gbs Köln

Tod und Wiedergeburt aus Sicht der Naturwissenschaften

 
von Bernd Vowinkel

 

Zunächst sei ausdrücklich vermerkt, dass es sich bei diesem Beitrag nicht um eine wissenschaftliche Theorie handelt, sondern um eine Spekulation, die allerdings für sich in Anspruch nimmt, die Naturgesetze nicht völlig auf den Kopf zu stellen. Als Nichtgläubige und insbesondere als Wissenschaftler sehen wir uns nicht im Besitz absoluter Wahrheiten. Nun wird allerdings von Atheisten häufig die vermeintliche Erkenntnis, dass nach dem Tod nichts mehr kommt, als absolute Wahrheit verkauft. Dem möchte ich mit diesem Beitrag entgegenwirken, denn sie ist eben auch nur eine Glaubensaussage und keine absolute Wahrheit und wir sollten an dieser Stelle offen bleiben für gute Argumente.

Atheismus wird häufig mit Nihilismus gleichgesetzt. Insbesondere geht man in der Regel davon aus, dass Atheisten der festen Überzeugung sind, dass der Tod das absolute Ende des eigenen Ichs bedeutet. Eine eher materialistisch geprägte Weltsicht scheint das zu bestätigen, denn wie sollte es im Rahmen der Naturgesetze möglich sein, wiedergeboren zu werden? Dass die Dinge nicht ganz so einfach sind, wie die meisten sich das denken, sollen die folgenden Überlegungen zeigen.


Aus Sicht der Naturwissenschaften und der modernen Hirnforschung ist das Gehirn ein informationsverarbeitendes System. Die Schaltelemente sind dabei die Nervenzellen im Gehirn (Neuronen). Wir besitzen etwa 100 Milliarden davon. Die Information wird im Wesentlichen in den Synapsen gespeichert. Die Synapsen verkoppeln die Neuronen miteinander. Im Durchschnitt hat jede Hirnzelle etwa zehntausend Verbindungen zu anderen Hirnzellen. Die Informationsspeicherung geschieht über die elektrische Leitfähigkeit der Synapsen. Dazu spielt die Form der Synapsen und die Konzentration von Neurotransmitterstoffen in den Synapsen eine entscheidende Rolle. Bei einem Herzstillstand oder einer sonstigen Unterbrechung der Blutversorgung, sterben die meisten Hirnzellen innerhalb von etwa zehn Minuten ab. Die gespeicherte Information ist damit endgültig verloren. Damit ist dann auch alles das, was die Person ausmacht, endgültig verloren. Festgestellt werden kann dieser so genannte Hirntod durch ein Elektroenzephalogramm (EEG). In der Zukunft wird es vielleicht einmal die Möglichkeit geben, die gesamte Information des Gehirns vor oder unmittelbar nach dem Tod auszulesen und so die Person und ihr Ich zu retten, aber im Moment ist das noch Spekulation.

Aus dieser Sichtweise des materialistischen Monismus scheint mit dem Tod alles aus zu sein. Aber ist das wirklich zwingend so? Gibt es nicht doch eine Möglichkeit, dass unser Ich irgendwann irgendwo wieder auftaucht? Eine naturwissenschaftliche Betrachtung der Möglichkeit einer Wiedergeburt erscheint zunächst als ein etwas abenteuerlicher Versuch, in ureigenste Gefilde der Religionen und der Esoterik vorzudringen. Dennoch kann man diese Möglichkeit nicht restlos ausschließen.

Ob wir wirklich eine Identität besitzen oder nur das Gefühl der Identität haben und wie diese Identität in unserem Gehirn entsteht, ist bei den folgenden Überlegungen zweitrangig. Wenn wir davon ausgehen, dass Identität oder das Gefühl der Identität unabhängig von den materiellen Bausteinen unseres Körpers existiert, so bleibt nur die Information als Trägersubstanz dieser Identität übrig. Information ist aber grundsätzlich als digitaler Code darstellbar. Jeder der diese Darstellung ablehnt, muss auf eine geheimnisvolle Substanz zurückgreifen und befindet sich damit sofort im Lager der Dualisten.

Wenn wir nun akzeptieren, dass unser Gehirn nichts anderes als eine komplizierte informationsverarbeitende Maschine ist, dann, und nur dann, lassen sich naturwissenschaftliche Aussagen für ein Leben nach dem Tode bzw. eine Wiedergeburt machen. Wir teilen dazu die Gesamtheit dessen, was einen bewusst denkenden Menschen ausmacht, in folgende Bereiche auf: den Körper, die im Gehirn gespeicherten Informationen und Fähigkeiten und das was unsere Persönlichkeit und unser Selbstbewusstsein ausmacht. Unser Ich-Bewusstsein bzw. unsere Identität können wir auch als unser „Ich“ bezeichnen. Manche sehen dieses Ich selbst nur als ein Gefühl an, das nicht unbedingt etwas mit der eigenen Identität zu tun hat. Für die folgende Diskussion ist das aber unwesentlich, denn auch das Gefühl des Ich bzw. die Hirnfunktion die das Ich erzeugt, ließe sich als Information behandeln und neu erzeugen.

Der in den Religionen benutzte Begriff „Seele“ umfasst neben dem Ich auch die Persönlichkeit und die Erinnerungen, und gilt als unsterblich. Sie wird hier sozusagen als unauslöschliche „Substanz“ angesehen. Dass diese Substanz nichts mit der Realität zu tun hat, hat schon Immanuel Kant dargestellt. So schreibt er im ersten Paralogism der Substantialität (Kritik der reinen Vernunft, 1.Ausgabe):

Indessen kann man den Satz: die Seele ist Substanz, gar wohl gelten lassen, wenn man sich nur bescheidet: dass uns dieser Begriff nicht im mindesten weiter führe, oder irgend eine von den gewöhnlichen Folgerungen der vernünftelnden Seelenlehre, als z.B. die immerwährende Fortdauer derselben bei allen Veränderungen und selbst dem Tode des Menschen lehren könne, dass er also nur eine Substanz in der Idee, aber nicht in der Realität bezeichne.

