib und Seele bzw. Geist und Körper. Sie können aber keine wirklich nachvollziehbaren rationalen Argumente für ihre Position anführen. Insofern ist das eine reine Glaubensfrage. Den Naturwissenschaften etwas mehr zugeneigte Geisteswissenschaftler vertreten häufig die Position, dass man zwar womöglich alle geistigen Fähigkeiten des Menschen mit einem Computer simulieren kann, aber die Simulation immer noch etwas anderes ist als die Wirklichkeit, ähnlich wie die Simulation des Wetters etwas anderes ist als das Wetter selbst. Prominenter Vertreter dieser Position ist der amerikanische Philosoph John Searle. In  seinem Buch „Die Wiederentdeckung des Geistes“ geht er zwar davon aus, dass das menschliche Gehirn im Rahmen des Naturalismus vollständig beschrieben werden kann als eine Art Bio-Computer, dass aber seine Fähigkeiten nicht mit der künstlichen Intelligenz gleichrangig nachvollzogen werden können. Der Denkfehler der dieser Position zugrunde liegt, ist die Ansicht, dass unsere geistigen Fähigkeiten an eine bestimmte Materie gebunden sind. Im Kern ist aber Denken nichts anderes als Informationsverarbeitung und dies geschieht auf der untersten Ebene als reine Symbolverarbeitung und dies ist bereits ein abstrakter Vorgang. Ray Kurzweil schreibt dazu: „Wenn das Verstehen von Sprache und anderer Phänomene über statistische Analysen (wie z.B. bei moderner Spracherkennungssoftware) nicht als wahres Verstehen zählt, dann haben Menschen auch kein wahres Verstehen.“

Fachleute der künstlichen Intelligenz an deutschen Hochschulen und Universitäten bezeichnen die Ansichten von Kurzweil häufig als überzogen optimistisch in Bezug auf die Machbarkeit der künstlichen Intelligenz und ihrer Auswirkungen auf die Menschheit. Allerdings geht Kurzweil bereits in seinem Buch „The Singularity is Near“ neben den großen Chancen auch auf die Gefahren der neuen Technologien ein. Insofern ist der Vorwurf nicht ganz zutreffend. Für seine Kritiker hat er eine Analyse seiner eigenen Vorhersagen aus seinem Buch „The Age of Spiritual Maschines“ gemacht. Das Buch erschien 1999. Von seinen 147 einzelnen dort gemachten Vorhersagen für das Jahr 2009 waren 78% voll zutreffend. Weitere 8% waren im Prinzip richtig, traten aber bis zu 2 Jahre später ein als vorhergesagt. 12% waren nur teilweise korrekt und 2% waren falsch. Zu den falschen Vorhersagen gehört, dass es bis 2009 Autos gibt, die ohne Fahrer betrieben werden können. Aber selbst in diesem Fall muss man zugestehen, dass das Problem technisch durchaus bereits gelöst ist. So hat Google im Oktober 2010 einen elektrisch angetriebenen Lieferwagen fahrerlos über 13000 km von Italien nach China fahren lassen. Im Moment liegt das Problem zur generellen Einführung dieser Technik eher bei den fehlenden gesetzlichen Regelungen. Man muss sich angesichts dieser Zahlen fragen, wer von den Kritikern eine bessere Statistik seiner eigenen Vorhersagen vorlegen kann. Bill Gates meint jedenfalls dazu: „Ray Kurzweil ist von denen Personen, die ich kenne, am besten geeignet die Zukunft der künstlichen Intelligenz vorauszusagen“.

Deutsche Bedenkenträger

Während Pioniere wie Ray Kurzweil den Weg in eine Zukunft weisen mit weniger Leid und mehr Lebensqualität, sehen selbsternannte Ethikexperten in unserem Land schon bei der PID die Menschenwürde in Gefahr. Einer der prominenten deutschen Vertreter der Bedenkenträger gegenüber neuen Technologien ist der Philosoph Jürgen Habermas. In seinem Buch „Die Zukunft der menschlichen Natur. Auf dem Weg zu einer liberalen Eugenik?“ bezeichnet die Anhänger des Trans- und des Posthumanismus als „ausgeflippte Intellektuelle“. Ihm selbst muss man allerdings bescheinigen, dass er hier über Dinge schreibt, von denen er nicht die geringste Ahnung hat.

