Stammzellforscher kritisiert Kardinal Meisner
Köln – Mit Nazivergleichen kennt sich Kardinal Joachim Meisner aus. Seine Äußerungen haben wiederholt für Empörung gesorgt. Etwa als er Parallelen zog zwischen Abtreibungen und dem Holocaust. Oder als er religionsferne Kulturen “entartet” nannte – ein Begriff, den die Nazis häufig nutzten.
Am Sonntag hat der Kölner Erzbischof in seiner Allerheiligen-Predigt das Weltbild des Evolutionsbiologen Richard Dawkins mit dem der Nazis verglichen. Der renommierte Stammzellforscher Jürgen Hescheler hat den neuerlichen NS-Vergleich jetzt scharf zurückgewiesen. “Wir versuchen alle, dass Wissenschaft und Kirche wieder näher zusammenkommen. Die Aussagen von Kardinal Joachim Meisner vertiefen die Gräben nun wieder”, sagte Hescheler dem “Kölner Stadt-Anzeiger”.
“Dabei würde ich als Wissenschaftler und praktizierender Katholik es mir sehr wünschen, wenn der Kardinal die Seite der Wissenschaft wieder stärker zu verstehen versucht”, erklärte der Stammzellforscher von der Universität Köln. Hescheler fügte hinzu: “Es darf nicht sein, dass solch ein tiefer Graben zwischen den wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Theologie bestehen bleibt.” Beide Seiten sollten zusammengebracht werden.
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