Eine kritische Einstellung zum Begriff der Seele setzt sich auch in der modernen Hirnforschung immer stärker durch. So sagt der Hirnforscher Wolf Singer: „Es zeigt sich mehr und mehr, dass das Verhalten der Menschen, ihre Persönlichkeit und ihre Individualität allein auf dem Zusammenspiel der Nervenzellen im Gehirn beruht“. Der Philosoph Thomas Metzinger glaubt, dass durch die Erkenntnisse der Hirnforschung „ der klassische Begriff der Seele endgültig zu einem leeren Begriff werden könnte“.

Unser Körper und damit auch unser Gehirn zerfallen mit dem Tode. Damit geht auch die gesamte darin gespeicherte Information verloren. Information ist aber etwas nichtmaterielles, d.h. sie ist nicht selbst Materie oder an eine bestimmte Materie gebunden. Lediglich zum Speichern zur Verarbeitung und zum Transport wird Materie und Energie benötigt. Information im weitesten Sinne umfasst unsere Geschichte, unsere Kenntnisse über die Natur, unsere Technologie usw. Gerade weil Information nicht an eine bestimmte Materie gebunden ist, kann verloren gegangene Information wieder neu erzeugt werden. Nehmen wir z.B. an, es existiert irgendwo im Weltall ein erdähnlicher Planet mit außerirdischen intelligenten Lebewesen. Ohne mit uns in direktem Kontakt zu treten, wird man auch dort bei der technologischen Entwicklung von Fortbewegungsmitteln irgendwann auf die Idee des Rades stoßen. Die Information oder die Idee des Rades ist universell. Sie ist, solange es intelligente Lebewesen gibt, die sich auf der Oberfläche von Planeten bewegen wollen, nicht ausrottbar. Das gleiche gilt für die gesamte technologische Entwicklung. Ideen, die dem Fortschritt dienen, sind nicht zu verhindern oder für immer auszulöschen. Man kann sie zwar lokal auslöschen, sie entstehen aber immer wieder neu, solange es intelligentes Leben gibt. Auch die Entwicklung von intelligentem Leben selbst ist die Realisierung einer universellen Information. Die Grundlage dafür ist in den Naturgesetzen und den Naturkonstanten angelegt. Immer dann, wenn die Voraussetzungen für die Entstehung von intelligentem Leben vorhanden sind, ist es nur noch eine Frage der statistischen Wahrscheinlichkeit, ob es auch entsteht. Der Zeitpunkt der Realisierung oder der zufälligen Wiedererzeugung einer Idee hängt von einer Vielzahl unberechenbarer statistischer Faktoren ab. Damit ist auch der Zeitpunkt selbst zufällig.

Gehen wir nun davon aus, dass unser Ich, ebenfalls die Aktivierung einer Information darstellt und nicht an die Materie eines bestimmten Körpers gebunden ist, so könnte im Prinzip diese Information nach unserem Tode irgendwann wieder neu erzeugt werden. Das entspräche dann einer Wiedergeburt. Die alles entscheidende Frage ist die nach der Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses. Den Zustand unseres eigenen Todes können wir selbst nicht feststellen. Die Zeit bis zur Wiedergeburt erfahren wir daher selbst nicht, denn wir sind ja in dieser Zeit nicht existent. Man könnte das daher auch als eine Art Zeitreise beschreiben.

Über den Zustand des eigenen Todes machen wir uns womöglich falsche Vorstellungen. Die meisten Menschen vertreten hier den Standpunkt der Realisten, die davon ausgehen, dass die Welt unabhängig von der subjektiven Erkenntnis Einzelner existiert. Im Gegensatz dazu vertreten die Idealisten die Meinung, dass die Welt, so wie wir sie erleben, nur Erscheinung ist, d.h. nur in unseren Köpfen stattfindet. Entscheidend ist an dieser Stelle, dass wir zwar unser Sterben wahrnehmen können, aber nicht unseren Tod. Subjektiv betrachtet verschwindet mit unserem Tod nicht nur das eigene Bewusstsein sondern auch die Wahrnehmung der Außenwelt. Das heißt, für uns selbst verschwindet mit dem Tod auch die Welt.

Es gibt nun eine einfache Überlegung, die dazu führt, dass man eine Wiedergeburt aus statistischen Gründen als möglich einräumen muss. Die Erzeugung einer bestimmten selbst wahrnehmbaren Identität in Verbindung mit einem bestimmten Körper zu einer bestimmten Zeit ist eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Wir können zwar aus der Tatsache, dass wir als Individuum existieren, keine Statistik machen (dazu bräuchte man mehr als ein Ereignis bezogen auf die eigenen Existenz), aber wir können zumindest daraus schließen, dass die Wahrscheinlichkeit der Erzeugung unserer eigenen Identität in dieser Welt größer als Null sein muss. Die Wahrscheinlichkeit einer Wiedergeburt hängt dann von dem Produkt der Wahrscheinlichkeit für die Erzeugung unserer eigenen Identität und der Anzahl der erzeugten Individuen aufsummiert über die zeitliche Existenz unserer Welt ab. Es mag sein, dass dabei herauskommt, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Wiedergeburt extrem gering ist. Sie ist aber auf jeden Fall größer als Null. Das Einzige, was wir hier diskutieren können, ist, ob es irgendwelche Hinweise für obere und untere Grenzen dieser Wahrscheinlichkeit gibt. Für den Fall, dass diese Wahrscheinlichkeit extrem gering ist, können wir immer noch hoffen, in einer anderen Welt wiedergeboren zu werden, falls es diese gibt. Allerdings gäbe es dann Probleme, Kausalitäten und Zeitabfolgen zwischen dieser und unserer Welt herzustellen.

Die Rekonstruktion oder Simulation einer Identität (d.h. unseres Ichs) ist nur dann als Wiedergeburt oder Auferstehung anzusehen, wenn man die Mustertheorie der Identität akzeptiert. Diese Theorie besagt, dass zwei Gebilde, die an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten existieren, dann als identisch zu betrachten sind, wenn ihre Muster weitestgehend gleich sind. Physische Kontinuität ist dabei ohne Belang. Über diese Fragen haben sich auch Philosophen Gedanken gemacht. Der englische Philosoph Antony Flew lehnt diese Theorie ab und erklärt:

Keine Nachbildung, wie perfekt sie auch sein mag, ob von Gott oder dem Menschen geschaffen, ob in unserem oder einem anderen Universum, könnte jemals – in diesem grundlegenden forensischen Sinne – dieselbe Person wie ihr Original sein.