Bei der Diskussion der ethischen Grundlagen neuer Technologien und ihrer gesetzlichen Regelung hat der Deutsche Ethikrat einen großen Einfluss. Er hat sich im letzten Jahr einen Namen gemacht mit der Empfehlung an den Bundestag, einem Gesetz zur Regelung der Genitalverstümmelung von Jungen zuzustimmen. Mit solchen Leuten, bei denen nicht die Verminderung sondern die Verherrlichung des Leids im Vordergrund steht und die einen Weg zurück ins Mittelalter beschreiten, werden wir die Zukunft nicht meistern können. Dennoch werden auch sie die Entwicklung nicht wirklich aufhalten können. Ray Kurzweil meint dazu, dass sich die neuen Technologien, wenn überhaupt, dann nur in totalitären Staaten aufhalten werden lassen. Wir werden diese zukünftigen Herausforderungen nur meistern, wenn wir ein wissenschaftsfundiertes Weltbild anerkennen und uns von einem metaphysischen bzw. religiösen Menschenbild endlich befreien.

Bernd Vowinkel

Juni 27, 2013 Geschrieben von | Bücher, Eigene Artikel | , | Hinterlasse einen Kommentar

Philipp Blom über “Böse Philosophen”

In seinem Buch “Böse Philosophen” beschäftigt der Historiker Philipp Blom sich mit den Vordenkern der Aufklärung – und kommt zu einem radikalen Schluss: Gleich, ob wir von Leitkultur sprechen oder von christlich-jüdischen Werten, diskutieren, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht – es ist alles Augenwischerei. Systematisch werde verdrängt, dass wir unsere Werte nicht der Religion verdanken, sondern der Aufklärung – und zwar nicht der eines Jean Jaques Rousseau, sondern der des radikaleren Denis Diderot.

 

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April 23, 2012 Geschrieben von | Bücher | | Hinterlasse einen Kommentar

Wider die Heuchelei

Offene Rebellion im Klerus der Alpenrepublik: Hunderte österreichische Priester wollen Papst und Bischöfen den Gehorsam verweigern. Erstmals in so großer Zahl verlangen Geistliche zeitgemäße Antworten auf die Kommunion für Geschiedene, Frauen in Kirchenämtern und das Tabu von Priester mit Frauen und Kindern. Ein Erzbischof droht mit Kirchenausschluss als Antwort auf das Menetekel.

 

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August 28, 2011 Geschrieben von | Bücher | | Hinterlasse einen Kommentar

Ein kurzweiliger Genuss: Heilige Scheiße

(hpd) Wären wir ohne Religion wirklich besser dran? Das fragen Stefan Bonner und Anne Weiss, deren beiden ersten Bücher Generation Doof und Doof It Yourself „eine Ewigkeit lang“ (Klappentext) auf den Bestsellerlisten standen. Putzmunter, unverschämt und gnadenlos führt ihre interessante Reise durch die Welt der Gläubigen und Ungläubigen, wie man sie so nur selten gesehen hat.

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August 20, 2011 Geschrieben von | Bücher | Hinterlasse einen Kommentar

VATICAN HOLOCAUST

August 12, 2011 Geschrieben von | Bücher, Videos | | 2 Kommentare

Buchbesprechung: „Die unbekannte Mitte der Welt“

Ich bin begeistert von einem Buch: „Die unbekannte Mitte der Welt“ mit dem Untertitel „Globalgeschichte aus islamischer Sicht“ von Tamim Ansary. Es ist ein Buch, dessen Reiz und Wahrhaftigkeit darin liegt, dass es die Entwicklungen mit den Augen gebildeter Schichten der islamische Welt betrachtet und uns Abendländern nahe bringt. Der Autor weiß, dass Geschichte erzählt werden muss, und er kann erzählen. Wer sich mit dem Phänomen Religion auseinandersetzt und sich als Atheist nicht nur mit Kirchen und Papst balgen will, der sollte ein solches Buch als Pflichtlektüre betrachten.

Tamim Ansary stammt väterlicherseits selbst aus Afghanistan, mütterlicherseits gibt es europäische und jüdische Wurzeln. Er lebt in den USA und ist Lektor bei einem Schulbuchverlag, was der Lektüre erzählerischen Glanz und hervorragende Verständlichkeit gibt. Dass er selbst den Islam gut kennt, ist wichtig – dass er sein Buch nicht als Moslem schreibt, sondern aus areligiöser Position macht es frei von Apologetik.

Es ist natürlich schon aufregend, eine gute Erzählung der Geschichte zu lesen, in der unsere aus Schulzeiten bekante abendländische Entwicklung nur am geographischen und historischen Rande vorkommt. Denn Tamim Ansary erzählt Weltgeschichte aus der Sicht jener Mitte, die zwischen China und Indien einerseits und dem Ostrand des Mittelmeeres andererseits liegt – eine Region, die seit Mohamed islamisch geprägt ist.

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Mai 11, 2010 Geschrieben von | Bücher, Eigene Artikel | 1 Kommentar

Köln – Korruptionshauptstadt Deutschlands

Colonia Corrupta

Am 20.3.2010 erscheint die 6. erweiterte und aktualisierte Ausgabe (Erstauflage 2002).