Doch auch die Frage nach der Identität ist letztlich eine Frage der Naturwissenschaften und nicht der Philosophie. Gerade in der Quantenmechanik spielt die Identität von physikalischen Systemen eine große Rolle. Und zwar sind hier zwei Systeme als absolut ununterscheidbar zu betrachten, wenn sie sich im gleichen Quantenzustand befinden. Befinden sich die Systeme an verschiedenen Orten oder am gleichen Ort zu verschiedenen Zeiten, so lassen sich die Systeme zwar äußerlich unterscheiden. Ihr innerer Zustand, und auf den kommt es hier an, bleibt aber identisch. Es gibt keine Möglichkeit solche Systeme in irgendeiner Form zu markieren, um sie unterscheidbar zu machen. Dies ist nur durch Änderung einer oder mehrerer innerer Quantenzahlen möglich.

Die physikalische Maximalforderung für eine Wiedergeburt ist somit die Wiederherstellung sämtlicher Quantenzustände unseres Körpers. Die maximale Zahl dieser Zustände kann mit Hilfe der Bekenstein-Zahl grob berechnet werden. Die Bekenstein-Zahl gibt die Maximalmenge der Information an, die in einer Materiekugel mit dem Radius R gespeichert sein kann. Sie beträgt 3 x 10exp(43) Bits, multipliziert mit der Masse der Kugel in Kilogramm und dem Radius in Metern. Für einen Menschen ergeben sich daraus ungefähr 10exp(45) Bits. Sollte es in der Zukunft möglich sein, Körper in dieser Übereinstimmung wiederherzustellen, so entspräche das zweifelsfrei einer Wiedergeburt einschließlich aller Erinnerungen. Die Anzahl möglicher Kombinationen dieser Bits ist 2 exp(10exp(45)). Die Wahrscheinlichkeit der zufälligen Erzeugung einer bestimmten Kombination ist der Kehrwert dieser Zahl. Dieser Wert ist demnach erschreckend gering. Immerhin zeigen diese Überlegungen, dass eine Wiedergeburt im Rahmen der uns bekannten Naturgesetze nicht von vorneherein völlig unmöglich ist.

Dieser von Frank Tipler stammende naturwissenschaftliche Ansatz wird von ihm selbst als reduktionistisch eingestuft. Nach dem Weltbild des nichtreduktionistischen Physikalismus ist dieser Einschätzung nur dann zustimmen, wenn sich in einer zukünftigen Physik der Begriff der Information in die Naturgesetze integrieren lässt. Die dargestellte physikalische Maximalforderung ist völlig unabhängig von der Funktionsweise unseres Gehirns. Die einzige Forderung ist nur, dass unsere Identität Teil der physischen Welt ist, was allerdings von vielen Philosophen und von fast allen Theologen bestritten wird.

Wenn wir nun aber davon ausgehen, dass die informationsverarbeitende Funktion unseres Gehirns als neuronales Netz beschrieben werden kann, dann spielt auch nur die informationsverarbeitende Funktion der Neuronen und das Muster ihrer Verschaltung aber nicht ihr Aufbau bis hin zu den Quantenzahlen eine Rolle. Die physische Gehirnmasse dient uns nur als Hardware und braucht damit nicht bis hin zu den Quantenzahlen ihrer Atome rekonstruiert werden. Zur Wiedergeburt reicht es vielmehr, die Information, die unser Ich charakterisiert, zu rekonstruieren. Eine gute Argumentation für diesen Standpunkt ist, dass nach dem Schlaf und insbesondere nach einer völligen Bewusstlosigkeit, unser Ich-Bewusstsein wieder zurückkommt. Während einer Bewusstlosigkeit sind aber nahezu alle wesentlichen Gehirnaktivitäten eingestellt oder stark reduziert. Die einzige informationstheoretische Erklärung für die Rückkehr unseres Ich-Bewusstseins ist, dass unsere Identität während der Bewusstlosigkeit irgendwo im Gehirn als klassische Information gespeichert war. Da der verfügbare Speicherplatz aber endlich ist, muss damit auch unsere Identität mit einem im Umfang begrenzten Binärcode darstellbar sein. Auch hier sei noch einmal darauf hingewiesen, dass es einige Physiker wie z.B. Roger Penrose gibt, die bestreiten, dass die gesamte Identität als messbare klassische Information vorliegt. Sie gehen vielmehr davon aus, dass unser Gehirn zumindest teilweise als Quantencomputer arbeitet. In diesem Fall könnte die Identität in quantenmechanisch verschränkten Teilchen gespeichert sein, die dem „Non-Cloning-Theorem“ unterworfen sind und somit nicht kopiert werden können.

Eine gute Argumentation für naturwissenschaftliche Erklärungen von bestimmten Funktionen unseres Geistes ist immer dann gegeben, wenn sich solche Funktionen im Gehirn lokalisieren lassen und wenn sie durch Krankheiten beeinträchtigt werden können. Bei einer bestimmten Form der Schizophrenie, ist die Funktion des Ich-Bewusstseins betroffen. Solche Personen haben dann z.B. eine gespaltene Persönlichkeit oder empfinden ihren Körper als fremd. Manche erfahren sich selbst mit einer doppelten Identität. Dies ist ein weiteres gutes Argument dafür, dass unsere Identität bzw. unser Ich-Bewusstsein eine informationstechnische Funktion des Gehirns ist und nichts mit irgendwelchem religiösen Hokuspokus zu tun hat. Diese Annahme wird unterstützt durch Untersuchungen mit Bild gebenden Verfahren. So konnte eine Region im rechten Übergangsbereich zwischen Schläfen- und Scheitellappen der Großhirnrinde als Sitz dieser Funktion lokalisiert werden. Sie muss als Teilleistung unseres Selbst-Bewusstseins angesehen werden.

Für den Fall, dass wir in der Zukunft nicht herausfinden, wie unser Gehirn und vor allem unser Bewusstsein im Einzelnen funktioniert, wäre die informationstheoretische Maximalforderung, dass zu einer Wiedergeburt der komplette Informationsgehalt unseres Gehirns rekonstruiert wird. Unser Gehirn kann maximal etwa 10exp(14) Bits speichern. Daraus ergeben sich 2 exp(10exp(14)) mögliche voneinander unterscheidbare Speicherzustände. Auch das ist noch eine riesige Zahl aber sie ist immerhin schon erheblich kleiner als die physikalische Maximalforderung.

In diesem Zusammenhang stellt sich noch die Frage, ob unser derzeitiges Ich identisch mit dem Ich in unserer eigenen Vergangenheit ist. Aus Gründen der Kontinuität würden wir das zunächst annehmen. Allerdings können wir hier zum Beweis nicht die Quantenphysik heranziehen, denn im Laufe unseres Lebens wird die Materie, aus dem unser Körper besteht, mehrmals ausgetauscht. Die Quantenzustände in unserem Gehirn ändern sich damit ständig. Ähnliches gilt auch für die in unserem Gehirn gespeicherten Informationen. Der Umfang der Informationen, die im Langzeitgedächtnis gespeichert werden und für den Rest unseres Lebens abrufbar sind, ist eher gering. Der größte Teil der Informationen wird wieder vergessen. Davon abgesehen kann sich unsere Persönlichkeit im Laufe des Lebens langsam verändern. Können wir dann nicht auch vermuten, dass sich unsere Identität langsam verändert? Beim derzeitigen Stand der Forschung lässt sich jedenfalls diese Frage nicht eindeutig beantworten.

Immer dann, wenn neues, intelligentes Leben mit Bewusstsein entsteht, unabhängig davon, ob es sich dabei um Menschen, um außerirdische Lebensformen oder um künstliche Intelligenz handelt, entsteht auch ein neues Ich. Der hierfür erforderlich Code wird in der Regel statistisch erzeugt oder ist zumindest bei biologischen Wesen nicht berechenbar oder verhersagbar. Die zunächst nahe liegende Vermutung, dass beim Menschen dieser Code bereits in den Genen festgelegt ist, ist falsch. Dagegen spricht unter anderem, dass eineiige Zwillinge, die den gleichen genetischen Code haben, kein identisches Ich haben. Außerdem hat man bei geklonten Tieren mit identischen Genen festgestellt, dass sie sich trotzdem unterschiedlich entwickeln und einen teilweise unterschiedlichen Charakter haben.

Nun ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein neues intelligentes Lebewesen durch Zufall den exakt gleichen gesamten Speicherzustand wie ein anderes, eventuell verstorbenes Lebewesen erreicht, äußerst gering. Für eine Rekonstruktion unseres Ichs ist es aber gar nicht notwendig, den gesamten Speicherinhalt oder gar, wie oben erwähnt, die Quantenzustände aller beteiligten Atome zu rekonstruieren. Der weitaus größte Teil codiert unsere erlernten Fähigkeiten, unser Wortschatz usw., also Dinge, die nicht unmittelbar mit unserem Ich-Bewusstsein zusammenhängen. Entscheidend ist vielmehr der Teil der Information, der unser Ich von dem anderer Individuen mit Bewusstsein unterscheidet. Die Information, die zur reinen Funktion unseres Bewusstseins benötigt wird, ist dagegen als weitgehend identisch anzusehen. Wie umfangreich nun dieser Code ist, der ausschließlich unser Ich bestimmt, ist natürlich zurzeit noch völlig unbekannt. Nehmen wir einmal an, dass maximal 1 % unseres Speichervermögens für diesen Code verwendet wird, so bleiben immer noch 2 exp(10exp(12)) unterschiedliche Codierungen. Auch das ist noch eine riesige Zahl, aber immerhin kann man sie als grobe Abschätzung für eine obere Grenze betrachten.

Um nun mit Sicherheit in unserer Welt wiedergeboren zu werden, müsste für jede mögliche Codierung ein Wesen erzeugt werden, d.h. 2 exp(10exp(12)). In meinem Buch „Maschinen mit Bewusstsein“ wurde abgeschätzt, dass eine Superzivilisation etwa 10exp(27) künstliche Wesen mit der Intelligenz des Menschen beherbergen könnte. Nehmen wir als grobe, optimistische Abschätzung einmal an, dass in ferner Zukunft alle Sterne des erreichbaren Teils unseres Universums (etwa 10exp(22)) mit einer Superzivilisation dieser Größe ausgestattet sind, so ergäbe das insgesamt 10exp(49) Wesen. Damit wären aber die Chancen für eine Wiedergeburt verschwindend klein.

Wie hoch liegt die Minimalforderung für den Umfang unseres Identitätscodes? Plausibel wäre, wenn er wenigstens so groß wäre, dass unser Ich nicht zweimal zur gleichen Zeit auf unserem Planeten existieren würde. Da die Evolution in der Regel wenig wirklich Überflüssiges an unserem Körper hervorgebracht hat, wäre also ein Bereich von 10 bis 15 Dezimalstellen sinnvoll. Dieser Bereich ist als sehr optimistische untere Grenze anzusehen. In diesem Bereich hätte eine Wiedergeburt eine fast hundertprozentige Wahrscheinlichkeit. Insgesamt muss man dennoch eingestehen, dass solche Abschätzungen im Moment noch reine Spekulation sind.

In der Omegapunkttheorie von Frank Tipler fällt das Universum am Ende wieder in sich zusammen (Big Crunch). In der daraus resultierenden Singularität steht nach Ansicht Tiplers eine gegen unendlich tendierende Energie zur Verfügung, die dazu genutzt werden kann, unendlich viele Wesen zu erzeugen. Hierbei wäre dann die Wahrscheinlichkeit einer Wiedergeburt 100%, selbst wenn der Identitätscode beliebig groß (aber endlich) sein sollte. Doch auch seine Theorie ist reine Spekulation.