Neu: Köln als deutsche Korruptionshauptstadt – von hier aus die heimliche und illegale Bespendung der Regierungsparteien durch Unternehmen 1949 ff.,organisiert durch Bank Oppenheim/Pferdmenges – Adenauer – Kölner Sektion der Europa-Union, Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), BDA und Institut der Deutschen Wirtschaft; der Stadt-Anzeiger-Verlag, seine neuerliche NS-Weisswaschung durch den “renommierten” Gefälligkeitshistoriker Manfred Pohl (INSM); “schlanke Verwaltung” – der Einsturz des Stadtarchivs; Kardinal Meisner, Opus Dei, Steuerrückzahlung für den Multimillionär und der Kirchenverkauf ; anschwellendes Lob des Kölner Klüngels (Generalvikar Feldhoff, Reinhold Neven Dumont, Frank Überall)

Außerdem: Der Oberbürgermeister mit den fünf Einkommen- Der Regierungspräsident als politischer Ersatzschauspieler- Kirche und Korruption: Briefwechsel mit Kardinal Meisner

Werner Rügermer: Colonia Corrupta 200 Seiten, 19,90 Euro. Erscheint am 20. März 2010

Verlag: WESTFÄLISCHES DAMPFBOOT

März 20, 2010 Geschrieben von | Bücher | | 1 Kommentar

“Die Gottespest” von Johann Most


Johann Most
(1846-1906) war ein Feuerkopf. In der deutschen Arbeiterbewegung der 1870er und 1880er Jahre gab es keinen Agitator, der ihm an Leidenschaft und Courage gleichgekommen wäre. Sein rastloses Leben begann mit einer bitteren Kindheit und endete in trüber Isolation.

Nach einer Buchbinderlehre und anschließenden Wanderjahren schloss sich Johann Most Ende der 1860er Jahre der sozialistischen Bewegung an. Anfang der 1870er Jahre war er Redakteur und Herausgeber sozialdemokratischer Zeitungen in Chemnitz, Mainz und Berlin. 1874 wurde er zum ersten Mal in den Reichstag gewählt. Zum behäbigen Funktionär war Johann Most jedoch nicht geschaffen. Seine politischen Ansichten und sein hitziges Temperament trugen ihm in seinem Leben immer wieder Verfolgungen ein. Die Immunität, die er als Abgeordneter genoss, half ihm da wenig. Auf eine Rede hin, die er zum Andenken an die Pariser Kommune hielt, wurde er 1874 wegen Majestätsbeleidigung und Gotteslästerung zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt. Sein Atheismus machte Most zum Buhmann der Öffentlichkeit, besonders seitdem er, ganz im Gegensatz zur Parteilinie, den Massenaustritt aus den Landeskirchen propagiert hatte.

Als im Oktober 1878 in Deutschland das Sozialistengesetz erlassen wurde, wurde Most aus Berlin ausgewiesen. Er musste Deutschland verlassen und es folgte ein lebenslanges Exil. Erst emigrierte er nach Frankreich, dann nach England und schließlich in die USA. In allen seinen Exilländern eckte er mit seiner revolutionären Propaganda bei der Obrigkeit an und handelte sich immer wieder neue Haftstrafen ein. Most entwickelte sich in der Emigration zum militanten Anarchisten und wurde einer seiner prominentesten deutschen Repräsentanten.

Most blieb bis Ende seines Lebens ein radikaler Atheist und hat diverse antireligiösen Pamphlete geschrieben. Die berühmteste seiner Schriften ist die 1883 in New York erschienene “Gottespest”, die seitdem in unzähligen Auflagen und Übersetzungen erschienen ist. In der “Gottestpest” setzt sich Most mit der Religion im allgemeinen auseinander. Und er macht dies in dem für ihn so typischen derben humorvollen Stil. Gelesen wird die “Gottestpest” von dem Schauspieler, Regisseur und Nachrichtensprecher Wolfram Haack.

Die Gottestpest anhören

Oktober 27, 2009 Geschrieben von | Bücher | Hinterlasse einen Kommentar

Susi Neunmalklug erklärt die Evolution

(hpd) Pünktlich zu Darwins Geburtstag ist die neue Koproduktion der Ferkelbuch-Macher Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke erschienen: „Susi Neunmalklug erklärt die Evolution“. Die Giordano Bruno Stiftung produzierte auf der Basis des Buchs einen Kurzfilm, der auf dem Darwin-Festakt in der Deutschen Nationalbibliothek uraufgeführt wurde und beim Publikum für große Heiterkeit sorgte. hpd sprach mit den beiden Autoren über die Hintergründe von Buch und Film.

Das Buch

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Helge Nyncke / Michael Schmidt-Salomon

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Februar 26, 2009 Geschrieben von | Bücher, Film, Videos | Hinterlasse einen Kommentar

   

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