Die Frage an welchem Ort und in welchem Körper wir wiedergeboren werden, ist ebenfalls nur statistisch zu beantworten. Falls in unserem Universum eine Vielzahl von Planeten intelligentes Leben hervorgebracht haben sollten, so könnten wir natürlich in jeder dieser Zivilisationen wiedergeboren werden. Die Wahrscheinlichkeit in einer so jungen, unterentwickelten Zivilisation wie der unseren zu landen, dürfte allerdings recht gering sein. Das gleiche gilt auch für die Wahrscheinlichkeit der Wiedergeburt in einem biologischen Körper. Wenn sich tatsächlich die künstliche Intelligenz in unserer Zivilisation langfristig durchsetzt, so wird das auch in eventuell vorhandenen außerirdischen Zivilisationen der Fall sein. Damit wäre die Wahrscheinlichkeit in einem nichtbiologischen Körper, d.h. in Form bewusster, künstlicher Intelligenz in einer hoch entwickelten Zivilisation wiedergeboren zu werden am größten. Eine solche Wiedergeburt muss nicht unbedingt auf der Vollzugsebene der letzten Realität stattfinden, sondern kann auch in einer virtuellen Welt geschehen.

Der Begriff „Code“ steht hier nicht für eine Zahl, sondern für ein komplexes Programm. Ähnlich wie bei den meisten Funktionen des Gehirns, dürfte unser Ich nicht als einfacher digitaler Code in genau definierten Neuronen abgespeichert sein, sondern es ist „holographisch“ über bestimmte Hirnregionen verteilt. Trotzdem spricht nichts dagegen, dass man letztlich alles das was die Funktion des Ichs ausmacht, als digitalen „Identitätscode“ darstellen kann.

Es ist klar, dass bei der dargestellten Form einer Wiedergeburt unsere Fähigkeiten, unsere Erinnerungen und unsere Persönlichkeit nicht miterzeugt werden und daher für immer verloren sind. Insofern handelt es sich um eine etwas eingeschränkte Wiedergeburt. Es besteht zwar prinzipiell die Möglichkeit, dass wir mit der Wiedergeburt unseres Ichs auch Daten über unserer Persönlichkeit und sogar unseren Erinnerungen mitbekommen, aber wir könnten nicht feststellen, ob diese zufällig erzeugten Daten mit unserem früheren Leben übereinstimmen. Eine zufällige Übereinstimmung wäre auch extrem unwahrscheinlich. Damit stellt sich aber auch die Frage nach der Überprüfbarkeit einer Wiedergeburt. Wenn wir ohne Erinnerungen wiedergeboren würden, woher könnten wir dann wissen, dass wir schon einmal gelebt haben? Wir stoßen hier wieder auf die philosophische Frage ob ein Ereignis stattgefunden hat, das nicht bewusst wahrgenommen wurde. Man kann aber vielleicht einmal in der Zukunft, wenn unser Bewusstsein gründlich erforscht ist, genaue statistische Aussagen über die Wahrscheinlichkeit einer Wiedergeburt machen, aber ein Einzelereignis lässt sich daraus nicht vorhersagen oder nachweisen.

Eine Wiedergeburt unseres Ichs ohne Erinnerungen können wir uns nur schwer vorstellen. Manche behaupten gar, dass die Erinnerungen Teil des Ichs sind. Die Realität richtet sich aber nicht nach unserem Vorstellungsvermögen und schon gar nicht nach unseren Wunschvorstellungen. Gerade in der modernen Physik gibt es viele Dinge, die wir uns nicht wirklich vorstellen können, die wir aber trotzdem als real vorhanden und in sich logisch akzeptieren müssen. Es soll hier aber trotzdem ein Beispiel vorgestellt werden, um wenigstens eine Idee davon zu bekommen, wie man sich eine solche eingeschränkte Wiedergeburt vorstellen kann und dass die gesamten Erinnerungen nicht unbedingt als unverzichtbarer Teil des Ichs gesehen werden müssen.

Es gibt die seltenen Fälle von Totalamnesie in Zusammenhang mit schweren Unfällen, bei denen es zu einem Schädel-Hirn-Trauma kommt. Wenn sich die Totalamnesie nicht zurückbildet, ist dieser Zustand vergleichbar mit der oben beschriebenen Form einer eingeschränkten Wiedergeburt. Besonders eindrucksvoll wurde ein solcher Fall in der Autobiographie „Khatarsis“ von Katherina Beta geschildert. Sie hatte im Alter von 32 Jahren einen schweren Autounfall. Als sie aus dem Koma erwachte, konnte sie sich an absolut nichts erinnern. Sie musste alles neu lernen, angefangen von den einfachsten Körperfunktionen bis hin zur Sprache. Ihre drei Söhne waren ihr ebenso fremd wie ihre anderen Verwandten und früheren Freunde. Nachdem man ihr ihre eigene Vergangenheit erzählt hatte, war sie sich selber nicht darüber im Klaren, ob sie nach dem Unfall noch die gleiche „Seele“ hatte. Die Frau, die sie in ihrer Vergangenheit war, war ihr ebenfalls absolut fremd. Sie selbst schildert daher ihr Erwachen aus dem Koma als „Geburt“.

Manche mögen den Verlust ihrer Erinnerungen als etwas sehr Negatives sehen. Andere, in deren Leben die schlechten Erinnerungen überwiegen, dürften das eher als Befreiung von traumatischen Erlebnissen oder Schuldgefühlen ansehen. Insofern läge in dieser eingeschränkten Art der Wiedergeburt eine gewisse ausgleichende Gerechtigkeit.
Den Verlust der Erinnerungen mit dem Tod und die Unsterblichkeit der eigenen Identität hat bereits Schopenhauer erkannt. Bei ihm ist die Identität bzw. das Ich der Wille, der bei ihm mehr ist als nur Funktion des Gehirns. So schreibt er (Ergänzungen zum zweiten Buch, Kapitel 21 in „Die Welt als Wille und Vorstellung“):

Der Intellekt wird, als bloße Funktion des Gehirns, vom Untergang des Leibes mitgetroffen; hingegen keineswegs der Wille. Aus dieser Heterogenität beider, nebst der sekundären Natur des Intellekts, wird es begreiflich, dass der Mensch, in der Tiefe seines Selbstbewusstseins, sich ewig und unzerstörbar fühlt, dennoch aber keine Erinnerung, weder a parte ante noch a parte post, über seine Lebensdauer hinaus haben kann.

 
Eine weitere Frage, die sich unmittelbar aus dem dargestellten Zusammenhang ergibt ist die, ob wir nicht schon einmal irgendwann existiert haben. Die Wahrscheinlichkeit auf unserer Erde schon einmal gelebt zu haben, ist allerdings äußerst gering, denn in unserer Vergangenheit war die gesamte Population im Vergleich zu jetzigen sehr gering. Dazu muss man sich vor Augen halten, dass aufgrund der Bevölkerungsexplosion zurzeit etwa 10 % aller im Verlauf unserer Entwicklungsgeschichte erzeugten Menschen noch am Leben sind! 

Theologen dürften die dargestellte Form einer Wiedergeburt mit Ablehnung und tiefer Abneigung zur Kenntnis nehmen. Auferstehung im religiösen Sinn ist schließlich die komplette Rekonstruktion unserer Seele, die, wie bereits erwähnt, auch alle Erinnerungen und die Persönlichkeit einschließt. Argumentiert wird hierbei, dass diese Auferstehung nicht in unserer Welt, sondern in einer anderen, höheren Welt d.h. im Jenseits stattfindet. Die Annahme eines Jenseits führt aber zu naturwissenschaftlichen Widersprüchen.

In den meisten Religionen wird davon ausgegangen, dass nach unserer Auferstehung Gericht über unser Leben gehalten wird. So entscheidet z.B. bei der christlichen Lehre dieses Gericht, ob wir in den Himmel kommen oder für alle Ewigkeit in der Hölle schmoren müssen. Dies entspricht dem Wunsch der meisten Menschen nach einer höheren Gerechtigkeit. Gerechtigkeit ist aber eine Kategorie, die nicht Gegenstand der Naturwissenschaften ist, weil sich aus den Naturgesetzen nicht unmittelbar Informationen über eine universelle Gerechtigkeit ableiten lassen. Es scheint vielmehr so zu sein, dass sogar ein gewisses Maß an subjektiv empfundener Ungerechtigkeit ein fester Bestandteil unserer Welt ist. Im Verlauf der Evolution haben sich vor allem solche Spezies durchgesetzt, die stärker und zum Teil auch brutaler gegenüber anderen waren. Mord, Totschlag und kriegerische Auseinandersetzungen haben einen nicht unerheblichen Teil zur Evolution des modernen Menschen beigetragen. In unserer Zeit sind allerdings Kriege auf diese Weise nicht mehr zu rechtfertigen, denn einerseits ist die Evolution des Menschen zum Stillstand gekommen und andererseits bergen Kriege mit modernen Vernichtungswaffen die Gefahr der Auslöschung unserer gesamten Zivilisation und das wäre wohl das Schlimmste was passieren könnte.

Wie sieht es aber nun mit der Gerechtigkeit aus? Wo bleibt die Strafe für Menschen, die ihr Leben lang Verbrechen ausgeübt haben oder gar aktiv an der Vernichtung eines ganzen Volkes beteiligt waren? Was ist auf der anderen Seite mit den Menschen, deren Leben eine unverschuldete Aneinanderreihung von persönlichen Katastrophen war? In der oben dargestellten Form einer Wiedergeburt kann sich allerdings niemand an sein vorheriges Leben erinnern, da sämtliche Erinnerungen mit dem Tode verloren gehen. Eine Verurteilung wäre also problematisch. Davon abgesehen ist eine Identifizierung des Ichs einer lebenden Person mit dem einer verstorbenen (zurzeit noch) völlig unmöglich.

Wenn wir allerdings davon ausgehen, dass unsere Wiedergeburt kein einmaliges Ereignis bleibt, das heißt, dass wir eine ganze Reihe von Leben nacheinander haben, so könnten wir auf eine statistische Gerechtigkeit hoffen. Anders ausgedrückt, wäre es äußerst unwahrscheinlich, wenn wir mit jedem neuen Leben eine Niete ziehen würden. Weiterhin haben wir es in jedem unserer Leben in der Hand, aktiv an der Verbesserung der Lebensumstände mitzuarbeiten und damit die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass wir bei einer eventuellen Wiedergeburt eine bessere Welt vorfinden. Falls die dargestellten Zusammenhänge zutreffen, ließe sich daraus sogar die Grundlage einer universellen Ethik ableiten.

Es stellt sich noch die Frage, ob erwarten können, in Zukunft experimentellen Zugriff zu Fragen der Identität zu haben? An Menschen können wir aus verschiedenen Gründen (darunter auch durchaus ethische Gründe!) solche Experimente auf absehbare Zeit kaum durchführen. Falls es jedoch gelingt, Maschinen mit Bewusstsein herzustellen, so könnte uns die künstliche Intelligenz weiterhelfen. Bei ihr ließe sich der Umfang des Identitätscodes genau feststellen.

 

Zusammenfassung

Ohne die Naturwissenschaften zu vergewaltigen, können wir für biologische Wesen so etwas wie eine eingeschränkte Wiedergeburt postulieren. Die dazu angewandte Argumentation ist vergleichbar mit der Argumentation des anthropischen Prinzips. Der Grundgedanke ist dabei, dass unser subjektives Erscheinen in einem menschlichen Körper auf diesem Planeten, zu dieser Zeit, ein Ereignis ist, dass eine gewisse, wenn auch womöglich sehr geringe, Wahrscheinlichkeit hat einzutreten. Ist die Welt unendlich groß und/oder existiert sie für ewige Zeiten, so werden wir sozusagen zwangsweise irgendwann irgendwo in dieser Welt wiedergeboren, denn es gäbe insgesamt eine unendliche Zahl von intelligenten Wesen. Die geringe Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Wesen gerade unsere Identität besitzt, würde also durch die große Anzahl der Wesen kompensiert. Man könnte das daher auch als subjektives anthropisches Prinzip bezeichnen. Allerdings wäre die beschriebene Art der Wiedergeburt eine Wiedergeburt ohne Erinnerungen an das vorherige Leben und somit bestenfalls als eingeschränkte Wiedergeburt zu bezeichnen. Die Tatsache, dass wir uns in unserem derzeitigen Leben nicht an ein früheres Leben erinnern können, würde also damit auch nicht ausschließen, dass wir schon einmal gelebt haben.

 

 

Literatur:

Adams, F., Laughlin, G., Die fünf Zeitalter des Universums, DVA, Stuttgart München 2000

Bachmann, K., Universum ohne Ende, GEO, Nr. 1 (Januar 2002), S. 48–66

Bostrom, N., Brain-Duplication and Mind-Dublication, http://www.nickbostrom.com

Bostrom, N., In Defense of Posthuman Dignity, http://www.nickbostrom.com

Dyson, F.|J., Time without End: Physics and Biology in an open Universe, Reviews of Modern Physics, Vol. 51, No. 3, Juli 1979

Kant, I., Kritik der reinen Vernunft, 1787, Ausgabe Reclam, Stuttgart 1966

Krüger, O., Virtualität und Unsterblichkeit, die Visionen des Posthumanismus, Rombach Litterae, Freiburg 2004

Peschl, M.,F., Die Rolle der Seele in der Kognitions- und Neurowissenschaft, auf der Suche nach dem Substrat der Seele, Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2005

Roth, G., Das Gehirn und seine Wirklichkeit, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 1275, Frankfurt 1996

Schopenhauer, A., Die Welt als Wille und Vorstellung, 1859, Ausgabe Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 2. Auflage 2002

Singer, W., Ein neues Menschenbild?, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 1596, Frankfurt/Main 2003

Singer, W., Der Beobachter im Gehirn, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 1571, Frankfurt/Main 2002

Tipler, F.|J., Die Physik der Unsterblichkeit, 1994, Ausgabe Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 3.Auflage Februar 1998

Vowinkel, B., Maschinen mit Bewusstsein, wohin führt die künstliche Intelligenz? 2006, Wiley-VHC

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Juni 23, 2009 - Geschrieben von | Eigene Artikel

7 Kommentare »

  1. Ein sehr interessanter Beitrag, nach dem ich
    schon lange gesucht habe!

    Kommentar von Heinz-Peter Seurer | Januar 23, 2011

  2. hi herr vowinkel,

    der tot und die wiedergeburt gehört doch den katholikken mit jesus.

    aber jesus dieser jude wäre nie christ geworden und hätte nie christ werden wollen,
    denn der jüdische glauben ist der viel edlere glauben als der katholische glauben .

    der katholische glauben heist : alle müssen katholisch glauben , betonung auf “alle” werden gezwungen zu glauben und ansonsten werden sie umgebracht . das ist die praxis der katholikken seit jahrhunderten. und heute noch wird dieser mitteralterliche glaube ausgeführt , siehe südamerika und afrika .
    ich sage nur exocismus , hexerei, zauberei, pilgern .
    wie primitiv der katholische glaube ist und wie tief er aus dem mittelalter kam sieht man an der dreifaltigkeit .

    gott hatte kein hirn als er die welt schuf , deshalb haben die päpste aus rom dem gott einen heiligen geist beiseite gesetzt.
    so doof waren die juden und muslimen nicht .
    grüße

    Kommentar von reinhard franz | Januar 24, 2011

  3. Danke für diesen Text. Er spricht viele Themen an, über die ich mir auch schon Gedanken gemacht habe, aber sonst noch nirgends angetroffen habe.

    Kommentar von yogu32 | November 19, 2011

  4. Hallo, Herr Vowinkel.

    Wunderbar, dass der Gedanke der “statistischen Gerechtigkeit” aufgegriffen wurde!

    Das ist auch mit eines meiner stärksten Argumente für den Glauben an eine Art von Wiedergeburt. Den Begriff “Niete” bzw. die Metapher eines Glücksspiels (ich nenne es “Russisch Roulette”…) nutze ich ebenso sehr häufig. Auch weise ich stets darauf hin, dass wir nicht per se in eine “gute” Welt hinein geboren wurden, sondern erst einmal selbst für uns definieren, was überhaupt “gut” ist, und schlussendlich stets in unserem Bestreben nach Fortschritt darauf hin arbeiten, so dass wir letztendlich die “Voraussetzung dafür zu schaffen, dass wir bei einer eventuellen Wiedergeburt eine bessere Welt vorfinden” (Zitat, Artikel), mit anderen Worten in hinreichend ferner Zukunft eine Art “Paradies”.

    Hoimar v. Ditfurth greift diesen Gedanken in ähnlicher Weise auf. Etwa sinngemäß schlägt er bspw. dem Christentum vor, doch eher von einem SchöpfungsPROZESS, statt SchöpfungsAKT zu sprechen, und verweist auf den Prozess der kosmologischen, chemischen, biologischen und geistigen Evolution. Die Welt kann also noch gar nicht “gut” sein, weil sie noch gar nicht fertig ist. Und wie großzügig müsste wohl auch ein “Gott” sein, welcher uns Lebewesen selbst die Freiheit gibt, an der Gestaltung dieser Welt mitzuwirken und damit selbst zu entscheiden welche Welt für uns “gut” ist.

    Die Berechnungen für die Wahrscheinlichkeit einer Wiedergeburt sind zwar ganz interessant, erinnern aber doch ein wenig an die Rechenspiele der Kreationisten wie wahrscheinlich es denn ist, dass dies und jenes ZUFÄLLIG von alleine entsteht…
    Wiedergeburt ebenfalls auch nur per ZUFALL…?! *lach* Das glauben Sie doch selbst nicht, wenn sie ehrlich sind, oder…?
    Nein, ich glaube (denke, vermute, hoffe…), dass dahinter möglicherweise eine Gesetzmäßigkeit steht die wir nicht annähernd erahnen, und dass die Natur sich hier schon noch etwas ausgedacht hat, was erstens nicht nur eine Wiedergeburt garantiert, sondern zweitens auch das eine oder andere zusätzliche “Feature” (ich will jetzt mal nicht allzu sehr spekulieren…) ermöglicht. Was wissen wir denn schon? Noch zu Mach’s Zeiten, vor etwas mehr als 100 Jahren, war das Atom mehr oder weniger Metaphysik. Und das Universum hat Zeit… Werden sich Forschergenerationen der evtl. nächsten Tausend oder gar Millionen Jahre gänzlich langweilen, weil wir in unserer gegenwärtigen Epoche ja bereits fast alles wissen und entdeckt haben…? Eher unwahrscheinlich.

    Eine “Religiösität” im Sinne Einsteins – wie sie meines wissens selbst Schmidt-Salomon und Dawkins teilen -, welche voller Erstaunen und Faszination über die “Schönheit, Genialität und Harmonie” des Kosmos ist, muss sich doch fragen, wie es denn eigentlich sein kann, dass der gleiche Kosmos auf der anderen Seite so “leidvoll, ungerecht und grotesk” ist? Auch ein naturalistischer Fatalismus hilft hier nicht wirklich weiter und ist wenig zufriedenstellend.

    Sie erwähnten im Artikel, die “Information oder die Idee des Rades ist universell”. Und ich sage, die Information oder die Idee der Wiedergeburt (besser: ausgleichenden Gerechtigkeit) ist universell! Jedes bewusst empfindende und wahrnehmende, und intelligente Lebewesen in diesem Kosmos wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit solche Fragen stellen. Und der Kosmos hat keine zufriedenstellende Antwort darauf? Dann hätte er sich letztendlich als der größte Treppenwitz aller Zeiten selbst ad absurdum geführt.

    Ich bin nebenbei recht erstaunt und sehr erfreut, dass man hier bei der GBS auch mal in einem leicht naturalistisch-pantheistischen Sinne Stellung bezieht, und sich ein wenig von einem “platten Materialismus” abgrenzt, wie ich es auch MSS neulich mal beiläufig bei einem Interview im TV entnehmen konnte. Leider geht das in der öffentlichen Wahrnehmung dann doch viel zu sehr unter, was letztendlich nicht gerade im Sinne einer Aussöhnung zwischen “Theisten” und “Atheisten” (oder “Religiösen” und “Areligiösen”) ist.

    Gruß!

    Kommentar von Noumenon | April 26, 2012

  5. Eine menschliche Eigenschaft ist, nur die Dinge ohne Zweifel zu glauben, die wir mit den uns zur Verfügung stehenden Methoden ermitteln und beweisen können. Was hätten Sie dazu vor 100 Jahren geschrieben?

    Ich kann z.B. Ihre Kopfschmerzen heilen ohne Sie anzufassen. Ohne Medikament oder sonst etwas. Da ich nicht beweisbar erklären kann wie das funktioniert, würde ein Zweifler an Zufall denken.

    Ich kann es jederzeit wiederholen, jeden Tag bei einem anderen Menschen. Ich war ziemlich ungläubig. Mit Beweisen die durch Ergebnisse entstanden lernte ich mich von unseren
    Mir ist es egal wie es funktioniert. Mir ist nur wichtig, dass es funktioniert. Bald beginne ich einen Test mit Diabetes 2. Einen habe ich geheilt. Wenn es 5 sind glaube ich daran ;-)

    Wir alle werden es mit dem Tod erfahren, ob es zu Ende ist – oder eben nicht.

    Kommentar von Michael Förschner | Dezember 7, 2013

  6. @ Förschner.
    Auf solche Claims fällt mir nur eines ein:

    Wo ist ihre Million $ von der James Randy Wette?

    Sie brauchen sie auch nicht zu behalten und können sie z.B. mir spenden, oder einer Homöopathiestiftung Ihrer Wahl.

    Kommentar von Isnogod | Dezember 9, 2013

  7. 1. Hat der Glaube an Wiedergeburt nichts mit Religion zu tun. Man muss nicht religiös sein um an Wiedergeburt zu glauben. Religiös wird es erst dann, wenn man interpretiert.

    2. Es gibt verschiedene Vorstellungen von Wiedergeburt. Nicht nur gemeint die Religionen die eine Wiedergeburt in einer anderen Dimension (Neben- Über- oder Unterwelt) annehmen, sondern auch als biologische Wiedergeburt gemeint. Zwischen der buddhistischen Theorie und dem was Europäer meist glauben, liegen Welten.

    3. Es bedarf keines Glaubens an einen Gott.

    4. Lohn-Strafe System ist auch keine notwendige Grundlage. Betrachtet man Wiedergeburt als Seelenwanderung, bleibt das Lebewesen immer Herr über sich selbst, bleibt immer dieselbe Person, trifft seine eigenen Entscheidungen und entwickelt sich weiter, ganz genauso wie bei der materialistischen Theorie.

    5. Zu: “Eine weitere Frage, die sich unmittelbar aus dem dargestellten Zusammenhang ergibt ist die, ob wir nicht schon einmal irgendwann existiert haben. Die Wahrscheinlichkeit auf unserer Erde schon einmal gelebt zu haben, ist allerdings äußerst gering, denn in unserer Vergangenheit war die gesamte Population im Vergleich zu jetzigen sehr gering. Dazu muss man sich vor Augen halten, dass aufgrund der Bevölkerungsexplosion zurzeit etwa 10 % aller im Verlauf unserer Entwicklungsgeschichte erzeugten Menschen noch am Leben sind!”

    Auch wenn man an Wiedergeburt glaubt, muss man deshalb nicht die Evolution in Zweifel ziehen. Denn dann kann man davon ausgehen, dass man sich “evolutionär” entwickelt hat – vom Einzeller zum Menschen. Wobei eine Entwicklung in beide Richtungen denkbar wäre. Schließlich unterscheiden wir uns in keiner Weise von anderen Lebewesen. Woher kommt das Leben überhaupt? An welchem Punkt wird aus Aminosäuren Leben?

    6. Gibt es Menschen die behaupten sich an ein früheres Leben zu erinnern. Das kann man anzweifeln, aber nicht so leicht pauschal widerlegen. Sich nicht erinnern zu können hätte – angenommen es gibt Wiedergeburt – durchaus Sinn. Würde man sich erinnern, würde man sein Leben fortführen wie bisher. Also etwa alte Feindschaften weiter pflegen, Ängste vielleicht vertiefen, Fehler weiter begehen, Hartnäckig an alten Vorstellungen klammern – aus Gewohnheit. Würde man sich nicht erinnern, hätte man die Möglichkeit einen neuen Standpunkt einzunehmen. Wobei unterbewusst Erinnerung weiter bestehen könnte.

    7. Es gibt keinen Grund zu glauben, die Entwicklung des Menschen sei abgeschlossen, oder zum Stillstand gekommen. Wir beherrschen noch nichteinmal den aufrechten Gang perfekt, hat mir ein Orthopäde erklärt. :)

    Kommentar von susanneveronika | April 15, 2014


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